- 12.06.2012, 13:49:55
- /
- OTS0213 OTW0213
Pakistan: Extremisten bedrängen Christen und moderate Muslime
Vorsitzender der Pakistanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Coutts, beklagt in Wien "bedrückende" Stimmung
Wien, 12.06.12 (KAP) Islamische Extremisten in Pakistan bringen die
wenigen dort lebenden Christen, aber auch die Mehrheit der moderaten
Muslime im Land immer stärker in Bedrängnis. Das berichtete der
Vorsitzende der Pakistanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Joseph
Coutts, am Freitag bei einem Pressegespräch in Wien. "Die
Extremisten sind stark, weil sie nicht zögern, Gewalt anzuwenden",
schilderte der Erzbischof von Karachi. Ziele seien Andersgläubige
genauso wie Regierungsvertreter oder Muslime, die eine extreme
Auslegung des Koran nicht teilten. Die Regierung sei kaum in der
Lage, gegen die Extremisten vorzugehen.
Etwa zwei Prozent der rund 180 Millionen Einwohner von Pakistan sind
Christen. Sie verfügten über ein Grundmaß an Freiheit; ihre Lage
habe sich aber in den vergangenen beiden Jahrzehnten deutlich
verschlechtert, beklagte Coutts eine wachsende Intoleranz gegenüber
Christen. Insgesamt herrsche durch die Angst vor Gewalttaten und
Anschlägen islamischer Extremisten eine "bedrückende" Stimmung.
Nicht-Muslime lebten auch wegen des Missbrauchs der sogenannten
"Blasphemie-Gesetze", die bei Beleidigung des Propheten Mohammed die
Todesstrafe vorsehen, in ständiger Anspannung. Negative Auswirkungen
für das Verhältnis zwischen Christen und Muslime in Pakistan habe
auch die für weite Teile der Bevölkerung selbstverständliche
Gleichsetzung zwischen dem Westen und dem Christentum.
Die Extremisten machten nur eine Minderheit in der Bevölkerung aus,
betonte der Erzbischof. Weil jeder zweite Pakistani Analphabet ist,
hätten Imame aber einen großen Einfluss auf die Menschen. Coutts
schilderte weiters einen Trend zum Studium in Saudi Arabien, von wo
die jungen Leute mit "wahabitischen Vorstellungen" des Islam
zurückkämen. Dennoch sei das Problem nicht der "Mann auf der
Straße", so der Vorsitzende der pakistanischen Bischöfe. "Das
Problem sind die starken extremistischen Gruppen. Sie gehorchen
keiner Logik. Ihre Logik ist der Fanatismus. Sie sind bereit, im
Namen der Religion zu töten und zu sterben."
Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) vo1/gut/ssc/
nnnn
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KAT






