- 03.06.2012, 08:00:31
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"profil": Haneke: "Österreichs Politiker halten es offenbar nicht für nötig, dem heimischen Film Reverenz zu erweisen"
Der österreichische Starregisseur und Cannes-Sieger übt scharfe Kritik an der heimischen Kulturpolitik und Filmförderung
Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" kritisiert Regisseur Michael
Haneke nach seinem Triumph bei den Filmfestspielen in Cannes
Österreichs abwesende Kulturpolitik. Eine Erklärung, warum
Kulturministerin Claudia Schmied Cannes fernblieb, während sowohl der
deutsche Kulturminister als auch seine französische Kollegin die
Weltpremiere von "Amour" besuchten, habe er nicht, sagt Haneke:
"Dabei geht es nicht um 'Amour' und auch nicht um Ulrich Seidls Film,
der ja ebenfalls in Cannes lief. Unseren Filmen wird das nicht
schaden. Nur innerösterreichisch ist das ein Problem, denn es
signalisiert dem Publikum, dass nicht einmal die Politiker es für
nötig halten, dem österreichischen Film ihre Reverenz zu erweisen.
Und wenn sich gegenwärtig Tendenzen in der Filmförderung abzeichnen,
am so genannten 'Festivalfilm', also an künstlerisch anspruchsvollen
Produktionen zu sparen, um statt dessen das Segment des so genannten
'Publikumsfilms' zu stärken, dann ist das ein Alarmzeichen. Ich habe
wohlgemerkt nichts gegen Unterhaltungsfilme, und auch um meine
eigenen Werke mache ich mir keine Sorgen: Dafür findet sich das Geld.
Aber man muss all die zarten Kino-Pflänzchen, die da in den letzten
Jahren gewachsen sind, auch begießen."
Rückfragehinweis:
"profil"-Redaktion, Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502
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