• 05.06.2012, 09:44:55
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EURO 2012: Frankreich ist Migrations-Europameister

Wien (OTS) - Mehr als die Hälfte der französischen Teamspieler hat
Wurzeln im Ausland, zeigt eine ÖIF-Erhebung. Es folgen Kroatien und
Niederlande - Österreich ebenfalls mit hohem Migrantenanteil.

Was haben der französische Torjäger Karin Benzema, der
niederländische Spielmacher Rafael van der Vaart und der
portugiesische Eisenfuß Pepe gemeinsam? Sie haben familiäre Wurzeln
in einem anderen Land als dem, für das sie ab 8. Juni bei der
Fußball-Europameisterschaft um den Titel kämpfen werden. Wie eine
Erhebung des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) zeigt, spiegelt
die "bunte" Zusammensetzung der Fußballteams die Migrationsströme
Europas wider.

Frankreich: Viele Spieler aus Ex-Kolonien

Den höchsten Anteil an Spielern mit Migrationshintergrund hat
Frankreich. Dreizehn der 23 Spieler der "équipe tricolore" sind
entweder selbst zugewandert, Kinder von Zuwander/innen oder
Doppelstaatsbürger. Das entspricht einem Migrantenanteil von 56,5
Prozent. Die meisten Spieler haben ihre Wurzeln in ehemaligen
Kolonien: Die Eltern von Real-Madrid-Stürmer Karim Benzema sind
algerischer Herkunft, ebenso jene des Manchester-City-Spielmachers
Samir Nasri. Andere Spieler haben familiäre Wurzeln im Senegal
(Patrice Evra), Mali (Alou Diarra) oder auch Polen (Laurent
Koscielny).

Kroatien: Gastarbeiterkind oder Kriegsflüchtling

Auf Platz 2 folgen Kroatien und die Niederlande mit jeweils neun
Spielern (39 Prozent). Während die Migrantenkicker im "Oranje"-Dress
ebenfalls häufig aus Ex-Kolonien wie etwa Surinam stammen, hat der
hohe Anteil Kroatiens andere Gründe: Einige Spieler sind Kinder
ehemaliger Auswander/innen, etwa Ivan Rakitic (Schweiz) oder Josip
Simunic (Australien). Andere sind als Folge der Jugoslawienkriege zu
Migranten geworden: Die Familie von Mario Mandzukic floh in den 90ern
nach Deutschland, andere Spieler wie Vedran Corluka wurden noch vor
dem Zerfall Jugoslawiens im heutigen Bosnien-Herzegowina geboren.

Österreich: Jeder dritte Teamspieler ist Migrant

Die ÖIF-Erhebung umfasst auch das österreichische Team, das sich
nicht für die EURO qualifizieren konnte. Im aktuellen Kader haben
acht von 25 Spielern (32 Prozent) einen Migrationshintergrund.
Prominentester Vertreter ist sicherlich David Alaba, Wiener mit
philippinisch-nigerianischen Eltern. Andere Beispiele wie Marko
Arnautovic und Aleksandar Dragovic (Serbien) sowie Veli Kavlak und
Yasin Pehlivan (Türkei) stehen für die traditionellen
Zuwanderungsländer nach Österreich.

Mehr Migranten im Team als in Gesamtbevölkerung

Insgesamt ist gut jeder fünfte EURO-Spieler (22 Prozent) Migrant.
In beinahe jedem Land ist der Anteil an Teamspielern mit
Migrationshintergrund höher als jener in der Gesamtbevölkerung.
"Migranten sind im Spitzenfußball also stärker repräsentiert als in
der Bevölkerung insgesamt", analysiert ÖIF-Geschäftsführer Alexander
Janda. "Das zeigt das enorme integrative Potenzial des Sports."

Alle Zahlen im Detail finden Sie auf der ÖIF-Website
www.integrationsfonds.at

Rückfragehinweis:
Österreichischer Integrationsfonds
Mag. Julian Unger, MA
[email protected]
+43 (0)1 710 12 03 - 136

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