- 14.08.2012, 09:30:34
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Umfrage: Verstehen Sie Gesundheit? - ANHANG
Wien (OTS) - Knapp ein Viertel der Bevölkerung tut sich schwer zu
verstehen, was ihr Arzt ihnen sagt. Ein Drittel der Menschen hat
Schwierigkeiten, Informationen in den Medien darüber, wie sie ihren
Gesundheitszustand verbessern können, zu verstehen. Ansätze sind auf
zwei Ebenen notwendig: das Gesundheitssystem selbst muss
verständlicher werden und die Bevölkerung muss befähigt werden, mit
gesundheitsrelevanten Informationen besser umzugehen. Ein
wesentlicher Schritt wurde mit der Erarbeitung Österreichischer
Rahmen-Gesundheitsziele schon gesetzt, denn eines der 10
Rahmengesundheitsziele lautet "Die Gesundheitskompetenz der
Bevölkerung stärken".
Die komplexer werdende Gesellschaft verlangt uns immer mehr
Entscheidungen ab. "Viele davon haben Auswirkungen auf die
Gesundheit", so die international renommierte Expertin Ilona
Kickbusch. "Um diese informiert treffen zu können, braucht es
`Gesundheitskompetenz'.... Die Menschen müssen gesundheitsrelevante
Informationen finden, verstehen, beurteilen und anwenden können."
Im Rahmen einer EU-Studie wurde in Österreich und sieben anderen
europäischen Ländern erhoben, wie kompetent sich die Befragten punkto
Gesundheit selbst einschätzen. In Österreich wurde die Studie durch
den Fonds Gesundes Österreich finanziert und von einem Team unter der
Leitung von Prof. Jürgen Pelikan, vom Ludwig-Boltzmann-Institut für
Gesundheitsförderungs-Forschung, wissenschaftlich betreut. Eine
nationale Erweiterung der Studie sowie eine zusätzliche
bundesländerspezifische Analyse wurde durch einen wissenschaftlichen
Grant von Merck Sharp & Dohme (MSD) ermöglicht. Der Hauptverband der
Sozialversicherungsträger finanzierte eine Anschluss-Studie zur
Erhebung und Auswertung von Gesundheitskompetenzdaten bei 15jährigen
Jugendlichen in Österreich.
Erhoben wurde die Selbsteinschätzung der Gesundheitskompetenz für
verschiedenste Aufgaben und Situationen aus drei Themenfeldern, (1)
der Krankheitsbewältigung, (2) der Prävention und (3) der
Gesundheitsförderung. Die zentralen Ergebnisse, so Jürgen Pelikan:
"Gesundheitskompetenz und Gesundheit hängen in Österreich deutlich
zusammen. Im Vergleich zu sieben anderen europäischen Ländern
schneidet Österreich punkto Gesundheitskompetenz allerdings
unterdurchschnittlich ab. Mangelnde Gesundheitskompetenz ist generell
für die Mehrheit der Bevölkerung ein Problem und ist bei Personen aus
sozial schwächeren Gruppen noch häufiger."
Konkrete Detailergebnisse der Umfrage in Österreich
Auf die Frage "Wie einfach ist es Ihrer Meinung nach..." antworten
die in Klammer in Prozent genannten Anteile mit "ziemlich schwierig"
bzw. "sehr schwierig":
- ...Vor- und Nachteile von verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten zu beurteilen? (57%) - ...Angaben auf Lebensmittelpackungen zu verstehen? (51%) - ...aufgrund von Informationen aus den Medien zu entscheiden, wie Sie sich vor Krankheiten schützen können? (48%) - ...Informationen darüber, wie Sie psychisch gesund bleiben können, zu verstehen? (33%) - ...mit Hilfe der Informationen, die Ihnen der Arzt gibt, Entscheidungen bezüglich ihrer Krankheit zu treffen? (32%) - ...Informationen in den Medien darüber, wie Sie ihren Gesundheitszustand verbessern können, zu verstehen? (31%) - ...Entscheidungen zu treffen, die Ihre Gesundheit verbessern? (30%) - ...zu verstehen, was ihr Arzt Ihnen sagt? (22%) - ...zu beurteilen, welche Alltagsgewohnheiten mit Ihrer Gesundheit zusammenhängen? (21%) - ...Informationen über gesundheitsfördernde Verhaltensweisen, wie Bewegung und gesunde Ernährung zu finden? (18%)
Die Gesundheitskompetenz der Jugendlichen unterscheidet sich
überraschend wenig von der der Gesamtbevölkerung. "Es ist daher
besonders wichtig schon frühzeitig anzusetzen und Kinder und
Jugendliche zu befähigen, ihre Alltagsentscheidungen zu gesunden
Entscheidungen zu machen. Denn was in frühen Jahren erlernt wird,
prägt ein Leben lang." so Stefan Spitzbart vom Hauptverband der
Sozialversicherungsträger. Mit Projekten wie "Gesunde Schule" oder
"Richtig Essen von Anfang an" setzt der Hauptverband bereits erste
Schritte, um die Gesundheitskompetenz von Kindern und Eltern
nachhaltig zu stärken.
