• 18.07.2012, 11:05:09
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Klatschpresseverbund Teil 3: "Österreich" und GS Rauch neue Mitglieder

Man kann schon sehr nachdenklich werden, wenn man beobachtet, wie mehrere österreichische Tageszeitungen scheinbar "Stille Post" spielen.

Wien (OTS) - Wie bei dem berühmten Spielchen zum Thema Probleme
der Kommunikation flüstert eine Person der nächsten einen Satz ins
Ohr - in unserem Beispiel war das Gemeinderat Dr. Wolfgang Ulm, der
wieder einmal seine "Satzerl" zu den Frühpensionierungen der Wiener
Gemeindebeamten den Tageszeitungen zuflüsterte.

Zuerst berichteten "Kronen Zeitung" und "Heute" über die
"sensationelle" Nachricht, dass heuer möglicherweise ein Rekord an
Frühpensionierungen bei den Wiener Gemeindebeamten erreicht werden
könnte. Die Nachricht ist nicht wirklich sensationell, weil
einerseits Schwankungen bei solchen statistischen Daten üblich sind
und andererseits die aktuelle Halbjahreszahl keineswegs ein
Rekordergebnis darstellt.

Am darauffolgenden Tag wurde die Geschichte durch "Die Presse"
weiter erzählt - selbstverständlich angereichert mit ein paar neuen
Aspekten wie z. B. dem "hinkenden" Vergleich mit den Bundesbeamten
und einer " Experteneinschätzung" vom Generalsekretärs des
ÖVP-Seniorenbundes, Heinz Becker, der meinte, dass die fehlenden
Wiener Pensionsreformen ein "Pensionsraub" an jenen sind, die das
System finanzieren müssen.

Heute wurde die nächste Runde des "Spielchens" durch "Österreich"
gespielt. Und wie bei der "Stillen Post" werden die Aussagen immer
kurioser. Der nicht genannte Redakteur vergleicht in diesem Beitrag
das durchschnittliche Pensionsantrittsalter der aus gesundheitlichen
Gründen in Frühpension übergetretenen Wiener Gemeindebeamten mit der
Durchschnittszahl aller pensionierten Bundesbeamten.

Das ist an "Klatsch"-Niveau fast nicht mehr zu übertreffen -
dachte ich jedenfalls. Bis ich "Die Presse" in die Hand nahm und die
Aussagen des Generalsekretärs der ÖVP las. Hannes Rauch meinte dort,
dass diese Wiener Frühpensionierungen ein "Affront gegenüber allen
anderen Arbeitnehmern, die Tag für Tag fleißig arbeiten", sind.

Wenngleich einzelne Missbrauchsfälle bei diesen
Frühpensionierungen nicht auszuschließen sind, wie übrigens auch bei
den Invaliditätspensionen der Privatbeschäftigten, so ist dennoch
festzuhalten, dass die weit überwiegende Mehrheit dieser Kolleginnen
und Kollegen jahrzehntelang sehr gute Arbeit in oftmals schwierigen
Berufen geleistet haben und jetzt aus gesundheitlichen Gründen nicht
mehr arbeiten können. Andere leiden an schwersten Krankheiten und
mussten in jüngeren Jahren ihre Erwerbstätigkeit einstellen - was für
diese Menschen mitunter wirklich tragisch verläuft.

Werter Herr Generalsekretär, Sie sollten sich schämen. Polemik mag
im Spiel zwischen den Parteien einen gewissen Unterhaltungswert
haben, aber bei einem derart sensiblen Thema erwarte ich mir ein
anderes Niveau.

Da ich mittlerweile die Hoffnung aufgegeben habe, dass die Serie
an Klatsch und Bullshit über die angeblichen Privilegien der Wiener
Gemeindebediensteten abreißt, warte ich auf die nächsten Meldungen im
Zuge des "Stille-Post-Spielchens" und arbeite an meiner
Gelassenheitskompetenz.

Rückfragehinweis:

Kurt Obermülner, MAS (Mediation)
   Vorsitzender
   Fraktion Christlicher Gewerkschafter
   in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, Kunst, Medien, Sport, freie Berufe - Wien
   1090 Wien, Maria Theresien Strasse 11
   Homepage: www.fcg-gdg-kmsfb.at
   Tel.: (01) 31316-83682
   Handy: 06767068511

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