- 16.08.2012, 12:40:24
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Pirklhuber: Verspritung von Getreide (E10) ist ethische, ökologische und ökonomische Sackgasse
Grüne: Berlakovich muss Biosprit-Pläne endlich auf Eis legen
Wien (OTS) - "Die Verspritung von Getreide ist angesichts von
weltweit einer Milliarde hungernder und unterernährter Menschen
ethisch unverantwortlich und skandalös. Die Agrotreibstoffe sind
ökologisch völlig ineffizient und bedrohen die letzten intakten
Regenwaldgebiete. Zusätzlich sind sie ökonomisch ein Desaster, da sie
von der enormen Volatilität der Rohstoffpreise abhängig sind"
kritisiert Wolfgang Pirklhuber Landwirtschaftssprecher der Grünen
Bundesminister Berlakovich und fordert ihn auf, endlich seine völlig
überzogenen Biosprit-Pläne auf Eis zu legen.
"In den letzten Jahren hat die Agrosprit-Produktion in Österreich zu
einer massiven Zunahme bei Getreide Importen geführt. Damit wird auch
die Selbstversorgung Österreichs mit Brot- und Futtergetreide
mittelfristig gefährdet", warnt Pirklhuber.
"Die Zahlen der Getreide-Import-Bilanz der Agrarmarkt Austria (AMA)
belegen es eindeutig: Seit dem Jahr 2007 sind die Getreide-Importe in
Österreich von 825 000 Tonnen jährlich auf 1 444 000 Tonnen im Jahr
2010 gestiegen, während die Exporte in etwa gleichgeblieben sind.
Diese Zunahme von 617 000 Tonnen oder 75 Prozent Steigerung geht im
Wesentlichen auf die Zunahme der Mais- und Weizen-Importe für die
Agrosprit-Erzeugung zurück", informiert Pirklhuber.
Die Agrosprit-Anlage der Agrana in Pischelsdorf ist im Juni 2008 in
Betrieb gegangen. Laut AMA-Getreidebilanz für 2008/2009 wurden im
ersten Jahr 407 000 Tonnen, für 2009/2010 bereits 490 000 Tonnen und
für das Jahr 2010/2011 schon 546 000 Tonnen Weizen und Mais für die
Agrosprit-Produktion verwendet, das entspricht etwa 6 Prozent der
gesamten Bio-Ethanolproduktion in der EU-27.
Pirklhuber fordert daher in einem Antrag, der seit 2009 im Parlament
auf die endgültige Behandlung wartet, ein Abgehen von den überzogenen
Agrotreibstoffplänen der ÖVP-Agrarier und ein Moratorium für die
Beimischung auf EU-Ebene.
"Statt sich für die Interessen der Agro-Industrie einzusetzen, sollte
sich Landwirtschaftsminister Berlakovich endlich für eine faire und
gerechte Agrarreform nach 2014 stark machen. Angesichts der sich
verschärfenden Auswirkungen des Klimawandels brauchen wir eine
Agrarpolitik, die auf die biologische Vielfalt, eine bodenschonende
Humus- und Kreislaufwirtschaft und eine sozial gerechte Ausgestaltung
der Agrarförderungen setzt", sagt Pirklhuber abschließend.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1-2363998-210
mailto:[email protected]
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