- 12.06.2012, 16:59:23
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Cybersecurity-Planspiel: Behörden und Wirtschaft üben Kooperation im Krisenfall
Nächster Schritt zu einer nationalen Cyber-Sicherheitsstrategie
Wien (OTS) - "Wir können nicht alle Angriffe aus dem Cyberspace
verhindern, aber wir können uns professionell darauf vorbereiten.
Beim heutigen Planspiel wird daher die koordinierte Vorgehensweise
von Wirtschaft und Behörden im Fall eines wesentlichen Ausfalls der
Internetkommunikation in ganz Österreich geübt", sagte
Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner anlässlich des
Cybersecurity-Planspiels, einer gemeinsamen Aktion von
Innenministerium, Bundeskanzleramt, Bundesministerium für
Landesverteidigung, Finanzministerium und Vertretern aus der
Wirtschaft.
Cyber-Attacken finden zwar virtuell statt, haben aber höchst reale
Auswirkungen. Die Anzahl der Angriffe steigt rasant, der Schaden ist
enorm.
Um sich bestmöglich dagegen zu wappnen, bedarf es eines umfassenden
gesamtstaatlichen Konzepts zum Schutz der Menschen im virtuellen Raum
und die dazugehörende Infrastruktur. Mitte Mai 2012 hat die
Bundesregierung den Beschluss gefasst, bis Ende 2012 eine nationale
Cybersicherheitsstrategie vorzubereiten.
Für die Entwicklung einer nationalen Cyberstrategie braucht man die
Erfahrungen und das Know-how möglichst vieler Experten und
Betroffener aus unterschiedlichen Bereichen. Daher wurde innerhalb
der KSÖ-Cybersecurity-Initiative unter Mitwirkung von Experten aus
dem Behördensektor und aus Sektoren kritischer Infrastruktur eine
detaillierte Cyber-Risikoanalyse für Österreich durchgeführt. Die
IKT-Sicherheitsstrategie des Bundes wird unter Koordination des
Bundeskanzleramtes entwickelt. Damit wurde eine wichtige Basis für
eine nationale Cybersicherheitsstrategie gelegt.
Erstes gemeinsames Cybersecurity-Planspiel von Wirtschaft,
Politik und Behörden
Ein nächster Schritt auf dem Weg zu einer österreichischen
Cybersicherheitsstrategie ist das Cybersecurity-Planspiel, das in
seiner Dimension bisher einzigartig ist. Erstmals werden Vertreter
aus der Wirtschaft, der Politik und von Behörden in einem Szenario
vereint, um gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Die im Planspiel zu
bearbeitenden Fragestellungen wurden aus der Cyber-Risikomatrix
abgeleitet und zu einem Drehbuch für das Spiel zusammengeführt.
Aus dem Planspiel sollen Erkenntnisse für die weitere Erstellung der
gesamtstaatlichen Cybersicherheitsstrategie gewonnen werden.
Ziel des Planspiels ist die Optimierung der Kooperation zwischen
Experten der Wirtschaft und den verantwortlichen Entscheidungsträgern
von Behörden und Politik. Gegenseitige Abhängigkeiten, aber auch
Möglichkeiten zur wechselseitigen Hilfestellung sollen erkannt
werden. Szenario des Planspiels ist ein wesentlicher Ausfall des
Internets in ganz Österreich. Die simulierte Situation hat sowohl
Auswirkungen auf Kunden und Nutzer des Internets als auch auf das
öffentliche Leben in Österreich insgesamt. Damit wird erstmals eine
Situation geübt, die eine koordinierte Vorgehensweise von Wirtschaft
und Behörden zum Schutz der Nutzbarkeit des Cyberspace notwendig
macht. Die Komplexität eines solchen Ereignisses kann in ihrer
Gesamtheit nur durch gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen erfasst
werden.
Die Spieler werden in eine virtuelle Umgebung versetzt und müssen
komplexe Fragestellungen zum Teil unter hohem Zeitdruck lösen. Wie
Lösungen zu diesen Fragen in der gegebenen Situation optimiert
erarbeitet werden können, muss diskutiert und ausprobiert werden. Nur
so ist die Vorbereitung auf Realfälle möglich.
Zwei Phasen
In einer ersten Phase des Spiels werden technische Ausfälle im
Internet mit Auswirkungen auf ganz Österreich simuliert. Das GovCert
mit Experten anderer "CERTs" (Computer Emergency Response Teams) aus
Wirtschaft und Wissenschaft, sowie Bundesministerien, E-Wirtschaft,
Regulierungsbehörden, IKT-Unternehmen analysieren daraufhin die
Situation und erarbeiten erste Vorschläge zur Lösung.
In einer zweiten Phase des Spiels wird die Simulation verschärft. Es
wird eine gezielte Störung der IT-Infrastrukturen angenommen. In
dieser Phase ist nicht die technische Problemlösung, sondern
vorrangig die Koordination der Zusammenarbeit auf organisatorischer
und politischer Ebene gefragt.
In einer Situation dieser Art werden Fragestellungen aufgeworfen, die
von keiner teilnehmenden Organisation allein gelöst werden können.
Eine wesentliche Herausforderung besteht darin, die Komplexität der
gegenseitigen Abhängigkeiten der teilnehmenden Organisationen und
Institutionen in ein gemeinsames Verständnis der Situation zu einem
gemeinsamen Lagebild zusammenzuführen.
Die Ergebnisse und Lessons Learned aus dem Planspiel werden beim
KSÖ-Sicherheitskongress am 28. Juni 2012 präsentiert.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Inneres Mag. Andreas Wallner, Pressesprecher der Bundesministerin Tel.: +43-(0)1-53126-2027 mailto:[email protected] Bundesministerium für Inneres Kompetenzcenter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit - Pressestelle +43-(0)1-53 126-2488 [email protected] www.bmi.gv.at
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