• 26.06.2012, 11:30:27
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Kulturministerin Claudia Schmied: Kunst- und Kulturbericht belegen erfolgreiches Jahr 2011

Wien (OTS) - Kulturministerin Dr. Claudia Schmied hat heute dem
Ministerrat den Kunst- und Kulturbericht 2011 vorgelegt und dem
Parlament übermittelt. Die Leistungsberichte der Kunst- und
Kultursektion des BMUKK bieten einen Überblick über die Tätigkeiten
der Kultureinrichtungen des Bundes, die Förderungen aus dem Kunst-
und Kulturbudget sowie über die wichtigsten Entwicklungen im
Berichtjahr.

"Der Bund nimmt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in vielen
Bereichen, aber im besonderen Maße in der Kunst und Kultur, seine
Aufgabe als verlässlicher, stabiler und der Sache verpflichteter
Partner wahr. Ich sehe es als die zentrale Aufgabe der öffentlichen
Hand, den Künstlerinnen und Künstlern sowie den Kulturinstitutionen
Rahmenbedingungen zu schaffen in denen sie ihre Tätigkeit entfalten
können. Es gilt zu fördern, zu unterstützen, zu ermutigen und
wertzuschätzen, und all das, ohne in die Freiheit der Kunst
einzugreifen oder die Künstlerinnen und Künstler zu vereinnahmen" so
Kulturministerin Dr. Claudia Schmied.

"Ich freue mich, dass es 2011 trotz wirtschaftlich angespannter
Lage wieder gelungen ist, das Kunst- und Kulturbudget auf konstantem
Niveau zu halten und insbesondere durch die Auszahlung von
rückgestellten Infrastrukturmitteln für die Bundesmuseen sogar mehr
finanzielle Leistungen als im Vorjahr zur Auszahlung zu bringen. Mit
Ausgaben in einer Gesamthöhe von Euro 438,70 Mio. konnten die
Finanzierung der Kunst- und Kulturaktivitäten gesichert, erfolgreiche
Projekte weiter geführt und neue Impulse für die Kunst und Kultur in
Österreich gesetzt werden. Der Abschluss von mehrjährigen
Förderverträgen ermöglicht bessere Planungssicherheit für
Kunstschaffende und Kulturinstitutionen", sagte die Ministerin
weiter.

Im Kulturbereich standen insbesondere aufgrund der Auszahlung von
rückgestellten Infrastrukturmitteln der Bundesmuseen mehr Mittel,
insgesamt Euro 351,74 Mio., zur Verfügung (2010: Euro 330,15 Mio.).

In der Kunstsektion lagen die Gesamtausgaben im Jahr 2011 bei Euro
86,96 Mio., davon Euro 85,28 Mio. für Förderungen und Ankäufe sowie
Euro 1,67 Mio. für Aufwendungen (Gutachten, Mieten,
Eigenpublikationen). Der geringere Betrag gegenüber 2010 (Euro 89,046
Mio.) ergibt sich aus der Verschiebung des aufgelösten
Republiksvertrags der Wiener Philharmoniker in das Kulturbudget (in
die Basisabgeltung der Bundestheater). Die klare Gliederung der
Förderungen nach Personen, Zweck und Höhe sowie eine Genderauswertung
stellen die Ausrichtung der Kunstpolitik noch besser nachvollziehbar
und transparent dar.

Kunstbericht 2011

In der Kunstsektion wurde 2011 erneut der Fokus auf die Förderung
des zeitgenössischen Kunstschaffens und der Mobilität von
Künstlerinnen und Künstlern gelegt. Junge Künstlerinnen und Künstler
werden insbesondere mit Stipendien, Auslandsaufenthalten und Galerie-
und Messeförderungen unterstützt. Als Beispiel dafür steht das
erfolgreiche Nachwuchsstipendienprogramm, die 'Start-Stipendien', die
90 jungen Menschen aus allen Bereichen der Kunst die Umsetzung ihrer
künstlerischen Vorhaben erleichtern und ihnen helfen, in die
österreichische und internationale Kunstszene einzusteigen.

Für den österreichischen Film war 2011 ein wichtiges und
erfolgreiches Jahr mit großer Beachtung und hoher Reputation. Die
vielen Preise und Anerkennungen bei international renommierten
Festivals zeugen von der herausragenden Qualität des österreichischen
Films. Mit dem Österreichischen Filminstitut und der Innovativen
Filmförderung des BMUKK stehen wirkungsvolle Förderungsinstrumente,
die die Bandbreite des filmischen Schaffens abdecken, zur Verfügung.
Das BMUKK finanzierte 2011 über die Innovative Filmförderung 65
Filme. 49 Prozent der Mittel gingen an den Avantgardefilm, 17 Prozent
an den Spielfilm und 34 Prozent an den Dokumentarfilm.

