- 19.07.2012, 11:51:01
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Auer: Unwetterschäden fressen positive Trendumkehr bei Bauern-Einkommen auf
Bäuerliche Einkünfte bleiben unterdurchschnittlich und wachsen auf niedrigem Niveau
Wien (OTS) - "Österreichische Bauern und Bäuerinnen waren 2011
spitze. Dank gutem Wetter, überdurchschnittlicher Ernten und stabiler
Märkte hat die Landwirtschaft bei den Einkommen im vergangenen Jahr
eine zweijährige Durststrecke durchtaucht", erklärte
Bauernbund-Präsident Jakob Auer zum heute präsentierten "Grünen
Bericht 2012". Demnach liegt das Durchschnittseinkommen je
landwirtschaftlicher Arbeitskraft bei EUR 23.485,-. Trotz der
gelungenen Trendumkehr sind und bleiben die bäuerlichen Einkommen
unterdurchschnittlich. "Unsere Bauern gehören bei all ihrem
unternehmerischen Risiko und täglichen Einsatz immer noch zu den
schwächsten Verdienern. Im Vergleich dazu liegt der
Einkommensdurchschnitt der unselbstständigen Erwerbstätigen bei EUR
24.500,-. Das Bauerneinkommen wächst auf sehr niedrigem Niveau",
verwies der Bauernbund-Präsident auf nachweisliche
Einkommensunterschiede zwischen Bauern und Arbeitern beziehungsweise
Angestellten.
Wie gewonnen, so zerronnen
Wegen erhöhter Volatilität der Märkte, aber auch durch gehäuft
auftauchende Wetterkapriolen leidet die Landwirtschaft unter extremen
Einkommenssprüngen. "Das letztjährige Einkommensplus relativiert sich
angesichts heuriger Unwetterschäden in Höhe von über EUR 100 Mio. und
teils massiver Ernteausfälle vor allem bei Getreide, aber auch bei
den Obstkulturen", sieht der Bauernbund-Präsident keinen Grund für
eine Jubelstimmung. "Die Werkstatt des Bauern ist immer noch die
freie Natur und nicht die geschützte Fabrikshalle, die Natur ist nie
berechenbar." So litt die Landwirtschaft im Jahr 2009 unter massiven
Einbußen von minus 28%, die auch 2010 nicht annähernd wettgemacht
werden konnten. Während die landwirtschaftlichen Einkommen
Schwankungen von plus/minus 30% unterworfen seien, steigen die
unselbstständigen Einkommen linear an.
"Ohne eine langjährige Durchrechnung gibt eine Einkommensstatistik
keinen Sinn, weil Einzeljahre immer nur Momentaufnahmen zeigen.
Nachdem es in der Landwirtschaft derart extreme Schwankungen gibt,
kann Planungssicherheit für Investitionen nur durch öffentliche
Agrargelder sichergestellt werden. Der einzelne Landwirt könnte
solche Zyklen nicht aus eigener finanzieller Kraft abfedern", tritt
für Auer die Notwendigkeit von Ausgleichszahlungen sehr deutlich zu
Tage. "Nur wenn diese Zahlungen in der kommenden Periode der
Gemeinsamen Agrarpolitik außer Streit stehen, haben unsere
bäuerlichen Familienbetriebe eine Zukunftsgarantie", hielt Auer fest.
Wichtig: "Der Wirtschaftsstandort Österreich profitiert jedenfalls
auch von einem kurzzeitigen Einkommensplus in der Landwirtschaft:
530.000 Arbeitsplätze und Investitionen, die der Gesamtwirtschaft
zugute kommen, sprechen eine deutliche Sprache."
Auch Produktionskosten verteuern sich
Sprunghaft angestiegen sind im Vorjahr auch die Rohstoffkosten. So
zogen allein die Futtermittelpreise um 23% an, die Preise für
Handelsdünger erhöhten sich sogar um 32%. "Der Dreijahres-Zeitraum
2009 bis 2011 wirft unterm Strich also nicht annähernd das Ergebnis
der Jahre 2006 bis 2008 aus", verwies Auer auf die durchschnittlich
um 8% gestiegenen Kosten. Mit ein Grund dafür, dass die Einkommen
real 8,2% unter dem Triennium (2006-08) liegen. "Jeder, der Auto
fährt oder auf seine Heizkostenrechnung schaut, spürt im eigenen
Geldbörsel, wohin die Treibstoffpreise und Lebenserhaltungskosten
galoppiert sind, während die Lebensmittelausgaben je Haushalt mit 12%
auf einem Tiefststand liegen", meinte Auer abschließend zur
letztjährigen Einkommensstatistik, die nicht als einseitige
Momentaufnahme interpretiert werden dürfe.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Bauernbund Österreich
Mag. Andrea Salzburger
Tel.: +43 1 505 81 73 - 28, Mobil: +43 699 1810 1805
mailto:[email protected]
www.bauernbund.at
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