• 19.06.2012, 09:00:41
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Flüchtlingskinder-Studie: "Abschiebung aus Österreich schlimmste Erfahrung meines Lebens"

Netzwerk Kinderrechte appelliert an Innenministerin Mikl-Leitner anlässlich des Tags des Flüchtlings am 20. Juni, Kindeswohl an oberste Stelle zu setzen

Wien (OTS) - "Bei Abschiebungen oder Rückführungen aus Österreich
werden das Kindeswohl und die seelische Gesundheit von Kindern nicht
ausreichend beachtet. Die Hälfte aller Kinder beschreibt in unserer
aktuellen UNICEF-Studie ihre Rückkehr als die schlimmste Erfahrung
ihres Lebens. Depressionen, Gefühle der Hoffnungslosigkeit,
Selbstmordgedanken, Angstzustände und bittere Armut gehören zum neuen
Alltag der rückgeführten Kinder und Jugendlichen, die in Österreich
aufgewachsen sind. 70 Prozent der Kinder aus Minderheiten besuchen
nach ihrer Rückkehr keine Schule mehr. Das Gesundheitswesen des
Kosovo ist auch nicht in der Lage, dem tatsächlichen
Behandlungsbedarf bei rückgeführten Kindern und deren Eltern gerecht
zu werden." fasst Alexander Schwentner von UNICEF Österreich die
alarmierenden Ergebnisse der Studie "Stilles Leid" zusammen. Ein
internationales Team aus PsychologInnen, ÄrztInnen und
SozialwissenschaftlerInnen hat 164 Buben und Mädchen sowie 131 Eltern
untersucht, die 2010 von Deutschland und Österreich - meist gegen
ihren Willen - in den Kosovo zurückgebracht worden waren.

Anlässlich des "Tags des Flüchtlings" am 20. Juni appelliert das
Netzwerk Kinderreche Österreich an alle politisch Verantwortlichen,
den Verpflichtungen der UN-Kinderrechtskonvention nachzukommen. Dazu
Heinz Fronek von der asylkoordination österreich: "Das Parlament, das
Innenministerium und die Vollzugsbehörden tragen Verantwortung. Und
diese Verantwortung darf nicht in dem Moment aufhören, wo Kinder und
Jugendliche außer Landes gebracht werden. Das Kindeswohl muss auch
bei Rückführungen an oberste Stelle stehen. Doch in der Praxis
spielen die besonderen Gefährdungen, Entwicklungschancen und
Bedürfnisse der betroffenen Kinder oftmals kaum eine Rolle." Im Jahr
2010 hat Österreich 888 Menschen in den Kosovo rückgeführt, im Jahr
2011 über 400, unter ihnen zahlreiche Kinder und Jugendliche, für die
eine "Rückführung" in den Kosovo eine Abschiebung ins Abseits
bedeutet.

So geht der 13 Jahre alte Amir, der 2010 aus Österreich
zurückgeführt wurde und nun mit seiner Mutter und seinen Geschwistern
in einem Dorf im Südwestkosovo lebt, jede Nacht mit der Angst zu Bett
"wann sie kommen werden". Wann immer er an seine Rückkehr erinnert
wird, "fange ich an zu zittern und zu schwitzen" und "fange an,
einfach zu schreien. Ich gehe raus, um nur nicht zu Hause zu bleiben,
und um mich irgendwo abzuregen. ... Ich laufe in die Stadt, weil ich
zu viel Angst habe, um zu Hause zu bleiben ... wer weiß, was ich noch
tun werde."

Die vollständige Studie finden Sie zum Download auf
http://www.ots.at/redirect/unicef

Rückfragehinweis:
Elisabeth Schaffelhofer-Garcia Marquez
Mobil: 0676/88011-1016
E-Mail: [email protected]
www.kinderhabenrechte.at

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