In einem ersten Schritt konnte 2011 nach konstruktiven
Verhandlungen mit KinobetreiberInnen die Digitalisierung heimischer
Programmkinos erfolgreich umgesetzt werden. 2012 folgen die Regional-
und Kleinkinos. Ziel dieser Maßnahmen ist der Erhalt einer lebendigen
Kinolandschaft, um dem ungebrochen erfolgreichen Filmschaffen in
unserem Land auch künftig eine solide Plattform bieten zu können.

Einer der großen internationalen Erfolge in der bildenden Kunst
war der von Eva Schlegel kuratierte und von Markus Schinwald
gestaltete Beitrag zur Biennale Venedig 2011. Der Beitrag wurde von
der heimischen und internationalen Kritik sowie vom Publikum mit
großem Interesse aufgenommen.

Die nachhaltige Beachtung des Gender-Aspekts, zudem sich auch alle
Jurys bekennen, verbesserte 2011 die Ausgewogenheit der Verteilung
der Förderungsmittel auf Projekte von Künstlerinnen und Künstlern
weiter. 47 Prozent der Mittel wurden an Frauen vergeben. 2011
startete ein Künstlerinnen-Mentoring-Programm. Erfahrene
Künstlerinnen oder im Kunstbetrieb organisatorisch verankerte Frauen
unterstützen junge Künstlerinnen durch professionelle berufsbezogene
Beratung.

Kulturbericht 2011

Der Freie Eintritt bis 19 Jahre in die Bundesmuseen und die
Österreichische Nationalbibliothek hat sich auch im zweiten Jahr seit
seiner Einführung bewährt. Neben der Steigerung der Besuchszahlen bei
Kindern und Jugendlichen um 15,5 % gegenüber 2009 war die Erhöhung um
20% bei vollzahlenden Besucherinnen und Besucher besonders
erfreulich. Auch die vielfältigen Vermittlungsprogramme der
Bundesmuseen und der Österreichischen Nationalbibliothek wurden gut
angenommen: Seit 2010 wurden fünfzig neue Vermittlungsprogramme
eingeführt, die von über 430.000 Kindern und Jugendlichen an
insgesamt rund 23.000 Einzelterminen wahrgenommen wurden.

Die Überarbeitung der organisatorischen Regelwerke der
Bundesmuseen und der Österreichischen Nationalbibliothek zur
Etablierung einer effektiven Public Governance wurde fortgesetzt.
Nach neuen Museumsordnungen, Rahmenzielvereinbarungen und
Vorhabensberichten konnten 2011 mit adaptierten und neu
strukturierten Geschäftsordnungen der Kuratorien klare und
transparente Regeln für die Aufsichtsgremien geschaffen werden.

Im Bereich der Infrastrukturmaßnahmen der Bundesmuseen und der
Österreichischen Nationalbibliothek wurden im Berichtsjahr zwei
wichtige Projekte fertiggestellt: Im November 2011 wurde das 21er
Haus als neues Zentrum für die zeitgenössische österreichische Kunst
wiedereröffnet, und das Kunsthistorische Museum konnte durch die
Errichtung eines neuen, zentralen Depots die Sicherung seiner
Sammlungsbestände wesentlich verbessern. Die Generalsanierung der
Kunstkammer wurde planmäßig fortgesetzt, die Eröffnung der
Kunstkammer findet im Februar 2013 statt.

Im Sommer 2011 wurde die im Regierungsprogramm verankerte und seit
2008 in mehreren Etappen durchgeführte Evaluierung der Bundestheater
erfolgreich abschlossen. Die umfassende Analyse der rechtlichen und
wirtschaftlichen Situation der Bundestheater zeigt ein klares Bild
über die Stärken und Optimierungspotenziale der Bundestheatergruppe.
Auf Basis der Evaluierungsergebnisse wurde von der
Bundestheater-Holding in Abstimmung mit den verantwortlichen Organen
aller Gesellschaften ein Maßnahmenkatalog erstellt, dessen
schrittweise Umsetzung Optimierungen im Ausmaß von Euro 12,4 Mio.
realisiert.

Optimiert wurde 2011 auch die Struktur des Bundesdenkmalamts und
im September 2011 ein neues Statut erlassen. Dieses sieht neben den
Aufgabenbereichen Schützen, Forschen und Pflegen nun auch das
Vermitteln explizit vor, um die im Bereich Denkmalschutz geleistete
verantwortungsvolle Arbeit zur Erhaltung unseres kulturellen Erbes
einer breiten Bevölkerung zugänglich zu machen. Mit dem Erlass des
neuen Statuts wurde auch die Organisationsstruktur des
Bundesdenkmalamts reformiert und vereinfacht, um eine den
Erfordernissen der Zeit angepasste Arbeitsweise abzubilden.

