• 09.07.2012, 13:33:02
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Wirtschaftsbericht 2012 (1) - Hundstorfer: "In die Menschen investieren statt alimentieren"

Ausbildungsverpflichtung für Jugendliche ab 2015 denkbar - Altersgerechte und gesundheitsfördernde Arbeitswelt - Hohe Beschäftigung bringt Mehreinnahmen

Wien (OTS/SK) - Der heute, Montag, in der Wiener Hofburg
präsentierte Wirtschaftsbericht 2012 stellt Österreich in Sachen
Wachstum und Beschäftigung ein gutes Zeugnis aus. "Wir haben den
höchsten Beschäftigungsstand seit es die Zweite Republik gibt. Ziel
unserer Politik ist und bleibt, in die Menschen zu investieren
anstatt zu alimentieren", sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer im
Zuge der gemeinsamen Präsentation mit Infrastrukturministerin Doris
Bures, Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Finanzministerin
Maria Fekter. Bereits den 17. Monat in Folge weist Österreich die
geringste Arbeitslosigkeit und die zweitgeringste
Jugendarbeitslosigkeit in der EU auf. ****

Damit sind insbesondere für Jugendliche die Rahmenbedingungen in
Österreich besonders gut. "Wir müssen die duale Ausbildung weiterhin
forcieren. Für Jugendliche, die nicht genau wissen, was sie machen
wollen, bieten wir ein Jugendcoaching direkt am Schulstandort an. Ein
Lehrlingscoaching gibt es auch. Außerdem überlegen wir eine
Ausbildungsverpflichtung für junge Menschen einzuführen, womit auch
ein Recht auf Ausbildung einhergehen würde. Dafür brauchen wir aber
noch Vorbereitungszeit", so Sozialminister Hundstorfer, der sich eine
Ausbildungsverpflichtung für Jugendliche ab 2015 vorstellen kann.

Als zentrale Herausforderung der Zukunft sieht Hundstorfer vor allem
die Integration bzw. Re-Integration älterer Menschen - Stichwort
Generation 50plus - in die Arbeitswelt. 40 Prozent aller
Pensionsantritte würden derzeit aus der Arbeitslosigkeit oder aus
einer Krankheitssituation heraus passieren. "Hier braucht es einen
Mentalitätswandel, bei dem alle Beteiligten gefordert sind: sowohl
Arbeitnehmer als auch die Unternehmen. Wir dürfen die Altersstruktur
nicht als Belastung, wir müssen sie als Chance sehen", betonte der
Sozialminister, der den gegenwärtigen demografischen Prozessen mit
neuen Arbeitszeitmodellen sowie einer gesundheitsfördernden und
altergerechten Gestaltung der Arbeitswelt begegnen möchte. Ziel sei
u.a. eine Reduktion der I-Pensionsantritte sowie eine Anhebung des
faktischen Pensionsantrittsalters. Auch die "aktive und positive
Gestaltung von Migration" sei unabdingbar, um geburtenschwache
Jahrgänge wirtschaftlich und gesellschaftlich auszugleichen.

Der hohe Beschäftigungsgrad produziert etwa Mehreinnahmen in der Höhe
von 839 Millionen Euro für die Pensionsversicherung und über 250
Millionen Euro für die Arbeitslosenversicherung, berichtete
Hundstorfer weiters. Dieser erfreuliche Umstand sei "den guten
Rahmenbedingungen, dem funktionierenden Sozialstaat und der
funktionierenden Wirtschaft in Österreich" geschuldet. "Klar ist
natürlich nach wie vor, dass jeder Arbeitslose einer zu viel ist",
sagte Hundstorfer. (Forts.) mo/ah

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