- 12.06.2012, 17:00:31
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"KURIER"-Kommentar von Michael Bachner: "Wettlauf gegen die Zeit"
Jeden Tag soll ein Euro-Land gerettet werden. Das kann sich nicht ausgehen.
Wien (OTS) - Der Tag X in Italien liegt einen Monat zurück.
Nicht Maria Fekter stellte Rom an den Pranger möglicher EU-Hilfen.
Moody's stufte auf einen Schlag 26 italienische Banken zurück und
eröffnete eine neue Hetzjagd an den Märkten. Dass es Italien objektiv
gesehen besser geht als Spanien und beispielsweise die jährliche
Neuverschuldung mit zwei Prozent unter dem Defizit Österreichs liegt,
kümmert die Märkte herzlich wenig.
Dort entscheidet ein Mix aus der Rezession in Italien, der
Staatsverschuldung von 125 Prozent (gleich hinter Griechenland) und
der längst wieder stotternde Reformmotor der Regierung Monti. Das
Wissen, dass der Euro-Rettungsschirm nach Griechenland, Portugal,
Irland und Spanien für Italien viel zu klein wäre, ist ein weiterer
Punkt auf der Eskalationsskala. An ihrem obersten Ende stehen Länder
wie Deutschland und Österreich.
Moody's hat bereits angekündigt, Euro-Staaten mit Triple-A die
Top-Bonität zu entziehen, sollte Griechenland aus dem Euro
ausscheiden und sollte es Finanzspritzen für spanische Banken geben.
So dreht sich die Spirale weiter nach unten. Währungsfonds-Chefin
Lagarde gibt den Euro-Rettern nur noch drei Monate - wenn überhaupt
noch so viel Zeit bleibt.
Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
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