• 12.06.2012, 14:46:45
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Auer: Kostbare, regionale Lebensmittel gibt es nicht zum Nulltarif

Nur 12% des Haushaltseinkommens fürs Essen - Dumpinglöhne in Deutschland

Wien (OTS) - "Lediglich 12% des Haushaltseinkommens geben die
Österreicher für Lebensmittel aus, das ist ein historischer
Tiefstand. Einzig in Großbritannien, Irland und Luxemburg sind
Nahrungsmittel noch günstiger zu haben", relativiert
Bauernbund-Präsident Jakob Auer die jüngsten Preisvergleiche der AK
Wien, die österreichische Produzenten und Verarbeiter für ihre hohen
Preise anprangern. "Die Lebensmittelpreise steigen wegen hoher
Energie- und Arbeitskosten, nicht wegen höherer Erzeugerpreise.
Regional produzierte Lebensmittel sind ein kostbares Gut, das es
nicht zum Nulltarif gibt", lehnt Auer die an den Tag gelegte
"Geizhals-Mentalität" scharf ab. "Niedrige Preise sind nicht alles.
Die saisonale und regionale Qualität und gesunde Ernährung - das wird
dem Konsumenten immer wichtiger", so Auer.

Zur Struktur der österreichischen Landwirtschaft generell: "Die
Preisvergleiche der AK sind einmal mehr unseriös, weil sie weder die
kleinteilige österreichische Struktur oder unsere hohen
Produktionsstandards beachten, noch den unterschiedlichen
Lohnnebenkosten Rechnung tragen", appelliert Auer an die
Verantwortlichen zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren.
"Einige Obstbauern sind aktuell wegen Frost und Dürre von
Einkommensrückgängen betroffen, trotzdem kostet das Kilo Erdbeeren im
Handel exakt gleich viel wie im Vorjahr. Das sollte die AK der
Vollständigkeit halber in ihren Ausführungen dazusagen", erinnert
Auer daran, dass die Bauern sehr hohem unternehmerischen Risiko
ausgesetzt ist.

Deutschland verschafft sich mit Dumpinglöhnen
Wettbewerbsvorteil

"Wettbewerbsvorteile gegenüber Österreich verschafft sich die
deutsche Fleischindustrie beispielsweise auch durch Dumpinglöhne und
Billigarbeiter aus Osteuropa", weiß Auer. Und zum Größenunterschied
in der Landwirtschaft generell: "Bei der größten deutschen Molkerei,
dem Deutschen Milchkontor, liefern 11.000 Landwirte 6,7 Mio. t Milch
an. Demgegenüber gibt es in ganz Österreich 36.583 Bauern, die 2,9
Mio. t produzieren. In der heimischen Landwirtschaft gelten damit
völlig andere Größenordnungen: der durchschnittliche bäuerliche
Betriebe bewirtschaftet knapp 20 ha Fläche, in Deutschland sind es
etwa 50 ha, in Tschechien gar knapp 100 ha. "Österreich darf stolz
sein auf seine bäuerlichen Familienbetriebe und den hohen Anteil an
Bio-Landwirtschaft. Die tatsächlichen Herstellungskosten der
Landwirte lassen sich über den Rohstoffpreis, 35 Cent beispielsweise
bei Milch, bei Weitem nicht abdecken", stellt Auer zur Preissituation
klar.

Österreichische Lebensmittel beliebt wegen ihrer Qualität

"Trotzdem gilt es als selbstverständlich, dass wir Bauern gerne
Verantwortung für die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung tragen,
weil die Konsumenten die regionalen Qualitätsprodukte schätzen. Alle
Umfragen bestätigen uns die höchste Beliebtheit heimischer
Erzeugnisse. Die Konsumenten sind die wichtigsten Verbündeten der
heimischen Landwirtschaft, wenn es um Lebensmittelsicherheit und
-qualität geht - das lassen wir uns durch schiefe Vergleiche der AK
nicht madig machen", stellte Auer klar.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Bauernbund Österreich
Mag. Andrea Salzburger
Tel.: +43 1 505 81 73 - 28, Mobil: +43 699 1810 1805
mailto:[email protected]
www.bauernbund.at

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