• 01.06.2012, 09:43:43
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Höllerer: Chancengleichheit bei GAP-Reform konsequent umsetzen

Frauen in der Landwirtschaft sichern Betriebe, sind innovativ und bildungsfreudig

Wien (OTS) - "In der österreichischen Landwirtschaft nehmen Frauen
eine bedeutende Rolle in der Betriebsführung und bei der Arbeit auf
den Höfen ein. Bereits 33% der heimischen Betriebe werden von Frauen
und weitere 15% zusammen mit dem Ehepartner geführt. Im Rahmen der
Gemeinsamen Agrarpolitik 2014 bis 2020 (GAP) muss diesem Umstand mit
einem stärkeren Fokus auf die Verbesserung der Situation der
Bäuerinnen und der Frauen im ländlichen Raum Rechnung getragen
werden. Vor allem muss das Ziel der Chancengleichheit von Männern und
Frauen in der kommenden Periode der GAP 2014 bis 2020 konsequent
umgesetzt werden, insbesondere im Programm Ländliche Entwicklung",
erklärt Bundesbäuerin Anna Höllerer, Vorsitzende der
Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen, anlässlich des
heutigen Weltbauerntages, der ab 2002 von der UNO beziehungsweise der
UNESCO ausgerufen wurde, um das moderne Berufsbild des Bauern und der
Bäuerinnen ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken.

"Im Rahmen der GAP muss der Bedeutung der österreichischen
Bäuerinnen für die Landwirtschaft mit einem stärkeren Fokus auf die
Verbesserung ihrer Situation Rechnung getragen werden", verweist die
Bundesbäuerin auf das Positionspapier der ARGE Österreichische
Bäuerinnen zur GAP 2014 bis 2020.

Innovationen und Diversifizierung fördern

"Im Wissen um die Bedeutung einer multifunktionalen Landwirtschaft
schaffen Bäuerinnen neuartige wirtschaftliche Standbeine für ihre
Betriebe. Damit sichern sie den Fortbestand einer zukunftsfähigen und
bäuerlichen Landwirtschaft. Diese Innovationskraft ist verstärkt
durch Förderungen für Diversifizierungsmaßnahmen wie beispielsweise
Direktvermarktung, Urlaub am Bauernhof, soziale Dienstleistungen und
Betreuungsangebote zu unterstützen. Da es sich dabei vielfach um
Projekte mit niedrigeren Investitionssummen handelt, sollte die
Investitionsuntergrenze für landwirtschaftliche Innovationen und
Diversifizierungsmaßnahmen max. EUR 5.000,- betragen", forderte
Höllerer.

Zwei Säulen der Agrarpolitik erhalten

Die Vorschläge zur GAP-Reform beinhalten weiterhin im Grundsatz
die Struktur der beiden Säulen der Gemeinsamen Agrarpolitik mit ihren
differenzierten Aufgabenstellungen. "Die Verwässerung dieser
Grundstruktur in Bereichen wie 'Greening' und Unterstützung
benachteiligter Gebiete lehnen wir klar ab. Die Unterstützung der
Berg- und benachteiligten Gebiete in Form der Ausgleichszulage in der
zweiten Säule hat sich bisher bestens bewährt und daher wird eine
Splittung in erste und zweite Säule abgelehnt. Die Differenzierung
müsse nach dem Grad der naturbedingten Benachteiligung sowie
struktureller Nachteile weiterhin möglich sein", unterstreicht
Höllerer.

Aus- und Weiterbildung speziell für Bäuerinnen

Speziell für die Zielgruppe der Bäuerinnen und Frauen im
ländlichen Raum wird für die Umsetzung von frauenspezifischen
Projekten eine entsprechende Dotierung des Bildungsangebotes
gefordert. Die ARGE Bäuerinnen und der Fachausschuss Bäuerinnen des
Österreichischen Bauernbundes verlangen insbesondere eine finanzielle
Unterstützung für Qualifizierungsmaßnahmen zur Förderung einer
entsprechenden Repräsentanz von Frauen in agrar- und
regionalpolitischen Entscheidungsprozessen.

"Das Ziel der Chancengleichheit von Männern und Frauen war bereits
als Grundprinzip in der Gemeinsamen Agrarpolitik 2007 bis 2013
verankert. Dieses Ziel muss nun in der kommenden Periode der GAP 2014
bis 2020 konsequent umgesetzt werden, insbesondere im Programm
Ländliche Entwicklung", betont die Bundesbäuerin abschließend.

Die Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen wurde 1972
gegründet und vertritt als Österreichs größte Bäuerinnenorganisation
die Interessen von rund 140.000 österreichischen Bäuerinnen. Die
bundesweite Koordinierung der in allen Bundesländern vertretenen ARGE
erfolgt in der Landwirtschaftskammer Österreich.
(Schluss)

Rückfragehinweis:

Kontakt LK-Pressestelle: 
   Ludmilla Herzog, MAS, 
   Tel 01/53441-8522, 
   E-Mail [email protected]
   
   DI Michaela Glatzl, 
   ARGE Österreichische Bäuerinnen in der LK Österreich
   Tel.01/53441-8517; 
   e-mail: [email protected]

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