• 09.07.2012, 12:14:39
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Integrationsbericht 2012 - Fassmann: Ein gutes Jahr für die Integrationspolitik

"Umsetzungserfolge in zentralen Bereichen"; neue Schwerpunkte bei Bildung, speziell Schulabbruch, als auch Werte und Grundsätze der österreichischen Republik

Wien (OTS) - Es war "ein gutes Jahr für die Migrations- und
Integrationspolitik in Österreich. Das 20-Punkte-Programm des
Expertenrats, das im Juli 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde,
wurde Schritt für Schritt angegangen, wobei in zentralen Bereichen
erste Umsetzungserfolge erzielt werden konnten", sagte der
Vorsitzende des Expertenrats, Univ.-Prof. Dr. Heinz Fassmann, bei der
Präsentation des Integrationsberichts 2012. Der ebenfalls 2011
ernannte Staatssekretär für Integration, Sebastian Kurz, hat darauf
aufbauend eine Vielzahl an Aktivitäten entfaltet und wurde in
weiterer Folge in der Öffentlichkeit zunehmend als der für
Integration zuständige Politiker wahrgenommen. "Nach Jahren
weitgehender politischer Abstinenz auf der Bundesebene konnten die
Belange der Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und deren
gedeihliches Zusammenleben zunehmend in den Mittelpunkt gerückt
werden", betonte Fassmann. "Das Integrationsklima hat sich
aufgehellt, die Integrationspolitik hat mit der Schaffung eines
Staatssekretariats eine politische Heimat gefunden und die
Unzufriedenheit - ,Wie beurteilen Sie die Integration von
Zugewanderten in Österreich im Allgemeinen' - ist zurückgegangen.
Einiges ist erreicht, aber noch viel ist zu tun", erklärte Fassmann.

"Als Expertenrat haben wir ein 20-Punkte-Programm erarbeitet, das das
Staatssekretariat für Integration aufgegriffen und auch umgesetzt
hat", betonte Fassmann.

Folgende 10 Projekte hob der Vorsitzende des unabhängigen
Expertenrates besonders hervor:

- Die sprachliche Frühförderung im Kindergarten
- die Modellregionen für ein zweites Kindergartenjahr, gratis für
alle, aber verpflichtend für die, die es brauchen
- Das Nachholen eines Bildungsabschlusses bzw. die Vermittlung von
Grundkompetenzen
- Maßnahmenbündel zu Schulpflichtverletzungen
- Raschere Anerkennung beruflicher und akademischer Abschlüsse sowie
die Einrichtung diesbezüglicher Informationssysteme ENIC-NARIC,
www.berufsanerkennung.at, Anerkennungs-ABC
- AMS-Migrantenindex
- Hausbesuchsprogramm für Migranteneltern
- Journalistenpreis "Integration"
- Materialien zum Deutschlernen: Probeprüfungen, Weltkarte mit
Deutschkursanbietern
- Einrichtung des "Dialogforum Islam"
- Die Etablierung von Role-Models durch "Zusammen:Österreich" sowie
der Ausbau der Erfolgsinitiative im ehrenamtlichen Bereich im Rahmen
von "Zusammen:Österreich - Jetzt Du! Dein Land braucht Dich!"

Bildung, Schulabbruch und Kindergarten

In seinem Ausblick schlägt der Expertenrat mehrere Schwerpunkte für
die künftige Arbeit vor. Aufgrund der alarmierenden Anzahl
Jugendlicher, die sich weder in Erwerbstätigkeit noch in Bildungs-
oder Ausbildungsmaßnahmen befinden, ist es nötig, Schulabbruch als
einen der Schwerpunkte zu definieren und mittels zielgerichteter
Maßnahmen zu reduzieren. Zudem ist die sprachliche Förderung von
schulischen Quereinsteigern zu forcieren. Ebenso Bewusstseinsbildung,
dass der Erwerb von Deutschkenntnissen etwas Positives ist und eine
Befähigung darstellt. Auch der weitere Ausbau der Modellregionen für
ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr für diejenigen, die es
brauchen, um Förderbedarf abzudecken und Bildungs- und
Entwicklungschancen zu erhöhen, wird angeregt. Zudem den
Deutscherwerb in der Strategie "Integration von Anfang an" verankern
sowie begleitende Maßnahmen von Vertretung im Ausland bis zur
Niederlassung in Österreich im Rahmen der Strategie "Integration von
Anfang an".

