• 16.08.2012, 13:18:16
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Grünewald zur Akademikerflucht aus Österreich: Keine voreiligen Schlüsse

Grüne Kritik an Regierung und Bundesminister Töchterle

Wien (OTS) - "Die Gründe von AkadmikerInnenmangel und für die
Abwanderung dieser ins Ausland sind vielfältig und müssen
differenziert betrachtet werden", sagt Kurt Grünewald,
Wissenschaftssprecher der Grünen und ergänzt: "Dass hier die
Gesetzgebung und gängige Praktiken im Asyl, Zuwanderungs- und
Asylbereich versagen und Qualifizierten den Zugang zu Aufenthalt und
Arbeit immer noch erschweren, darf nicht übersehen werden. Hätte man
die wenig fruchtbaren Kosten für die kürzlichen ,MINT' Inserate für
Verbesserungen in diesem Bereich zielgerichtet eingesetzt und für
gemeinsame Aktionen der Verantwortlichen Ministerien für Inneres,
Wissenschaft und Wirtschaft gesorgt, wäre wohl mehr bewirkt worden",
äußert sich Grünewald zur derzeitigen Debatte.

"Dass österreichische Universitäten ganz unabhängig von
Studiengebühren unterfinanziert sind und die Bildungsausgaben
gemessen am Bruttoinlandsprodukt sanken, scheint man kommentarlos
hinzunehmen, auch wenn Rektorinnen, OECD und die Opposition dies seit
langem kritisieren. Großartige Versprechungen der Regierung
Doktoratsprogramme zu fördern und zusätzliche Stellen für junge,
begabte WissenschaftlerInnen zu schaffen, blieben schwachbrüstig oder
gleich ganz aus" ärgert sich Grünewald.

"Alle wissen um bestimmte Probleme aber schuld sind immer wieder die
Studierenden und die sogenannten Massenfächer. Macht man es sich
nicht zu einfach, wenn gleichzeitig der Forschungsfonds FWF klagt,
dass auf Grund seines knappen Budgets selbst Forschungsprojekte, die
international als sehr gut begutachtet wurden, zurück gestellt werden
müssen und ProjektleiterInnen zu Jahresende nicht wissen, ob sie ihre
ForscherInnen im nächsten Monat noch bezahlen können? Wird es
ignoriert, dass der wissenschaftliche Nachwuchs oft unter prekären
Arbeitsbedingungen leidet und ihnen kaum Leistungsverträge angeboten
werden können? Dass ÄrztInnen im klinischen Bereich der Medizinischen
Universitäten meist ihre ganze reguläre Arbeitszeit der
PatientInnenversorgung widmen und ihnen kaum Zeit für Forschung und
Lehre bleibt wird seit Jahrzehnten und auch von Bundesminister
Töchterle ignoriert" klagt Grünewald über die Ignoranz gegenüber dem
universitären Alltag.

"Maßnahmen zur Oberstufenreform und Maßnahmen, welche die
Treffsicherheit der Studienwahl erhöhen, blieben trotz Versprechungen
rudimentär. Ein Ausgleich zwischen überlasteten Fächern und jenen mit
freien Kapazitäten wurde höchstens angedacht und ein vernünftiger
Ausgleich zwischen den diversen Standorten und Fächerbündeln steckt
noch in den Kinderschuhen. Es gibt noch viele Hausaufgaben der
Regierung zu erledigen bevor man die gesamte Schuld und Last den
Studierenden allein in die Schuhe schiebt. Unter diesen
unbefriedigenden Umständen ist es auch nicht allzu verwunderlich,
dass gut ausgebildete und qualifizierte Menschen ins Ausland gehen,
wenn sie bei uns das Gefühl haben nicht gewollt, nicht gebraucht und
letztendlich auch nicht geschätzt zu werden", schließt Grünewald.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1-2363998-210
mailto:[email protected]

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