- 09.07.2012, 12:40:26
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Mitterlehner: "Österreich ist trotz eines schwierigen Umfeldes auf Wachstumskurs"
Wirtschaftsbericht Österreich 2012: Mitterlehner will Exporte in neue Märkte unterstützen und Innovationsführerschaft bei Produkten und Dienstleistungen forcieren
Wien (OTS/BMWFJ) - Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner
präsentierte am Montag in der Wiener Hofburg gemeinsam mit
Finanzministerin Maria Fekter, Infrastrukturministerin Doris Bures
und Sozialminister Rudolf Hundstorfer den Wirtschaftsbericht
Österreich 2012. "Unsere Wirtschaft ist trotz eines schwierigen
internationalen Umfeldes auf Wachstumskurs und hat sich gut
behauptet. Österreich hat gezeigt, dass man die notwendige
Budgetkonsolidierung sehr wohl mit einem Wachstumskurs verbinden
kann, ohne neue Schulden einzugehen", sagte Mitterlehner. "Wir
wachsen laut Wifo heuer das 11. Jahr in Folge schneller als die
Eurozone und liegen auch bei der Beschäftigung im Spitzenfeld. Vor
dem Hintergrund der Schuldenkrise bleibt die Zukunft aber angespannt
und dürfen die guten Daten kein Anlass für tatenlose
Selbstzufriedenheit sein. Daher müssen wir die
Innovationsführerschaft unserer Wirtschaft in allen Bereichen
forcieren und gleichzeitig auf neue Märkte setzen, um weiterhin
erfolgreich zu sein", so Mitterlehner.
Diversifikationsstrategie bei Exporten gut unterwegs
Im Export, aus dem 60 Prozent der österreichischen
Wirtschaftsleistung resultieren, sind die Lieferungen in Länder
außerhalb der Europäischen Union in den ersten vier Monaten 2012
stark gestiegen, in die EU stagnieren sie. "Wir wollen daher die
Abhängigkeit von Europa schrittweise weiter reduzieren und uns mehr
auf die Wachstumsmärkte in Übersee konzentrieren. Wir müssen mit
neuen Produkten und Dienstleistungen dorthin gehen, wo weltweit das
größte Wachstum ist", betonte Mitterlehner unter Verweis auf die
Schwerpunkte der Internationalisierungsoffensive.
Daher stellt das Wirtschaftsministerium der Außenwirtschaft Austria
35 Millionen Euro für die Offensive "go international" zur Verfügung.
"Die damit forcierte Diversifikations-Strategie ist auf einem guten
Weg", so Mitterlehner. Allein seit 2008 ist der Exportanteil der
Übersee-Märkte um zwei Prozentpunkte auf 18,5 Prozent im Vorjahr
gestiegen. In den ersten vier Monaten waren es sogar schon 19,4
Prozent, wobei Asien bereits 9,1 Prozent der Gesamtexporte einnimmt.
Auch bei den Produkten und Dienstleistungen laufe die
Diversifikations-Strategie gut. "Wir setzen erfolgreich auf
Öko-Innovationen und forcieren den Export von wissensintensiven
Dienstleistungen, um Österreich verstärkt als Know-how Zentrum zu
etablieren", sagte Mitterlehner.
Innovationsführerschaft stärken, Fachkräftebedarf sichern
"Zwei Drittel unseres Wachstums gehen auf Forschung, Innovation und
neue Technologien zurück. Um international wettbewerbsfähig zu
bleiben, müssen wir daher die Innovationsführerschaft stärken", so
Mitterlehner weiter. Um die privaten Innovationsausgaben zu
forcieren, setzt Mitterlehner neben dem Förder-Portfolio der FFG und
der Förderbank Austria Wirtschaftsservice (aws) auf die
Forschungsprämie sowie den 2012 erweiterten Steuerbonus für
Auftragsforschung, was gerade den für Österreichs Wirtschaft so
wichtigen Klein- und Mittelbetrieben nützt. "Aufgrund der höheren
EU-Eigenkapitalvorschriften für Banken und der Basel-III-Regularien
wollen wir zudem die Versorgung von innovativen Unternehmen mit
Risikokapital ausbauen", betonte Mitterlehner.
Als wesentlichen Schwerpunkt nannte Mitterlehner zudem die duale
Berufsausbildung. "Überall dort, wo es wie in Österreich ein
praxisnahes Ausbildungssystem gibt, ist die Jugendarbeitslosigkeit
relativ niedrig. Wir wollen daher die Lehre noch attraktiver machen,
die Treffsicherheit bei der Lehrberufswahl erhöhen und die
Drop-Out-Zahlen verringern", so Mitterlehner. Eine wichtige Maßnahme
dafür ist das im Herbst startende neue Coaching-Programm für
Lehrlinge und Ausbildungsbetriebe. Bezüglich des Fachkräftebedarfs
verwies Mitterlehner auch auf die steigende Bedeutung einer
familienfreundlichen Ausrichtung. "Angesichts des demographischen
Wandels, müssen wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter
verbessern. Daher bauen wir einerseits die Kinderbetreuungsplätze aus
und wollen andererseits die Unternehmen stärker involvieren, zum
Beispiel mit dem neuen Berufundfamilie-Index zur Messung der
Familienfreundlichkeit im Internet", so Mitterlehner.
Energie effizienter einsetzen, Versorgungssicherheit stärken
Für Mitterlehner ist darüber hinaus insbesondere der Energiebereich
ein Schlüsselfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit. "Daher wollen wir
bis 2020 das Wirtschaftswachstum vom Energieverbrauch entkoppeln.
Neben dem gut laufenden Ausbau der Erneuerbaren Energien müssen wir
künftig vor allem Energie effizienter einsetzen und thermische
Sanierungen im öffentliche nund privaten Bereich forcieren", nannte
Mitterlehner die wesentlichen Herausforderungen. "Wichtig ist auch,
dass die Energie-Infrastruktur verbessert wird, um die
Versorgungssicherheit Österreichs langfristig zu gewährleisten."
Über den Wirtschaftsbericht Österreich 2012
Der Wirtschaftsbericht Österreich 2012 wurde unter Federführung des
Wirtschaftsministeriums verfasst. Wesentliche Beiträge und
Informationen kommen von Wirtschafts- und Finanzministerium und den
weiteren Ressorts der Bundesregierung sowie von der Europäischen
Kommission, OECD, WIFO, IHS und der Bundeswettbewerbsbehörde. Darüber
hinaus werden in einem gesonderten Kapitel Analysen von renommierten
heimischen Ökonomen aus der Wissenschaft sowie der wichtigsten Banken
dargestellt. Weitere Gastbeiträge kommen unter anderem auch von
EU-Kommissar Olli Rehn und OECD-Generalsekretär Angel Gurria.
Der Wirtschaftsbericht Österreich 2012 steht auf der Homepage des
Wirtschaftsministeriums (www.bmwfj.gv.at) zum Download zur Verfügung.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend Pressesprecher des Bundesministers: Mag. Waltraud Kaserer Tel.: +43 (01) 71100-5108 / Mobil: +43 664 813 18 34 mailto:[email protected] www.bmwfj.gv.at Mag. Volker Hollenstein Tel.: +43 (01) 71100-5193 / Mobil: +43 664 501 31 58 [email protected]
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