Die 2010 umgesetzte Neupositionierung der Förderungen für
öffentliche Büchereien, die zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung des
Büchereiwesens in Österreich auf den Weg brachte, wurde 2011 mit dem
Beschluss zur Umsetzung eines Bücherei-Entwicklungsplans fortgesetzt.
Eine vom BMUKK eingesetzte Arbeitsgruppe erstellt einen schrittweisen
Masterplan zur flächendeckenden Versorgung mit Literatur und
Information für alle Österreicherinnen und Österreicher. Dieser wird
die bestehenden Strukturen des öffentlichen Büchereiwesens
analysieren, die Aufgaben von öffentlichen Büchereien konkretisieren
sowie Strategien und Empfehlungen für die Büchereientwicklung
formulieren.

Teil des Kulturberichts ist auch der Restitutionsbericht 2011. In
diesem Jahr hat der Kunstrückgabebeirat in 5 Sitzungen 10
Empfehlungen ausgesprochen (darunter auch die viel beachtete Causa
des Werks von Jan Vermeer "Die Malkunst"), denen die zuständigen
BundesministerInnen wieder ausnahmslos gefolgt sind.

Eine nachhaltige Umsetzung der Kulturvermittlung findet in der
Kunst und Kultur statt. Mit der Verschränkung von
Kulturinstitutionen, Künstlerinnen und Künstler mit Schulen wird die
Jugend für die Kunst und Kultur begeistert. Dazu gehören vor allem
die Programmschienen Macht/schule/theater, "Kunst macht Schule", die
Vermittlungsprogramme im Rahmen des Freien Eintritts und Culture
Connected. Die partizipative Verbindung von Schulen und
Kunstinstitutionen wird durch erfolgreiche Programme im Rahmen der
Kunstförderung fortgesetzt und erweitert.

Die Positionierung Österreichs im internationalen Kontext steht
auch in den Bereichen Kunst und Kultur im Mittelpunkt des BMUKK.
Durch die Internationalisierung der Kulturpolitik und Verstärkung der
Präsenz österreichischer Kunst und Kultur im Ausland wird
entsprechend dem Regierungsprogramm ein modernes und zeitgemäßes Bild
Österreichs in anderen Ländern vermittelt. Das besondere Interesse
gilt dabei der Entwicklung der Potenziale von jungen KünstlerInnen,
etwa in Form von Artist-in-Residence Programmen.

Spezifische Instrumente in der internationalen Kulturpolitik sind
die Umsetzung der zahlreichen bilateralen Kulturabkommen und
Memoranda of Understanding, aber auch das Einbringen in multilaterale
Organisationen (z.B. UNESCO, Europarat) und kulturpolitische
Netzwerke. Durch spezifische kulturpolitische Projekte wird
österreichischen zeitgenössischen KünstlerInnen die Möglichkeit zur
Entwicklung sowie ihrer nachhaltigen internationalen Positionierung
geboten, wobei auch hier der Frauenförderung besonderes Augenmerk
geschenkt wird.

Für eine lebhafte Kunst- und Kulturlandschaft spielen die
internationale Zusammenarbeit, der Austausch und eine Atmosphäre des
Voneinander Lernens auf allen Ebenen - Politik, Verwaltung, Kunst-
und Kulturszene - eine große Rolle. Die Aktivitäten der Sektion
Internationale Angelegenheiten in EU-kulturpolitischen Belangen
konzentrieren sich darauf, die entscheidenden Weichenstellungen für
eine starke Positionierung des österreichischen Kunst- und
Kultursektors in der EU zu legen. Die Gestaltung der EU-Kulturpolitik
im Ministerrat und in den EU-weiten ExpertInnengruppen, das
Mainstreaming von kulturellen Interessen in andere EU-Politikbereiche
sowie die Unterstützung von EU-Kulturprojekten durch die
Kontaktstellen "Cultural Contact Point Austria" für das
EU-Kulturprogramm und "Europe for Citizens Point Austria" für das
EU-Programm Europa für BürgerInnen gehören zu den Schwerpunkten der
Tätigkeiten.

Kunst- und Kulturbericht 2011 sind unter folgenden Links
http://www.bmukk.gv.at/kultur/bm/kulturbericht_2011.xml und
http://www.bmukk.gv.at/kunst/bm/kunstberichte.xml abrufbar.

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
   Mag. (FH) Julia Flunger-Schulz
   Pressesprecherin
   Tel.: +43 1 53120 5030
   mailto:[email protected]
   http://www.bmukk.gv.at/ministerium/vp/index.xml

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