• 31.05.2012, 17:00:01
  • /
  • OTS0297 OTW0297

"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Respektspersonen"

Ein Notar, der einer unnötigen Stiftung seinen Segen gibt, blamiert seine Branche.

Wien (OTS) - Einen freundlichen Umgang mit seinen Klienten
verspricht der Notar Harald Stefan auf seiner Website. Freundlich war
er ja vielleicht, der Herr Notar. Aber entweder wusste er nicht, was
eine Stiftung ist, oder er hat Frau Meschar ganz schlecht beraten.
Denn eine betagte Dame ohne Nachkommen braucht alles Mögliche, um den
Lebensabend in bescheidenem Wohlstand zu verbringen, aber sicher
keine Stiftung. Eine solche Konstruktion bedingt ja, dass der Stifter
sein Vermögen weggibt und dieses von einem Vorstand verwaltet wird.
Dass dann Stiftungsvorstand Martin Graf auf seinen Bruder besser
aufgepasst hat als auf die ihm schutzbefohlene Dame, hätte Notar
Stefan verhindern müssen.
Aber Stefan und Graf sind einander inniger verbunden als ihren
Klienten. Sie sitzen nicht nur gemeinsam im FPÖ-Klub, sondern fechten
auch bei der Burschenschaft Olympia. Deren Wahlspruch ist übrigens:
"Wahr und treu, kühn und frei." Wie wäre es, wenn man in aller
Wahrheit den kühnen Schritt wagen würde, Frau Meschar ihr Vermögen
zurückzugeben? Kann man die arme Frau nicht in Ruhe ihre letzten
Jahre leben lassen?
Abgesehen davon muss die Notariatskammer den Fall klären. Notare
waren bis jetzt Respektspersonen.

Rückfragehinweis:
KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PKU

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel