• 24.07.2012, 12:01:10
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Königsberger-Ludwig: Nationaler Aktionsplan Behinderung - Ziel ist eine inklusive Gesellschaft

Wien (OTS/SK) -
"Als wichtigen Schritt zur Umsetzung der
UN-Behindertenrechtskonvention", bezeichnete Ulrike
Königsberger-Ludwig, SPÖ-Sprecherin für Menschen mit Behinderungen,
den heutigen Beschluss des "Nationalen Aktionsplans Behinderung
2012-2020 - Inklusion als Menschenrecht und Auftrag" (NAP
Behinderung)im Ministerrat. "Der NAP Behinderung umfasst die
Leitlinien der österreichischen Behindertenpolitik bis zum Jahr 2020.
Das große Ziel dabei ist, eine inklusive Gesellschaft, wo Menschen
mit Behinderungen an allen Aktivitäten der Gesellschaft teilhaben
können. Behinderte Menschen wollen kein Mitleid und keine Fürsorge,
sondern Teilhabe und Selbstbestimmtheit. Aufgabe der Gesellschaft und
Politik ist es, das zu ermöglichen", betonte Königsberger-Ludwig am
Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Wesentlich ist für Königsberger-Ludwig, dass bei der Erstellung des
Aktionsplans Behindertenorganisationen und die Zivilgesellschaft
miteinbezogen wurden und die Inhalte mit beeinflussen konnten.
"Erfreulich ist auch, dass hier alle Ministerien zuständig und
beteiligt sind. Denn Behindertenpolitik ist eine Querschnittsmaterie
und nicht ausschließlich Sozialpolitik", sagte die SPÖ-Sprecherin für
Menschen mit Behinderungen. Die Aufgaben zwischen Bund und Länder
sollten künftig möglichst zweckmäßig, kostensparend und
bürgerinnenorientiert organisiert werden. "Das muss im Zuge einer
allgemeinen Strukturreform verändert werden", betonte
Königsberger-Ludwig.

Der Aktionsplan und die Maßnahmen sind in acht Kapitel gegliedert und
gebündelt: Grundlagen der Behindertenpolitik, Diskriminierungsschutz,
Barrierefreiheit, Bildung, Beschäftigung, Selbstbestimmtes Leben,
Gesundheit und Rehabilitation, Bewusstseinsbildung und Information.
Überwacht begleitet und evaluiert wird der NAP durch eine
Begleitgruppe, die im September 2012 eingerichtet wird und in die
auch die Behindertenorganisationen mit einbezogen werden. Die
Begleitgruppe solle insbesondere auch eine Prioritätenliste für die
Maßnahmen des NAP sowie geeignete Indikatoren für die Messung der
Fortschritte erstellen.

Begrüßt wird von der SPÖ-Sprecherin für Menschen mit Behinderungen
auch, dass der Bundesbehindertenbeirat erweitert werden soll und das
Bundessozialamt als Kompetenzzentrum gestärkt und als zentrale
Anlaufstelle für Menschen mit Behinderungen sowie vor allem auch für
Unternehmen, die Menschen mit Behinderungen einstellen, fungieren
soll: "Schon jetzt wird dort hohe Kompetenz und großes Engagement an
den Tag gelegt."

"Chancengleichheit beginnt in der Schule, deshalb ist die inklusive
barrierefreie Bildung für Menschen mit Behinderungen so wichtig,
damit sie auch im Berufsleben gute Chancen haben und damit die
Möglichkeit ein selbstbestimmtes Leben zu führen", so
Königsberger-Ludwig. Zur Erreichung dieses Ziels wurden im NAP
Indikatoren für den Bildungs- und Schulbereich festgelegt, wie etwa
die Entwicklung von inklusiven Modellregionen bis zum Jahr 2020, die
Erhöhung der Anzahl von Integrationsklassen in der AHS-Unterstufe
oder, dass künftig alle Pädagoginnen und Pädagogen auch in inklusiver
Pädagogik ausgebildet werden.

Österreich habe schon in den frühen 90er Jahren einen
Paradigmenwechsel in der Behindertenpolitik vollzogen - weg von der
Fürsorge hin zur Selbstbestimmung. "Mit der Ratifizierung der
UN-Behindertenrechtskonvention durch Österreich im Jahr 2008 und dem
NAP-Grundsatzbeschluss 2010 wurde heute mit dem auf mehrere Jahre
ausgerichteten und strategisch angelegten Aktionsplan ein wichtiger
Meilenstein in Richtung politische Partizipation, Transparenz,
Berechenbarkeit, Überprüfbarkeit und Weiterentwicklung im Interesse
von Menschen mit Behinderungen gesetzt", betonte Königsberger-Ludwig
erfreut.

"Großes Lob für die hervorragende Arbeit", sprach Königsberger-Ludwig
Sozialminister Hundstorfer, den Beamtinnen und Beamten des
Sozialministeriums sowie den zahlreichen Vertreterinnen und
Vertretern von Behindertenorganisationen aus, die sich an dem
partizipativ geführten Prozess beteiligt haben. Die breit angelegte
partizipative Strategie mit Dialogrunden, Konferenzen und
Informations- und Diskussionsveranstaltungen zur Umsetzung der
Maßnahmen ist wichtig, damit in der Gesellschaft immer wieder auf die
Bedürfnisse und Anliegen und vor allem auch auf die Fähigkeiten und
das Leistungspotential von Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu
machen.

"Mit dem NAP ist gutes Werk gelungen, das uns am Weg zu einer
inklusiven Gesellschaft ein gutes Stück weiterbringen soll und einen
guten Leitfaden für die Herausforderungen der nächsten Jahre
darstellt", resümierte die SPÖ-Sprecherin für Menschen mit
Behinderungen. (Schluss) up/sl

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

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