• 20.06.2012, 12:41:53
  • /
  • OTS0179 OTW0179

Kinderbetreuungsgeld-Studie: Grünes Karenzmodell logischer Ausweg aus Situation der Frauen am Arbeitsmarkt

Kürzere Varianten schaffen mehr Vereinbarkeit und Partnerbeteiligung

Wien (OTS) - "Wenn man sich die Situation der Frauen am
Arbeitsmarkt allgemein, die niedrigen Pensionsansprüche der älteren
Frauen oder die Probleme beim Wiedereinstieg ansieht, ist das Grüne
Karenzmodell der logische Ausweg. Nur solche konkreten Maßnahmen
können die Lebensrealität der Betroffenen verbessern und ermöglichen
mehr Väterbeteiligung", betont Judith Schwentner, Frauensprecherin
der Grünen. Im heutigen Familienausschuss wurde die
Evaluierungsstudie Kinderbetreuungsgeld - Einkommensabhängige und
pauschale Bezugsvariante 12+2 Monate - präsentiert. Die Ergebnisse
sprechen für sich: Die Väterbeteiligung ist hier am höchsten,
Wiedereinstieg gestaltet sich bei dieser Variante am einfachsten, die
Mehrheit ist mit dieser "sehr zufrieden". Knapp 30 Prozent der
Eltern, die Probleme bei der Wiederaufnahme des Berufes nach
Karenzende haben, beklagen fehlende Kinderbetreuungsplätze. Wobei bei
Männern die Situation am Arbeitsplatz - wenig Akzeptanz und
finanzielle Nachteile - ebenso eine Rolle spielen. "Ein
Rechtsanspruch der Väter auf einen automatisierten Papamonat würde
der Benachteiligung am Arbeitsplatz entgegenwirken", stellt
Schwentner klar.

"Ich fühle mich in unseren Überlegungen, die Varianten des
Kinderbetreuungsgeldes zu vereinfachen und auf ein Vollzeit-, und ein
Teilzeitmodell zu reduzieren, bestätigt", sagt Daniela Musiol,
Familiensprecherin der Grünen. Und weiter: "Wir machen Minister
Mitterlehner seit Langem genau auf das aufmerksam, was jetzt die
Studie bestätigt: Kürzere Varianten schaffen mehr Vereinbarkeit und
Partnerbeteiligung, die Schaffung von elementarpädagogischen
Einrichtungen und Maßnahmen für mehr Väterbeteiligung sind längst
überfällig." Und weiter: "Von Vereinbarkeit von Familie und Beruf und
gleichzeitig über das fehlende Budget für Maßnahmen zu sprechen,
bringt uns nicht weiter! Der Minister muss endlich Konsequenzen
ziehen und Rückgrat beweisen."

Auch die kürzlich erschienene OECD-Studie bestätigt: Wahlfreiheit
ergibt sich nicht aus einer Vielfalt von
Kinderbetreuungsgeldmodellen. Diese schadet den Familen mehr, als sie
nutzt. Vor allem durch lange Varianten sinkt die Beschäftigungsquote
der Frauen enorm, was wirtschaftliche Nachteile bringt. Es wird
weiters festgehalten, dass lange Karenzzeiten vor allem sozial
schwachen oder Familien mit Migrationshintergrund zum Verhängnis
werden: Nicht nur Bildungschancen und Sprachfähigkeit sinken, sondern
auch die Integration der Kinder wird dadurch verunmöglicht. Das
schwache Abschneiden der MigrantInnenkinder in Wien sei dadurch zu
erklären, dass wegen des Betreuungsgeldes nur jedes zweite Kind unter
drei Jahren aus MigrantInnenfamilien in den Kindergarten geht,
während der Gesamtdurchschnitt bei 84 Prozent liege. "Dass sich das
lange Zuhausebleiben der Frauen und Kinder negativ auf die
Bildungschancen, den Verdienst und später die Pension auswirkt, liegt
auf der Hand," so Musiol. "Ich frage mich, wieviele Studien die
Regierung noch benötigt, um endlich zu handeln. Wir haben in unserem
Karenzmodell neben der Verkürzung der Karenzzeit viele konkrete
Maßnahmen vorgestellt, vom Rechtsanspruch für Väter bis zu
Erleichterungen für AlleinerzieherInnen. So soll z.B. eine soziale
Elternschaft, also eine finanzielle Abgeltung der Kinderbetreuung
durch andere soziale Bezugspersonen möglich gemacht werden."

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FMB

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel