• 13.06.2012, 14:04:47
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Auer: Bürger am Land dürfen bei Post-Diensten nicht Draufzahler sein

1. "Figl-Gespräch" über Zustellservice, Postpartner und geringe Vergütungen

Wien (OTS) - "In den vergangenen Jahren haben einige Länder und
Gemeinden zig Millionen Euro zugeschossen, um Poststrukturen zu
erhalten. Es bleibt der Eindruck, dass der ländliche Bereich bei den
Postdiensten der Draufzahler ist", mit diesen Worten begrüßte
Bauernbund-Präsident Jakob Auer gestern den Generaldirektor der
Österreichischen Post, Georg Pölzl, zu einer kontroversiellen
Diskussionsveranstaltung im ÖVP-Agrarklub. Auer räumte Verständnis
für Strukturanpassungen und Veränderungen ein, drängte aber auf
verbesserten Service und mehr Flexibilität bei der Zustellung. Dass
etwa Todesanzeigen erst nach dem Begräbnis zugestellt werden, weil
sie wie Werbebotschaften behandelt werden, sei "inakzeptabel".
Besonderes Augenmerk wünscht sich Auer zudem für die Landbriefträger.

Service durch Postpartner verbessert, Fluktuation normal

Schlagzeilen über die Post sind in der letzten Zeit überwiegend
mit dem Wort "Schließung" verbunden. Trotzdem hat sich für Post-Chef
Pölzl die Serviceleistung durch verlängerte Öffnungszeiten der
Postpartner wesentlich verbessert. Wie Pölzl vor den knapp 30
Diskussionsteilnehmern, überwiegend Parlamentarier, sowie Vertreter
von Boku und Gemeindebund, einräumte, werde der
Restrukturierungsprozess fortgeführt: "Jährlich bauen wir 600 bis 800
Mitarbeiter ab, von den derzeit rund 600 Postämtern werden weitere
100 geschlossen", will der Generaldirektor trotz einem Minus von
jährlich rund 5% beim Briefgeschäft mit Zuwächsen bei Paket und
Ausland auf Erfolgskurs bleiben.

Auch bei der Vergütung der Postpartner, die gerade im ländlichen
Raum für die Postämter eingesprungen sind, sieht Pölzl, der seit 2009
Chef der Post ist, keinen Handlungsbedarf. Derzeit kümmern sich rund
1.000 Postpartner, überwiegend Lebensmittelgeschäfte, um die
Versorgung mit Post-Diensten. "Die Post-Partner kommen sehr gut an,
wenn man sich einmal daran gewöhnt hat. Die Vergütung für sie wird
laufend angepasst. Es gibt Fix- und variable Vergütungen", sieht der
Manager ein nachhaltiges Geschäftsmodell. Dass jährlich 50 bis 80 der
Post-Partner, offenbar weil es sich nicht rechnet, wieder aufgeben,
bezeichnet er als normale Fluktuation. Auch an der Qualität der
Zustellung ließ der Postgeneral nicht rütteln: "Partezettel werden
garantiert innerhalb der nächsten zwei Tage überbracht. Der
Servicelevel bei der Zustellung unadressierter Werbung oder
Gratiszeitungen orientiert sich am EU-Standard."

Mit den "Figl-Gesprächen" startet der Bauernbund eine neue
Veranstaltungsserie, bei der unter thematischer Koordination von
Bundesrat Georg Keuschnigg Themen des ländlichen Raumes thematisiert
und zugleich Lösungen aufgezeigt werden sollen.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Bauernbund Österreich
Mag. Andrea Salzburger
Tel.: +43 1 505 81 73 - 28, Mobil: +43 699 1810 1805
mailto:[email protected]
www.bauernbund.at

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