- 13.08.2012, 10:34:00
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AKNÖ: Überziehungszinsen bei Girokonten zu hoch
Präsident Haneder: Objektiv nachvollziehbare Zinsgestaltung notwendig!
Wien (OTS/AKNÖ) - Was bei Sparbüchern und Krediten schon längst
fixer Vertragsgegenstand ist, fordert die AKNÖ nun auch für
Girokonten: Zinsanpassungsklauseln, die objektiv regeln, in welchem
Ausmaß Zinsänderungen nach oben oder unten stattfinden dürfen.
Während österreichische Banken für Kredite derzeit etwa 3,75 bis 5,75
Prozent Zinsen verlangen, müssen BankkundInnen für überzogene Konten
bis zu 13,5 Prozent an Überziehungszinsen berappen. Außerhalb des
Überziehungsrahmens sind diese sogar noch höher. Und das bei gerade
einmal NULL bis maximal 1,0 Prozent Habenzinsen. "Ein Konto zu
überziehen, ist damit unverhältnismäßig teuer", kritisiert
AKNÖ-Präsident Hermann Haneder diesen Zustand und fordert
Zinsanpassungsklauseln auch für Girokonten, um dieses krasse
Missverhältnis in geregelte Bahnen zu bringen. Alternativ wäre auch
eine gesetzliche Obergrenze für Überziehungszinsen denkbar.
Orientierung am EURIBOR notwendig
"Im Grunde ist die Überziehung eines Kontos nichts anderes als eine
spezielle Form des Kredits. Und die Kreditzinsen orientieren sich
meist am EURIBOR", so AKNÖ-Konsumentenschützer Ernst Hafrank. Damit
werden die Konditionen bezeichnet, zu denen sich erstklassige Banken
in Europa gegenseitig Geld ausleihen, um beispielsweise die
Kreditvergabe an ihre KundInnen zu finanzieren. "Der 3-Monats-EURIBOR
liegt derzeit beim historischen Tiefststand von 0,353 Prozent. Mit
aktuell bis zu 13,5 Prozent sind aber die Überziehungszinsen vieler
Banken rund 38 Mal so hoch wie der EURIBOR. Jetzt können Sie sich
vorstellen, wie willkürlich und unverhältnismäßig hoch der Gewinn
vieler Banken bei einem überzogenen Girokonto ist, wobei ja die
Überziehungsmöglichkeit in Höhe von zwei bis drei Monatsgehältern
jedem Kunden gleich automatisch angeboten wird", erklärt der
AKNÖ-Finanzexperte die Hintergründe. Für den Experten wäre etwa ein
Modell vorstellbar, bei dem der Habenzinssatz sich am EURIBOR - mit
einem Sockel-/Mindestzinssatz von beispielsweise 0,25 Prozent -
orientiert und der maximale Überziehungszinsatz für Girokonten in
einem festgelegten Verhältnis dazu steht. "Das würde die
Marktkonditionen viel realistischer widerspiegeln und eine
Kontoüberziehung wäre immer noch teurer als ein Kredit."
Rückfragehinweis:
AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit, Chef vom Dienst
Tel.: (01) 58883-1200
mailto:[email protected]
http://noe.arbeiterkammer.at
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