• 07.08.2012, 12:30:25
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Weidenholzer: "Man braucht keinen Bauernhof, um Leader zu sein"

EU-Fördermittel LEADER verstärkt für Frauen und junge Menschen einsetzen

Linz (OTS) - LEADER* ist ein EU-Förderprogramm, mit dem seit 1991
innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden sollen, das
aber seit einem Bericht des Bundesrechnungshofs vom 3. August in die
Kritik geraten ist. Der EU-Abgeordnete Josef Weidenholzer unterstützt
den Ruf nach Evaluierung der bisher vergebenen EU LEADER-Fördermittel
und der geförderten Projekte in Oberösterreich.
"Für die Weiterentwicklung der Regionen ist eine Evaluierung
notwendig", meint der aus OÖ stammende EU Abgeordnete Josef
Weidenholzer. "Die Kritik des Rechnungshofes ist ernst zu nehmen.
Landesrat Hiegelsberger sollte mit positiven Beispiel vorangehen und
einen umfassenden Bericht vorlegen", so der EU-Parlamentarier. "Die
LEADER Gelder sind nicht als Agrarförderung gedacht", hält der
Abgeordnete fest, "sondern zur Förderung von innovativen Projekten im
ländlichen Raum. Das ist ein großer Unterschied. Man braucht keinen
Bauernhof, um Leader zu sein".
Josef Weidenholzer fordert zudem einen sozial-kulturellen Schwerpunkt
in Richtung Beschäftigungs- und Ausbildungschancen für Jugendliche
sowie mehr Förderung kultureller Angebote und Initiativer junger
Menschen im Rahmen der LEADER Mittelverwendung. Die vom stv.
SP-Klubvorsitzenden Christian Makor geforderte Neuausrichtung in
Richtung "Gleichstellung und Chancengleichheit" hält Josef
Weidenholzer für "sehr sinnvoll". In Oberösterreich verdienen Frauen
um 39% weniger als Männer, damit liegt Oberösterreich im
Bundesländer-Vergleich an letzter Stelle. "Projekte, die hier
ansetzen und zu mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern
beitragen, sollten durch LEADER Mittel vermehrt gefördert werden".
Zudem fordert Weidenholzer, vor allem Projekte junger Menschen zu
fördern. "Brauchtumspflege ist nicht alles. Es sollten auch Projekte
gefördert werden, die für die Offenheit und Vielfalt der Region
stehen", meint Josef Weidenholzer. "Es geht um Initiativen, die dem
Fortschritt dienen". Auch einen netzpolitischen Schwerpunkt könnte er
sich vorstellen. Gemeint sind damit zum Beispiel regional
übergreifende Projekte, die den BewohnerInnen schnellen, stabilen und
freien Zugang zum Internet zur Verfügung stellen.
Um mehr Kontrolle bei der Vergabe der Mittel zu erreichen, ist für
den Abgeordneten auch mehr Kooperation zwischen den Landesräten
notwendig. "Ich sehe nicht ein, warum nur der Agrarlandesrat über die
Mittelvergabe entscheiden soll", so Weidenholzer. Generell würden -
wie aus dem RH-Bericht hervorgeht - in Österreich zu viel der
EU-Gelder für Agrarförderung und zu wenig für soziale Projekte
verwendet. "Wir brauchen mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung von
EU-Fördermitteln", so der Abgeordnete abschließend.

Rückfragehinweis:
SPÖ Oberösterreich, Medienservice
Gerald Höchtler
Tel.: (0732) 772611-22
mailto:[email protected]

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