• 02.06.2012, 11:15:00
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Kardinal Schönborn: Junge Muslime sind ein Teil von Österreich

Wiener Erzbischof bei "Lange Nacht der Kirchen"-Podiumsgespräch zur Integrationsproblematik mit Staatssekretär Kurz und EU-Parlamentarier Swoboda

Wien, 02.06.12 (KAP) Für eine stärkeres Miteinander von
"Einheimischen" und Menschen mit Migrationshintergrund in der
österreichischen Gesellschaft hat Kardinal Christoph Schönborn
Freitagnacht bei einem Podiumsgespräch im Rahmen der "Langen Nacht
der Kirchen" in Wien appelliert. So sei es bei vielen Wienern "noch
nicht wirklich in Kopf und Herz angekommen", dass die in Österreich
geborenen Kinder von Zuwanderern fast zur Gänze Österreicher sind.
Neben den vielen Katholiken aus den anderssprachigen Pfarrgemeinden
seiner Diözese verwies der Kardinal dabei explizit auf die jungen
Muslime im Land. "Sie sind Österreicher, sie sind ein Teil unseres
Landes. Es ist ihre Heimat", betonte der Wiener Erzbischof. Und:
"Das ist eine Realität, die wir noch viel zu wenig verinnerlicht
haben."

Schönborns Aussagen fielen bei einem "Late-Night-Talk" unter dem
Titel "Die Rolle von Politik und Religion im Zusammenleben der
Bürger" in der Pfarrkirche St. Johann der Evangelist in Wiens
bevölkerungsmäßig größtem Bezirk Favoriten. Der Kardinal sprach
dabei mit Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz und dem
EU-Parlamentarier Hannes Swoboda über das Zusammenleben in einer
multikulturellen Gesellschaft und den dafür notwendigen Beitrag der
Religionen.

Der Kardinal erinnerte, dass mittlerweile jeder vierte Wiener
Katholik Migrationshintergrund habe und die katholische Kirche in
Wien daher ein "faszinierendes Integrationsphänomen" sei. "Die
Kirche von Wien ist weltweit aufgestellt. Aber das sind nicht
einfach nur lauter Gäste, die auch irgendwie da sind, sondern das
ist die Kirche von Wien", sagte Schönborn. Viele der angestammten
Wiener wie auch manche politischen Kräfte würden diese Menschen
immer noch so betrachten, als seien sie Ausländer, so Schönborn,
"aber das sind sie nicht".

Der Wiener Erzbischof äußerte seine Sorge, dass angesichts der
Wirtschaftskrise soziale Spannungen und das Konfliktpotenzial im
Land größer würden. In dieser Situation gelte es alles daran zu
setzen, das "österreichische Miteinander" zu stärken, anstatt
politisches Kleingeld zu wechseln und Menschen gegeneinander
aufzuhetzen. Schönborn verwies in diesem Zusammenhang auf das
"vorbildliche Zusammenleben" der Religionsgemeinschaften und den
"echten Religionsfrieden" der in Österreich herrsche. "Wir wollen
nicht das Gegeneinander. Wir wollen das Miteinander aus tiefster
religiöser Überzeugung", sagte der Kardinal.

Mehr auf www.kathpress.at (ende) gut/hkl/

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