- 16.07.2012, 10:09:03
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Kriminalitätsentwicklung in Österreich: Einbruch und Diebstahl gehen zurück, IT-Kriminalität als die größte Herausforderung - ANHANG
Wien (OTS) - Die aktuelle Kriminalstatistik des 1. Halbjahres 2012
zeigt, dass der zu Jahresbeginn aufgezeigte Trend weiter anhält: die
Zahlen beim Einbruchs- und Kfz-Diebstahl gehen zurück! Die
Kriminalität im Netz nimmt weiter zu und schlägt sich deutlich in den
Gesamtzahlen nieder. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2011 ist
daher die Gesamtkriminalität von 257.486 Anzeigen um 2,9 Prozent auf
264.931 im ersten Halbjahr 2012 leicht angestiegen.
Trotz des geringen Anstiegs bleibt die Kriminalität im ersten
Halbjahr 2012 etwa konstant auf dem niedrigen Niveau seit 2010 im
Vergleich zu den Kriminalitätsbelastungszahlen bis 2009. Ab diesem
Zeitpunkt wurden besondere strategische Maßnahmen zur
Kriminalitätsbekämpfung wie die SOKO Ost gesetzt und so die
Belastungszahlen um rund 10 Prozent gesenkt.
Konstant hoch bleibt die Anzahl der geklärten Fälle in Österreich: so
konnten im ersten Halbjahr des Jahres 2012 111.027 Fälle geklärt
werden. Im Vergleichszeitraum 2011 waren es um 0,1 Prozent mehr,
nämlich exakt 110.954 geklärte Anzeigen.
Die Aufklärungsquote liegt damit im 1. Halbjahr 2012 bei 41,9 Prozent
und somit 1,1 Prozentpunkte unter dem Rekordwert im Halbjahr 2011
(43,1 Prozent), jedoch 2,3 Prozentpunkte über dem Vergleichshalbjahr
2010 (39,6 Prozent). Eine besondere Herausforderung im Bereich der
Aufklärungsarbeit stellen die vielen Betrugsversuche via Internet
dar. Hier agieren die Täter auf der ganzen Welt verschlüsselt und
anonym.
Konstanter Tiefstand beim Kfz-Diebstahl, Rückgang bei Einbrüchen
Mit 2.020 Anzeigen im Bereich des Diebstahls von Kraftfahrzeugen
bleibt dieses Delikt seit drei Jahren konstant tief. Waren es im
ersten Quartal 2003 noch 2.770 und im Vergleichszeitraum 2009 noch
4.471 angezeigte Delikte, so wurden in den ersten sechs Monaten 2012
in gesamt Österreich um 361 Kraftfahrzeuge weniger gestohlen als 2011
(2.381 Anzeigen). Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Einbrüchen in
Wohnungen und Einfamilienhäusern. Seit dem Jahr 2009 sind die Zahlen
auf konstant niedrigem Terrain: waren es im ersten Halbjahr 2010
8.051 und 2011 8.309 Anzeigen, so sind im ersten Halbjahr 2012
insgesamt 8.260 Anzeigen bei der Polizei eingegangen, was einem
Rückgang um 0,6 Prozentpunkte bedeutet.
IT-Kriminalität steigt um mehr als 100 Prozent
Im ersten Halbjahr 2012 wurden in Österreich im Bereich der gesamten
IT-Kriminalität 4.293 Delikte zur Anzeige gebracht, was einer
Verdoppelung der Zahlen bedeutet. (1. Halbjahr 2011: 2.143 Anzeigen).
Einen Anstieg gibt es erneut in beinahe allen Delikten: so ist
Phishing um 328 Prozent von 45 auf 193 und Hacking um über 143
Prozent von 101 auf 246 Anzeigen im ersten Halbjahr 2012 angestiegen.
Weiterhin zunehmend sind auch die Betrugsdelikte im Internet und
mittels neuer Technologien: so ist der Betrug durch Missbrauch des
Internets von 797 auf 1.606 Anzeigen, der Betrug bei
Internetauktionen von 688 auf 907 Anzeigen, der Betrug durch/mit
Kreditkarten von 380 auf 467 Anzeigen und der Betrug durch
Mobiltelefone von 379 auf 702 Anzeigen gestiegen. Seitens des
Innenministeriums werden hier auf allen Ebenen zahlreiche
Schwerpunkte gesetzt, um dieser Form der Kriminalität durch
Sensibilisierung, Prävention und Repression entgegenzutreten.
Beginnend beim Aufbau internationaler Netzwerke über die Einrichtung
des Cybercrime-Kompetenzzentrums ("C4") bis hin zu den Spezialisten
in den Landeskriminalämtern und auf Bezirksebene werden in den
kommenden Monaten weitere Trainings und technische
Ausstattungsoffensiven gesetzt.
Gewaltkriminalität - leicht steigende Zahl an Anzeigen, hohe
Aufklärungsquote
Die Anzahl der Gewaltdelikte - sowohl bei vorsätzlicher Tötung und
Körperverletzung als auch bei Sittlichkeitsdelikten - steigt weiter
leicht an (1. Halbjahr 2011: 20.346, 1. Halbjahr 2012: 21.821
Anzeigen). Die hohe Aufklärungsquote liegt über 81 Prozent. Bei rund
58 Prozent gab es eine Beziehung zwischen Täter und Opfer. Die Opfer
als auch die Täter stammen zu über 73 Prozent aus Österreich.
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Bundeskriminalamt Mag. Silvia Strasser Pressesprecherin Tel.: 43(0)664 26 40 713 mailto:[email protected] www.bundeskriminalamt.at
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