- 04.07.2012, 10:54:33
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Operation "CAROLE" - bislang größte internationale Operation gegen Kinderpornografie in Österreich
272 Verdächtige in Österreich ausgeforscht
Wien (OTS) - Den österreichischen Polizeibehörden ist der bis dato
größte Schlag gegen Kinderpornographie in Österreich gelungen. In der
von luxemburgischen Behörden eingeleiteten und vom Bundeskriminalamt
koordinierten Operation "Carole" konnte in Österreich bei 272
Personen kinderpornografisches Material sichergestellt werden.
Den Ermittlungen in Österreich lagen Erhebungen der luxemburgischen
Behörden zugrunde. Durch den Betreiber eines luxemburgischen
"Rootservers" wurde festgestellt, dass über zwei Webseiten Bilder mit
Missbrauchshandlungen an Kindern verbreitet wurden. Die "logfiles"
der beiden Webseiten wurden von der Polizei beschlagnahmt und an alle
involvierten Länder weitergeleitet. Weltweit waren 141 Länder an der
Operation "Carole" beteiligt. Die Ermittlungen erstreckten sich
aufgrund der Fülle an kinderpornographischem Material über ein Jahr.
In Österreich wurden die Ermittlungen vom Bundeskriminalamt
koordiniert. Durch die Auswertung der "logfiles" konnten 272
österreichische Verdächtige ausgeforscht werden, die auf diese
Webseiten zugegriffen hatten. Die darauffolgenden Hausdurchsuchungen
wurden von Mitarbeitern der Landeskriminalämter vorgenommen. Die
Auswertungen der beschlagnahmten Datenträger sind derzeit noch im
Gange.
"Der Schutz der Kinder vor sexueller Gewalt ist eine der wichtigsten
kriminalistischen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer
Zeit", sagte Innenministerin Mag. Johanna Mikl-Leitner. "Wir müssen
die Täter rasch erkennen und aus dem Verkehr ziehen. Mit dieser
Operation ist uns das gelungen."
Die Pyramide des sexuellen Missbrauchs
Die Experten im Bundeskriminalamt sprechen in diesem Zusammenhang von
der sogenannten "Pyramide des sexuellen Missbrauchs". "Der Einstieg
beginnt mit der Betrachtung kinderpornographischer Bilder und Videos
im Netz. In einem nächsten Schritt kommt es dann zur Verbreitung und
schlussendlich zur direkten Kontaktaufnahme mit den Opfern. Die
Spitze der Pyramide ist der sexuelle Missbrauch", erklärt Mag. Ewald
Ebner, Leiter des BK-Büros für Allgemeine Kriminalität, die
Vorgehensweise. "Unsere Arbeit ist es, bereits die Konsumenten
auszuforschen und potenzielle Täter festzunehmen, ehe es zur
Verbreitung kinderpornographischer Inhalte und im schlimmsten Fall
zum sexuellen Missbrauch kommt."
99 Prozent der Server, über die kinderpornographisches Material über
das Internet angeboten wird, befinden sich im Ausland, insbesondere
in den USA, Deutschland und den Niederlande. "Wir sind daher im
ständigen Kontakt mit den europäischen und den internationalen
Behörden, wie Europol und Interpol", sagte Chefinspektor Harald
Gremel. Weltweit dürften etwa zwischen 200 bis 250 unterschiedliche
Webseiten existieren, die über etwa 700 bis 900 Internetadressen, so
genannte URLs, aufgerufen werden können. "Dabei nehmen
Filesharing-Netzwerke, Newsgroups, Foren und Chatrooms bei der
Verbreitung von Kinderpornographie eine immer größere Bedeutung ein.
Zusätzlich ist feststellbar, dass die Opfer immer jünger und die
Taten zunehmend brutaler werden", sagte Gremel.
Bei der Operation "Carole" fanden Erhebungen in allen Bundesländern
statt. Bei den Verdächtigen handelt es sich um Männer im Alter von 17
bis 70 Jahren aus allen sozialen Schichten. Darunter auch
Berufsgruppen, die direkt mit Kindern arbeiten. Im Zuge der Aktion
konnte bereits ein Missbrauch eines 12-jährigen Mädchens geklärt
werden.
Nach der Operation "Ghostrider", bei der im letzten Jahr 197
Tatverdächtige weltweit ausgeforscht werden konnten und der großen
internationalen Operation "Charly" 2010, der ebenfalls luxemburgische
Ermittlungen zugrunde lagen und bei der 163 österreichische
Tatverdächtige ausgeforscht werden konnten, handelt sich bei der
Operation "Carole" um die bislang umfangreichsten Ermittlungen gegen
Konsumenten von Kinderpornographie in Österreich.
Daten und Fakten zur Meldestelle im Bundeskriminalamt
1998 wurde die Meldestelle "Kinderpornographie"
([email protected]) im Bundeskriminalamt eingerichtet, 2010
wurde sie um das Themenfeld "Kindersextourismus" erweitert. Im Jahr
2011 wurden 2.589 Hinweise gemeldet, davon 1.532 als illegal
verifiziert. Der Trend zeigt, dass die Anzahl kinderpornographischer
Websites leicht zurückgeht, stattdessen wird kinderpornographisches
Material verstärkt auf versteckten Foren und Chats ausgetauscht.
Operation "Carole" - Die Grafik der Anzeigen nach Bundesländern ist
unter www.bmi.gv.at ersichtlich
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Inneres Mag. Andreas Wallner, Pressesprecher der Bundesministerin Tel.: +43-(0)1-53126-2027 mailto:[email protected] Bundeskriminalamt Mag. Silvia Strasser Pressesprecherin Tel: +43 (0) 1/24836-85004 Mobil: +43(0)664 26 40 713 mailto:[email protected]
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