• 15.08.2012, 18:38:50
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Neues Volksblatt: "Panoptikum" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 16. August 2012

Linz (OTS) - Der Wiener SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl war am 5.
April 2002 wie immer ein Mann des Weitblicks. "Eigentlich müsstest du
ununterbrochen in Sänften durch Stadt und Land getragen werden. Wenn
du das Problem des öffentlichen Images lösen würdest, wärst du der
Henry Ford Österreichs". Ob er sich heute lieber auf die Zunge beißen
würde als noch einmal das Loblied auf Frank Stronach zu singen, weiß
man nicht. Damals, bei der Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens für
Verdienste um das Land Wien deutete jedenfalls nichts darauf hin,
dass der Unternehmer einst auch in den Gefilden der SPÖ wildern
würde. Ganz im Gegenteil, waren es doch nicht zuletzt die
Sozialdemokraten, die dem Heimkehrer Stronach in Österreich den roten
Teppich ausrollten. Ex-Kanzler Franz Vranitzky etwa saß lange im
Magna-Aufsichtsrat, und die Roten halfen Stronach beispielsweise
seinerzeit beim Kauf von Steyr-Daimler-Puch. Warum also sollte sich
ein Kärntner SPÖ-Nationalratsabgeordneter politisch dort nicht
wohlfühlen, wo früher schon Politiker aller anderen Couleurs
untergekommen sind? Mit seinen Jobs für alle möglichen Leute hat
Stronach immer schon Politik gemacht - Firmenpolitik halt. Dass er
jetzt für seine Realpolitik wieder in allen Gewässern fischt, macht
eines gewiss: Stronach bastelt mehr an einem politischen Panoptikum
als an einer wirklichen Partei.

Rückfragehinweis:
Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
mailto:[email protected]
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