• 01.06.2012, 10:13:59
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Jugendarbeitslosigkeit - Hundstorfer: 550 Millionen Euro pro Jahr für Beschäftigungsmaßnahmen für 15- bis 24-Jährige

Weidenholzer: Österreich wird auf EU-Ebene als best practice Beispiel anerkannt

Wien (OTS/SK) - "Wir geben pro Jahr für die Gruppe der 15- bis
24-Jährigen inklusive Lehrstellenförderung, bei der die Wirtschaft
150 Millionen beisteuert, 550 Millionen Euro für aktivierende
Arbeitsmarktpolitik aus", betonte Sozialminister Rudolf Hundstorfer
Donnerstagabend bei der Podiumsdiskussion "Braucht es ein
europäisches Jugendrettungspaket?" der Wiener Volkshochschulen in der
VHS Wiener Urania. Hinzu kämen einige weitere
Hundertmillionenbeträge, die von den Bundesländern in
arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für junge Menschen investiert
werden. Die Summe dieser Maßnahmen schlage sich in den niedrigen
Arbeitslosenzahlen Österreichs nieder, die mit aktuell 3,9 Prozent
den besten Wert seit Jahren aufweisen. Dieser Weg müsse konsequent
fortgesetzt werden. Zudem müssen europäische Bestrebungen zur
Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit ausgebaut werden. Der
SPÖ-EU-Abgeordnete Josef Weidenholzer betonte den Vorbildcharakter,
den die österreichische Arbeitsmarktpolitik auf europäischer Ebene
habe. ****

Neben der niedrigen Arbeitslosenrate habe Österreich derzeit einen
historisch hohen Beschäftigungsstand, berichtete Hundstorfer: "Wir
haben 52.000 Jobs innerhalb eines Jahres dazu gewonnen." Auch die im
europäischen Vergleich guten Jugendarbeitslosigkeitszahlen bestätigen
den österreichischen Kurs. Besonders die Ausbildungsgarantie und das
duale Ausbildungssystem wirken positiv auf die Beschäftigungszahlen
der Jugendlichen. Zudem werden Maßnahmen wie das Jugendcoaching
ständig ausgebaut und verfeinert. "Die Devise lautet hinschauen,
nicht wegschauen. Probleme erkennen, Probleme analysieren, und
versuchen mit praktischen Programmen entgegenzusteuern", bekräftigte
Hundstorfer. Ein Ziel sei, bis 2015 die Ausbildungsgarantie in eine
Ausbildungsverpflichtung zu verwandeln. "Ausbildungsverpflichtung
heißt ein Recht auf Ausbildung", so Hundstorfer, "eine solide
Grundausbildung bis zum 18. Lebensjahr muss das Ziel sein".

Weidenholzer betonte, wie wichtig eine Umsetzung weitreichender
Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit auf EU-Ebene sei.
Die PES betreibe hier zahlreiche Kampagnen und fordere z.B. eine
EU-weite Beschäftigungsgarantie für Jugendliche. "Wenn
Jugendbeschäftigungsmaßnahmen jetzt nicht ernsthaft vorangetrieben
werden, ist das der größte Skandal, den sich Europa in den letzten
Jahrzehnten geleistet hat", bekräftigte Weidenholzer. In den EU-Fonds
lägen 83 Milliarden Euro, die bisher nicht abgerufen wurden. Diese
Mittel könnten für eine große Arbeitsmarktoffensive für Jugendliche
eingesetzt werden.

Mario Rieder, Geschäftsführer der VHS Wien, unterstrich den hohen
Stellenwert, den Bildung in der Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit
habe. "Bildungsabschlüsse wirken sich stark auf die Chance aus,
arbeitslos zu werden oder nicht. Umso höher das Bildungsniveau, umso
besser die Chancen am Arbeitsmarkt", so Rieder. Da Bildung in
Österreich nach wie vor sehr stark vererbt werde, müsse mit einer
grundlegenden Bildungsreform das stark selektive Bildungssystem in
Richtung der Förderung von Potenzialen verändert werden. "Jugendliche
sollen Bildung als etwas Positives erfahren können, das ihnen hilft,
ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Die Herausforderung ist,
schon früh die Fähigkeit zum Lernen zu stärken", sagte Rieder. Auch
Hundstorfer betonte, dass von den etwa 300.000 Arbeitslosen ca. 45
Prozent als höchste Qualifikation über einen Pflichtschulabschluss
verfügen. "Diese Gruppe ist in Wahrheit von vorprogrammierter Armut
betroffen. Darum ist es so massiv wichtig, dieser Gruppe zu helfen",
so Hundstorfer. (Schluss) sc/pep

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

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