• 14.06.2012, 09:10:20
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SOS Mitmensch: Irreführende Aussagen von "Integrationsbotschaftern"

Schulbesuchskonzept von Kurz überarbeitungsbedürftig

Wien (OTS) - SOS Mitmensch übt Kritik an irreführenden Aussagen
durch "IntegrationsbotschafterInnen" im Rahmen von gemeinsamen
Schulbesuchen mit Staatssekretär Kurz. Die Menschenrechtsorganisation
hält es für problematisch, dass den SchülerInnen suggeriert wird, ihr
Vorankommen oder Nichtvorankommen hänge allein von ihren
Deutschkenntnissen ab. Darüber hinaus kritisiert SOS Mitmensch das
viel zu enge Wertespektrum, das den SchülerInnen vermittelt wird.

Seit Oktober 2011 führt Staatssekretär Sebastian Kurz gemeinsam
mit so genannten "IntegrationsbotschafterInnen" Schulbesuche durch.
Wichtige Themen wie Gerechtigkeit, Solidarität und der Kampf gegen
Diskriminierung werden dabei kaum angesprochen. Dafür wird den
SchülerInnen die Botschaft vermittelt, dass sie durch gute
Deutschkenntnisse und genug Leistung alles erreichen können. Erst
gestern verlautbarte "Integrationsbotschafter" Eric Papilaya im
Rahmen eines Schulbesuchs mit Staatssekretär Kurz: "Wenn man gut
Deutsch spricht, stehen einem in Österreich alle Türen offen und man
kann jeden seiner Träume verwirklichen."

"Gute Deutschkenntnisse sind in Österreich unbestritten hilfreich.
Für das Öffnen von Türen spielen jedoch andere Faktoren eine viel
entscheidendere Rolle, etwa eine privilegierte gesellschaftliche
Position, ein gutes Beziehungsnetzwerk und das Nichtbetroffensein von
Diskriminierung. Das unter den Teppich zu kehren ist unverantwortlich
gegenüber den Jugendlichen", so Alexander Pollak, Sprecher von SOS
Mitmensch.

SOS Mitmensch fordert den Staatssekretär dazu auf, sein
Schulbesuchskonzept zu überarbeiten. Es sollte Teil des Schulbesuchs
sein, mit den Jugendlichen über Chancen und Barrieren zu diskutieren
und dabei auch die Rolle der Politik kritisch anzusprechen. Auch
sollen Werte wie Freundschaft, gegenseitiger Respekt,
Diskriminierungsfreiheit, soziale Gerechtigkeit und Solidarität
hervorgehoben werden, nicht nur Leistung. Insgesamt sollte es um
Empowerment der Jugendlichen gehen, nicht um das unhinterfragte
Akzeptieren von teils diskriminierenden gesellschaftlichen
Strukturen.

Rückfragehinweis:
Alexander Pollak
Tel: 0664 512 09 25
[email protected]
www.sosmitmensch.at

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