• 27.06.2012, 13:30:44
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Siegfried Wolf in NEWS: "Regierung streut Wählern Sand in die Augen"

Wolf kritisiert Erhöhung der Parteienförderung und Reform-Unfähigkeit: "Unsere Politiker fallen noch im Liegen um."

Wien (OTS) - Siegfried Wolf, einer der international
erfolgreichsten Manager Österreichs, geht in einem Interview mit dem
Nachrichtenmagazin NEWS mit der Leistung der Bundesregierung hart ins
Gericht. "Österreich vermittelt derzeit das Bild einer vermeintlichen
Insel der Seligen, auf der es sich Kanzler und Vizekanzler trotz
dringendem Handlungsbedarf noch leisten können, den Wählern Sand in
die Augen zu streuen", sagt Wolf im Gespräch mit NEWS. Auf seine
Meinung als Wähler angesprochen sagt Wolf: "Ich bin ratlos, wem ich
guten Gewissens noch meine Stimme geben kann."

Es werde geredet, aber nichts getan, analysiert der Topmanager,
der bis Novemer 2010 den austro-kanadischen Autozulieferkonzern Magna
geleitet hat und seither in Russland die Bau- und Automotivesparte
des Oligarchen Oleg Deripaska mit 210.000 Mitarbeitern führt. "Wir
haben Stillstand. Aber Stillstand ist Rückschritt", geht Wolf im
NEWS-Gespräch auf die politischen Zustände in Österreich ein. Es
fehle ihm an messbaren Umsetzungen in den Bereichen: Stärkung des
Wirtschaftsstandortes, Wachstumsimpulsen, Bildung, Bürokratieabbau
und der überfälligen Verwaltungsreform. "Stattdessen beschäftigt sich
die Politik seit über einem halben Jahr ausschließlich mit sich
selbst; mit U-Ausschüssen und Parteienfinanzierung", meint Wolf im
NEWS-Gespräch.

Lobende Worte findet Wolf im Interview mit NEWS für
Finanzministerin Maria Fekter: "Ehrlichkeit zählt. Ich unterstütze
lieber jemanden, bei dem ich weiß, woran ich bin", so der Topmanager.
Kritische Worte findet Wolf, der auch Vizeaufsichtsratschef der ÖIAG
ist, hingegen für Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner nach
dessen Vorschlag, über die Abschaffung der ÖIAG nachzudenken: "Der
Wirtschaftsminister, der gar nicht zuständig ist, meint, man braucht
die ÖIAG nicht. Dabei sollte gerade ein Wirtschaftsminister - genau
im Gegenteil- darüber nachdenken, wie man sinnvolle Strukturen
schaffen kann, um wichtige Betriebe aus den Fängen der Politik zu
befreien", sagt Wolf zu NEWS.

Von Problemen zu reden, bedeute nicht, sie zu lösen. "Ich spreche
die unehrliche Art an, dass man ein großes Polittheater macht und
sich im Gegenzug trotz der Sparmaßnahmen einfach die
Parteienförderung drastisch erhöht", kritisiert Wolf. Reformen seien
so schwierig, "weil unsere lieben Politiker immer dann Probleme mit
Reformen bekommen, wenn diese sie selbst betreffen". Als Beispiel
führt er im NEWS-Gespräch die Reform des Nationalrates ins Treffen.
"Fünf Nationalräte stehen dagegen auf, weil sie nicht
wegrationalisiert werden wollen und schon ist das Projekt wieder
eingestellt. Das kann ja nicht sein. Unsere Politiker fallen ja noch
im Liegen um", so Wolf im NEWS-Interview.

Rückfragehinweis:
Sekretariat NEWS
Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12 DW 1103

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