Rechtsstaat und Werte

Darüber hinaus wird angeregt, den Prozess der Rot-weiß-Rot-Fibel
weiterzuführen und darauf einen Schwerpunkt zu setzen. Wie auch auf
die neue Staatsbürgerschaftsbroschüre. Und die Forcierung der
Strategie Integration von Anfang an.

Im Bereich Arbeit und Beruf soll, was die Anerkennung von
Qualifikationen betrifft, eine statistische Erfassung des Bedarfs
sowie die zentrale Zusammenführung in einer Statistik erfolgen.
Darüber hinaus empfiehlt der Expertenrat in den übrigen
Handlungsfeldern: Gesundheit, interkultureller Dialog, Sport und
Wohnen weitere Schwerpunkte. Der Bericht ist zur Gänze als auch in
Kurzform auf www.integration.at zum Download erhältlich.

Im Sinne einer proaktiven Integrationspolitik definierte der
Expertenrat drei Elemente, die, unabhängig von den sieben
Handlungsfeldern, wesentlich für die Zukunft sind:

Durch die Initiative "Integration von Anfang an" sollen
integrationsfördernde Prozesse möglichst frühzeitig starten -
bestenfalls bereits im Herkunftsland und in Kooperation mit den
Botschaften vor Ort. Zuwanderinnen und Zuwanderern sollen bereits zu
diesem Zeitpunkt die Werte und Grundsätze der österreichischen
Republik vermittelt werden, sowie Hilfestellungen für ein gelungenes
Leben in Österreich geboten werden.

Der Expertenrat regt an, verstärkt den Weg von
"Einzelprojektförderungen zu einer Regelstruktur" zu beschreiten. Das
bedeutet, insbesondere die Beibehaltung und Beachtung der
Zielsetzungen des 20-Punkte-Programms des Expertenrates bei der
Vergabe von Projektförderungen und die Aufstockung der budgetären
Mittel und Kompetenzen im Staatssekretariat für Integration, damit es
in die Lage versetzt wird, erfolgreiche Projekte in ein Regelangebot
zu übernehmen.

Da Integration eine Querschnittsmaterie ist, an der viele Akteure
mitwirken, rät der Expertenrat zu einer Intensivierung der
Zusammenarbeit der einzelnen Gebietskörperschaften und Ministerien,
das heißt, ein "voneinander Lernen im Mehrebenensystem". Dafür bieten
die bereits bestehenden Strukturen des Integrationsbeirates eine gute
Grundlage. Auch die vorhandenen Strukturen im BM.I wären noch zu
stärken, um integrationspolitische Lernprozesse zu sammeln und zu
prüfen, damit erfolgreiche Modelle verbreitet werden können.

"Statistik Austria hat die im nationalen Aktionsplan
Integration definierten 25 Integrationsindikatoren zu statistischem
Leben erweckt"

"Integration statistisch fassbar zu machen, stellt eine große
Herausforderung dar", sagte Dr. Stephan Marik-Lebeck von der
Statistik Austria, der das Statistische Jahrbuch
migration&integration 2012 präsentierte. "Statistik Austria hat dazu
die im nationalen Aktionsplan Integration definierten 25
Integrationsindikatoren zu statistischem Leben erweckt", erklärte
Marik-Lebeck. "Dazu war es notwendig, vorhandene Informationen über
eine bestimmte Bevölkerungsgruppe, nämlich Zuwanderer und deren
Nachfahren, zu kombinieren und zu verdichten. Durch die Einbeziehung
von unterschiedlichen Quellen sowie durch die Anreicherung von
vorhandenen Daten, konnten quer über alle Statistikbereiche
aussagekräftige Informationen zusammengetragen werden", erläuterte
Dr. Marik-Lebeck.

Integrationsbericht2012 zum Downloaden: www.integration.at/

Statistisches Jahrbuch2012 zum Downloaden: www.integration.at/

Rückfragehinweis:

Staatssekretariat für Integration
   Pressereferat
   1010 Wien, Minoritenplatz 9
   Tel.: +43 1 53126-7005
   mailto:[email protected]

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