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OTS0119   8. Juni 2012, 11:38

Industrie: Budgetkonsolidierung stützt Wirtschaftswachstum

IV-GS Neumayer: Unternehmen bringen außergewöhnliche Leistung trotz schwieriger Rahmenbedingungen - Politik muss weiter Hausaufgaben machen


"Die aktuellen Konjunkturdaten Österreichs bestätigen einmal mehr, dass ein konsequenter Konsolidierungskurs auch das Wirtschaftswachstum stützt", erklärte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, anlässlich der heute, Freitag, veröffentlichten Zahlen der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). "Die deutlich positiveren Wachstumsaussichten für 2012 bestätigen auch den grundsätzlich richtigen Konsolidierungskurs in Österreich: Kluges Sparen schafft Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft des Landes und kann in weiterer Folge zu einer höheren Investitionstätigkeit führen. Im Umkehrschluss zeigen auch die heutigen Wirtschaftsdaten einmal mehr klar, dass die europäische Staatsschuldenkrise den Ausblick dämpft. Dieser Entwicklung muss dringend mit umfassenden weiteren Strukturreformen entgegengewirkt werden", so Neumayer.

Der IV-Generalsekretär verwies darauf, dass die österreichische Industrie rund zwei Drittel des Wirtschaftswachstums seit der Krise in den Jahren 2008 und 2009 getragen habe. "Das damit verbundene Steueraufkommen seitens der Betriebe ist ein budgetärer Beitrag zum Gemeinwesen, der mehr als beträchtlich ist. Im Gegenzug müssen nationale wie europäische Politik ihre Hausaufgaben weiter machen." Klar sei aber auch, dass die weiterhin bestehenden Konjunkturrisiken in Europa das Vorantreiben von Strukturreformen dringend erforderlich machten. "Wir müssen endlich die strukturellen Problembereiche angehen, um die Schulden nachhaltig zurückzufahren und in die Zukunft - Bildung, Forschung & Entwicklung sowie Infrastruktur - investieren zu können", so Neumayer. Insbesondere die Verschlechterung der Standortattraktivität Österreichs in internationalen Rankings habe den Handlungsbedarf für weitere strukturelle Veränderungen deutlich gemacht.

Glaubwürdige Pensionsreformen erhöhen Potenzialwachstum

"Intelligentes Sparen und Wirtschaftswachstum stehen nicht im Widerspruch zueinander. Es geht um Sparen UND Wachsen", betonte der IV-Generalsekretär. Insbesondere das Fehlen von durchgreifenden Reformen im Pensionsbereich wirke immer mehr als Wachstumsbremse, betonte Neumayer. Der jüngste "Ageing-Report" der Europäischen Union zeige, dass Österreichs Potenzialwachstum aufgrund der fehlenden Pensionsreformen in den kommenden zehn Jahren auf nur noch 1,3 Prozent sinken werde. Je höher das Potenzialwachstum, desto geringer sei jedoch die Rezessionswahrscheinlichkeit bei einem neuerlichen Konjunkturabschwung, so Neumayer. "Zum besseren Schutz vor einer künftigen Rezession ist die Stärkung des Potenzialwachstums und damit ein Umdenken in den Bereichen Pensionen, Bildung, Verwaltung und Gesundheit zwingend erforderlich", so Neumayer.

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