• 19.06.2012, 09:14:19
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Tag des Flüchtlings - Bayr fordert mehr internationale Solidarität

Vier Fünftel aller Flüchtlinge werden in Entwicklungsländern aufgenommen

Wien (OTS/SK) - Anlässlich des Weltflüchtlingstages erinnert Petra
Bayr, SPÖ Bereichssprecherin für globale Entwicklung, an die
Tatsache, dass die meisten Flüchtlinge möglichst nahe ihrer Heimat
bleiben. "Die neuen Daten des UNHCR-Berichts belegen, dass
Flüchtlinge so lange wie möglich in deren Heimatregion bleiben, also
nicht weit vor bewaffneten Konflikten, Naturkatastrophen oder anderen
Bedrohungen für Leib und Leben fliehen. Von den weltweiten 10, 4
Millionen Flüchtlingen leben lediglich 1,8 Millionen außerhalb deren
Heimatregion." *****

In der europäischen Wahrnehmung geht meist unter, dass nur ein
Fünftel aller Menschen, die weltweiten auf der Flucht sind, in den
Industrieländern Schutz suchen und davon wiederum nur ein Bruchteil
aufgenommen wird. Die restlichen vier Fünftel finden in andern
Entwicklungsländern temporäre Unterkunft: "8,4 von den weltweit 10,4
Millionen Menschen auf der Flucht werden in andern Entwicklungs- oder
Schwellenländern aufgenommen. Dass es für Länder mit schwacher
Infrastruktur eine riesige Herausforderung ist, Flüchtlinge
aufzunehmen und sie angemessen zu betreuen, liegt auf der Hand. Vor
allem in Kriegs- und Krisensituationen ist es eine schwierige Aufgabe
für die aufnehmenden Länder, die Sicherheit der Flüchtlinge zu
gewähren", so Bayr, die an die internationale Gemeinschaft
appelliert, mehr Mittel für die Versorgung von Flüchtlingen bereit zu
stellen. "Die Versorgung von Flüchtlingen benötig finanzielle Mittel
und personelle Ressourcen. Sind Menschen vor bewaffneten Konflikten
oder Naturkatastrophen auf der Flucht, ist nicht nur das aufnehmende
Land sondern auch die internationale Gemeinschaft gefordert, die
Sicherheit der Menschen zu gewährleisten."

Drohende Hungerkrise in der Sahelzone

Die drohende Hungerkrise in der Sahelzone verschärft sich auch wegen
Menschen, die wegen des Konfliktes in Mali auf der Flucht sind. "Ich
werde nicht müde, die internationale Gemeinschaft aufzurufen, die
Situation in der Sahelzone ernst zu nehmen. Laut UN sind über 15
Millionen Menschen von Unterernährung bedroht, es herrscht Dürre und
die nächste Ernte ist noch in ferner Zukunft. Flucht ist immer der
letzte Ausweg", so Bayr und geht auf das gestrige Treffen der EU mit
anderen wohlhabenden Nationen zur Krise in der Sahelzone ein. "Ich
begrüße, dass 940 Million Euro im Kampf gegen den Hunger zugesagt
wurden. Wichtig ist aber, dass die Gelder auch wirklich fließen und
es nicht bei Lippenbekenntnissen bleibt. Darüber hinaus unterstütze
ich voll und ganz die Aussage der EU-Kommissarin Georgiewa, die den
Aufbau von "starker und dauerhafter Widerstandsfähigkeit gegen Dürre
und Hunger" fordert. Denn nur so kann das Problem langfristig gelöst
werden." (Schluss) gd

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

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