- 20.07.2012, 09:00:32
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EU-Energielabel für Geräte: Handel erzielt EU-Durchschnitt, in einigen Kategorien großer Nachholbedarf
Wien (OTS) - Mit 58 % korrekt gelabelten Haushaltsgeräten zeigt
sich auch in Österreich der bisherige europäische Trend bei der
Umsetzung der verpflichtenden Energieverbrauchskennzeichnung.
Die Österreichische Energieagentur führte im Rahmen des EU
Projekts "Come on Labels" zur Einführung der Energiekennzeichnung im
ersten Quartal 2012 stichprobenartige Kontrollen in 20 Geschäften
durch und sieht noch großen Nachholbedarf bei der Etikettierung.
Der Energieverbrauch eines Haushaltsgerätes ist langfristig ein
wesentlicher Kostenfaktor, der schon bei der Anschaffung
berücksichtigt werden sollte. Als Unterstützung bei der
Kaufentscheidung soll hier das Energielabel der EU dienen, das über
die Energieeffizienz eines Gerätes informiert. Hersteller und Handel
sind verpflichtet, das EU-Energielabel mitzuliefern bzw. im
Verkaufsraum gut sichtbar an jedem Gerät anzubringen.
Das EU-Energielabel wurde ab Mitte der 1990er Jahre zur
Energieverbrauchskennzeichnung verschiedener Haushaltsgerätegruppen
und Lampen eingeführt. Die Wertungsklassen von A bis G geben Auskunft
über Energiebedarf und andere Gebrauchseigenschaften eines Produkts.
Um wieder dem Stand der Technik zu entsprechen, wurde das Label für
Kühl-/Gefriergeräte, Waschmaschinen und Geschirrspüler umfassend
überarbeitet. Neue, zusätzliche Effizienzklassen A+, A++ und A+++
wurden geschaffen und erstmals auch ein Label für Fernsehgeräte
eingeführt.
Wie wichtig es ist, beim Kauf eines neuen Gerätes auf den
Energieverbrauch zu achten, lässt sich gut anhand von Kühl- und
Gefriergeräten darstellen: Ein Kühl- und Gefriergerät der Klasse A+++
ist um 60 % sparsamer als ein Gerät der einfachen Klasse A. Ein
A++Gerät benötigt im Vergleich immer noch 40 % weniger Strom. Mit
einem Gerät der höchsten Effizienzklasse können in 10 Jahren sogar
mehr als 400 Euro an Stromkosten eingespart werden. Ab Juli 2012
heißt es jetzt außerdem "Aus" für die A-Klasse bei Kühl- und
Gefriergeräten. Sämtliche in Europa produzierten bzw. importierten
Geräte müssen zumindest die Klasse A+ erfüllen. Noch ineffizientere
Kühlgeräte der Klassen B, C oder D sind bereits völlig aus dem Handel
verschwunden.
Seit 30. November 2011 müssen alle TV-Geräte sowie Kühl- und
Gefriergeräte und seit 20. Dezember 2011 alle Waschmaschinen und
Geschirrspüler im Handel mit dem neuen Label gekennzeichnet werden.
Für Wäschetrockner, Lampen, Klimageräte und Backöfen gilt derzeit
weiterhin das bestehende Label.
Die richtige Kennzeichnung der Geräte wurde nun im Zuge des
EU-Projektes "Come On Labels" von der Österreichischen Energieagentur
stichprobenartig überprüft. In 20 Geschäften wurden sogenannte "Shop
Visits" durchgeführt und dabei über 3.000 Produkte kontrolliert. Die
Gerätekennzeichnung wurde vor Ort in Elektrogroßmärkten,
Elektrofachgeschäften und Möbelhäusern begutachtet, aber auch
Internethändler (Online-Shops) wurden berücksichtigt.
Das EU-Effizienzlabel muss je nach Geräteart deutlich sichtbar außen
auf der Vorder- oder Oberseite des Gerätes platziert werden. Bei den
"Shop Visits" waren 58 % der Haushaltsgeräte korrekt gekennzeichnet,
27 % fehlerhaft und 14 % der Geräte hatten gar kein Label. Bei
fehlerhaft gekennzeichneten Produkten war das Label meist verdeckt
oder im Inneren des Gerätes angebracht.
Die beste Kennzeichnungsrate erreichten Kühl- und Gefriergeräte
mit 66 % richtig gelabelten Produkten. 22% der Kühl- und
Gefriergeräte waren fehlerhaft gekennzeichnet und nur 12 % der Geräte
waren ohne EU-Label. Waschmaschinen und Geschirrspüler waren zu fast
60 % richtig gekennzeichnet und Wäschetrockner zu 50 %.
Bei Fernsehgeräten ist die Situation anders. Aufgrund der erstmaligen
Kennzeichnungspflicht seit 30. November 2011 und der Ausnahme für
Geräte, die bereits zuvor in den Handel gekommen sind, waren zum
Zeitpunkt der Shop-Besichtigung erst rund 20 % der Produkte mit dem
neuen EU-Label gekennzeichnet. "Wir gehen jedoch davon aus, dass die
Zahl der gekennzeichneten TV-Geräte deutlich steigt und werden dies
im Zuge der nächsten Shop Visits überprüfen" so Julia Gsellmann,
wissenschaftliche Mitarbeiterin der Österreichischen Energieagentur.