Gesundheitskompetenz ist eines von 10 Rahmengesundheitszielen
Als Auftrag für die Politik versteht das Bundesministerium für
Gesundheit die Umfrageergebnisse. Mit den 10 Rahmen-Gesundheitszielen
wurden jüngst richtungsweisende Vorschläge für ein gesünderes
Österreich beschlossen. Pamela Rendi-Wagner, die für das öffentliche
Gesundheitswesen verantwortlich ist: "Ein effizientes
Gesundheitswesen sieht immer den Menschen im Mittelpunkt. Wir wollen
Rahmenbedingungen schaffen, die es allen in Österreich lebenden
Menschen erlauben, ihre Gesundheit bestmöglich zu fördern. Ein
wesentlicher Schritt ist getan, denn eines der 10
Rahmengesundheitsziele lautet `Die Gesundheitskompetenz der
Bevölkerung stärken`".
Gesundheitskompetenz und soziale Faktoren hängen eng zusammen
Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen sozialen Parametern
(Bildung, finanzielle Situation, sozialer Status), wer hier
schlechter gestellt ist, schneidet auch bei der Gesundheitskompetenz
schlechter ab. Christa Peinhaupt, die Leiterin des Fonds Gesundes
Österreich "Die Ergebnisse zeigen, dass der Fonds Gesundes Österreich
mit seinem Schwerpunkt 'Schaffung gesundheitlicher
Chancengerechtigkeit' an der richtigen Stelle ansetzt. Zudem arbeiten
wir daran, dass alle Politikbereiche sich ihrer Verantwortung für die
Gesundheit der Bevölkerung bewusst werden und an einem Strang ziehen
um diese zu verbessern. Damit wollen wir Rahmenbedingungen schaffen,
die es den Menschen ermöglichen, bei guter Gesundheit alt zu werden."
Wo kann man ansetzen?
Ansätze sind auf zwei Ebenen notwendig: das Gesundheitssystem
selbst muss verständlicher werden und die Bevölkerung muss befähigt
werden, mit gesundheitsrelevanten Informationen besser umzugehen. Um
die Gesundheitskompetenz zu verbessern sind folgende Maßnahmen
zentral:
- Die Vermittlung einfacher und verständlichen Informationen (Informationsbroschüren, Beiträge in Medien, Beipackzettel, Lebensmittelinformationen, ..) - Die gesundheitsfördernde Gestaltung von Lebenswelten (Betriebe, Kindergärten, Strukturen in Gemeinden ..) - Hürden bei der Nutzung von Gesundheitsdienstleistungen verringern (Verbesserung der Kommunikation bei der Ausbildung von Medizinberufen, Wegweiser für die Nutzung des Gesundheitswesens,...) - Besondere Maßnahmen für benachteiligte Zielgruppen (genaue Zielgruppenauswahl, Wegweiser für Hilfestellungen in sozialen Notlagen, Broschüren in Sprachen der wichtigen Migrantinnen Gruppen ..)
Wie man die Gesundheitskompetenz der österreichischen Bevölkerung
verbessern kann, wird auch im Rahmen der Gespräche in Alpbach 2012
aus verschiedenen Perspektiven des Gesundheitswesens diskutiert
werden.
Bilder finden Sie nach Ende der Veranstaltung im OTS Bildarchiv
unter www.apa-fotoservice.at, etwa drei Stunden nach
Veranstaltungsende stehen O-Töne inklusive Moderationstext unter
www.o-ton.at bereit.
Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im
AOM / Originaltext-Service sowie über den Link "Anhänge zu dieser
Meldung" unter http://www.ots.at
Rückfragehinweis:
Mag. Markus Mikl
Fonds Gesundes Österreich
Ein Geschäftsbereich der Gesundheit Österreich GmbH
Tel.: 01 8950400-16
E-Mail: [email protected]
www.fgoe.org
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