• 08.08.2012, 17:00:56
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Neues Volksblatt: "Charakterfrage" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 9. August 2012

Linz (OTS) - "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?", soll
der deutsche Kanzler Konrad Adenauer gesagt haben. Umgelegt auf die
österreichische Innenpolitik könnte man den Satz in Bezug auf das
blaue und orange Lager auch umformulieren: "Was kümmert mich mein
politisches Verhalten von gestern?"
So wie Ex-Blaue und nunmehr Orange vom Schlag eines Josef Bucher oder
Stefan Petzner mit Parteifreunden wie Peter Westenthaler oder Gerald
Grosz uns einreden wollen, dass nur sie Träger einer politisch weißen
Weste sein können, so will uns auch FPÖ-Chef Karl-Heinz Strache weis
machen, er hätte mit der Haider-FPÖ bis zum Jahr 2005 nur entfernt zu
tun gehabt. Wiener Landeswahlleiter im Nationalratswahlkampf 1999 -
vergessen; Wiener Landesparteiobmann und Bundes-Vize ab 2004 -
vergessen; und, ganz lustig: Anspruch auf den Sessel des
Innenministers im Jahr 2004. Ein paar Monate später hätte Strache auf
Einladung Haiders angeblich in die Regierung gehen können, aber da
wollte er nicht.
Fakt ist: Alle zusammen (auch die heute Gerichtsnotorischen) sind im
Gefolge Jörg Haiders politisch sozialisiert und groß geworden. Für
dessen politische Irrwege alle Möglichen verantwortlich zu machen,
nur sich selbst zu exkulpieren zeigt, dass Charakter keine
Primärtugend im rechten Lager ist.

Rückfragehinweis:
Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
mailto:[email protected]
http://www.volksblatt.at

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