Bei den elektrischen Backöfen waren nur rund 30 % der Produkte
korrekt gekennzeichnet. Hier gab es die meisten fehlerhaft
gekennzeichneten Produkte mit 48 %. Bei den Backöfen gibt es derzeit
noch die alte Label-Version, die aus einem farbigen Grundetikett und
einem separaten Datenstreifen des Herstellers besteht, und diese
zweigeteilte Kennzeichnung war besonders oft unvollständig.
Generell kann angemerkt werden, dass die richtige Kennzeichnung in
Elektrofachgeschäften mit (74 %) und Elektrogroßmärkten (69 %)
überwiegend gut ist. Mangelhaft war die Kennzeichnung bei
Internet-Shops mit nur 47 % richtig angebrachter Labels. "Der größte
Nachholbedarf besteht allerdings bei der Kennzeichnung von
Einbauküchengeräten im Möbelhandel. Hier war der Anteil mit 25 %
korrekt gelabelter Geräte nur sehr gering", so Roland Hierzinger,
Projektleiter von "Come On Labels". In diesen Geschäften gibt es
viele Einbaugeräte, die in der Praxis kaum gekennzeichnet werden. Die
Kennzeichnungspflicht gilt jedoch auch für diese.
Um den KonsumentInnen die Auswahl eines energieeffizienten
Produktes tatsächlich zu erleichtern, muss die Kennzeichnung mit dem
EU-Label noch verbessert werden. Dazu wurde im Projekt "Come On
Labels" eine Anleitung für die richtige Kennzeichnung der Geräte
erarbeitet, die Händlern auf Anfrage kostenlos zur Verfügung gestellt
wird. Um die korrekte Anwendung der Labels zu überprüfen, werden im
Rahmen von "Come On Labels" noch weitere "Shop Visits" durchgeführt.
Marktüberwachung in Österreich:
In Österreich wird die ordnungsgemäße Kennzeichnung laufend durch
MitarbeiterInnen des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und
Jugend kontrolliert. Dabei wird auf eine flächendeckende
Marktüberwachung des Bundesgebietes und auf die Berücksichtigung
aller Betriebsgrößen vom Großmarkt bis zum Elektrofachgeschäft
besonderes Augenmerk gelegt. Zusätzlich erhält die
"Desktop-Marketsurveillance" von Online-Angeboten im Internet eine
schnell wachsende Bedeutung. Bei Verstößen gegen die
Energieverbrauchskennzeichnung wird im Normalfall ein Auftrag per
Bescheid zur Herstellung des gesetzmäßigen Zustandes erteilt. Bei
Nichtbefolgung ist ein Strafrahmen von 7.260 Euro vorgesehen.
Projekt:
Das EU-Projekt "Come On Labels" unterstützt und begleitet die
Einführung der neuen Energie-kennzeichnung. Das Projekt wird vom
Energieeffizienz-Zentrum (SEVEn), Tschechische Republik, koordiniert
und hat Partner in 13 europäischen Ländern. Hauptziel dieses Projekts
ist die Förderung der ordnungsgemäßen Kennzeichnung von Geräten in
Geschäften und dazu die Durchführung entsprechender
Marketingaktivitäten. Das Projekt soll die besten Erfahrungen
hinsichtlich der Energiekennzeichnung von Energie verbrauchenden
Geräten in Europa zusammenfassen und die ordnungsgemäße Umsetzung der
neuen Kennzeichnungsregelung unterstützen. Ferner soll die
Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit des EU-Energielabels verbessert und
der Markt für effiziente Produkte gefördert werden.
Weitere Informationen zum Projekt "Come On Labels" finden Sie
unter www.come-on-labels.eu
Kontakt in Österreich
Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Dr. Roland Hierzinger / DI (FH) Julia Gsellmann
Mariahilfer Straße 136, 1150 Wien
Tel. +43 (0)1 586 15 24
www.energyagency.at
Über die Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency:
Die Österreichische Energieagentur ist das nationale
Kompetenzzentrum für Energie in Österreich. Sie berät auf Basis ihrer
vorwiegend wissenschaftlichen Tätigkeit Entscheidungsträger aus
Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte liegen in der
Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im
Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umwelt-schutz
sowie Versorgungssicherheit. Dazu realisiert die Österreichische
Energieagentur nationale und internationale Projekte und Programme,
führt gezielte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit durch und
entwickelt Strategien für die nachhaltige und sichere
Energieversorgung. Die Österreichische Energieagentur setzt
klima:aktiv - die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums -
operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den
Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und
Erneuerbare Energie. Weitere Informationen für Mitglieder und
Interessenten unter: www.energyagency.at.
Rückfragehinweis:
Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Mag. Heinrich Sigmund, MSc
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-101
E-Mail: pr@energyagency.at
Web: www.energyagency.at
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