• 14.08.2012, 11:08:29
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Olympia-Pleite 2012: LH Dörfler fordert drastische Strukturreformen

Verpflichtende Ganztagsschule mit täglich einer Sportstunde, Schaffung einer einheitlichen Sportstruktur und Spezialisierung auf bestimmte Disziplinen unumgänglich

Klagenfurt (OTS/LPD) - Anlässlich der für Österreich mehr als
traurigen Olympia-Medaillen-Negativbilanz fordert Kärntens
Landeshauptmann und Sportreferent Gerhard Dörfler ehest möglich den
"Reset-Knopf" in Sachen Sportförderung zu drücken. "Wenn Neuseeland
mit 4,3 Millionen Einwohnern 13 Medaillen erzielt, Kroatien mit 4,5
Millionen Einwohnern sechs Medaillen aus London mit Nachhause bringt
und sich Österreichs Nachbar Slowenien mit zwei Millionen Einwohnern
über vier Medaillen freuen kann, zeigt allein schon dieser Vergleich,
dass sich die österreichischen Sportstrukturen vollkommen
fehlentwickelt haben", so der Landeshauptmann , der dringende und
umfassende Strukturreformen fordert.

"Erstens ist die Einführung der verpflichtenden Ganztagsschule
mit täglich einer Sportstunde unumgänglich. Nur so kann es
langfristig gelingen, bei Österreichs Kindern und Jugendlichen eine
Mindestvoraussetzung für Interesse am Sport zu schaffen. Wer Kinder
schon in diesem Alter für Gesundheit und Bewegung begeistert, schafft
das Grundfundament für sportliche Leistungen", führt Dörfler aus.

Zudem müssen auf Verbandsseite das ÖOC und die BSO zusammen
geführt und die längst überholten Sportdachverbände in einem "Haus"
vereint werden. "Dass sich Österreich gleich drei Dachverbände
leistet, die am Hängelband zweier Regierungsparteien hängen und quasi
als Parteivorfeldorganisationen statt als Sportorganisationen zu
verstehen sind, ist schon lange nicht mehr zeitgemäß. Es muss
gelingen, aus drei Dachverbänden eine gemeinsame österreichische
Sportstruktur zu schaffen, in der Parteien nichts mehr zu sagen
haben", stellt Dörfler klar.

Weiters sei es nicht mehr tragbar, dass aus 1.000 Fördereuro 850
Euro in die Sport- und Funktionsbürokratie fließen und lediglich 150
Euro beim Sportler ankommen. "Diese überfrachteten Strukturen, die
sich dieses kleine erfolglose Österreich leistet, sind mehr als
überholt", so Dörfler, der die Konzentration Österreichs auf
bestimmte Disziplinen vorschlägt. "Österreich muss sich auf bestimmte
Disziplinen spezialisieren. Dass es nicht möglich ist, eine Vielzahl
an Disziplinen abzudecken, hat uns das Olympia-Desaster 2012 gezeigt.
Unsere Sportstrukturen müssen zukünftig so ausgerichtet sein, dass
wir uns auf einige Disziplinen konzentrieren, wie es bereits
Neuseeland oder Schweden erfolgreich vorleben, in denen wir dann auch
wieder international bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen
um Medaillen mitkämpfen können", schlägt Dörfler vor.

"Wer die Olympia-Pleite für Ausreden statt Reformen verwendet,
wird damit leben müssen, dass Medaillen für Österreich bei
Sommerspielen wohl kaum mehr erreichbar sein werden. Also sind ein
drastisches Durchgreifen und Neustrukturieren dringend notwendig.
Dabei hat Sportminister Darabos meine vollste Unterstützung", stellt
der Landeshauptmann unmissverständlich klar.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung, Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-10201
http://www.ktn.gv.at

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