• 31.05.2012, 13:48:37
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Auer: EU-Gelder verhindern in Österreich großes Höfesterben

Bergbauern- und Umweltprogramm bremsen Strukturwandel

Wien (OTS) - Österreichische Bauern bewirtschaften
durchschnittlich 18,8 ha landwirtschaftliche Fläche, im Vergleich zu
den EU-Mitgliedstaaten eine sehr kleine und überschaubare Struktur.
"Der größte Vorteil für unsere Konsumenten liegt hierbei in höchster
Lebensmittelqualität, optimaler regionaler Versorgung und
nachvollziehbarer Herkunft der Produkte", zieht Bauernbund-Präsident
Jakob Auer Schlüsse aus der heute veröffentlichten
Agrarstrukturerhebung, wonach lediglich 4,4% der heimischen Betriebe
über 100 ha liegen. Verglichen mit den EU-Mitgliedstaaten sei die
österreichische Landwirtschaft sehr kleinstrukturiert. "Ein Hof in
Österreich bewirtschaftet knapp 20 ha, in Deutschland sind es
hingegen rund 50 ha, in Tschechien gut 90 ha", verweist Auer auf den
Größenunterschied, der es den heimischen Bauern zunehmend erschwere,
im europäischen Wettbewerb zu bestehen.

Österreich weist zudem mit 18,5% den höchsten Flächenanteil an
Biolandwirtschaft in der EU aus. In den Agrarnationen Deutschland
betrug das Ausmaß 2011 laut Eurostat 5,6% der Gesamtfläche, in
Frankreich gar nur 1,9%. "Trotz dieser Vorzüge haben der Druck und
das Preisdiktat im Binnen- und Weltmarkt seit dem EU-Beitritt eine
starke Konsolidierungswelle in der österreichischen Land- und
Forstwirtschaft ausgelöst", erklärte der Bauernbund-Präsident.
Besonderer Druck lastete in der Vergangenheit auf den heimischen
Schweinebauern, denen die Konkurrenz aus dem Ausland besonders
zugesetzt hat. Insgesamt stehen aber kleine wie große Betriebe in
Österreich unter der starken Last immer größere Flächen zu
bewirtschaften, damit sich die Produktion lohnt. Selbst in Gunstlagen
seien durchschnittlich große Höfe oft nicht mehr rentabel. "Viele
Bauern kommen nicht umhin, weitere Flächen zu pachten, weil sie sonst
kein existenzsicherndes Einkommen mehr erwirtschaften können",
verwies Auer auf die seit dem EU-Beitritt angespannte
Ertragssituation.

Österreich hat europaweit die geringste Zahl an
Betriebsschließungen

Die Rate der Betriebsaufgaben ist in den anderen Alpenländern, wie
Frankreich und Italien, fast doppelt so hoch wie hierzulande. Umso
wichtiger ist es gerade für Österreich, die Programme der Ländlichen
Entwicklung zu erhalten. "Bergbauern- und Umweltprogramm bremsen den
Strukturwandel und dämpfen den Trend zu immer größeren
Produktionseinheiten", stellte Auer klar. Bei Streichung der Mittel
für die Ländliche Entwicklung verliert Österreich EUR 1,4 Mrd. an
Wertschöpfung. Rund 100.000 Arbeitsplätze werden durch die Programme
gesichert. "Wenn das Geld aus Brüssel kommt, brummt dieser
Wachstumsmotor in Österreich auch weiterhin", verweist Auer
nachdrücklich auf die positiven Effekte für die heimische
Betriebsstruktur.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Bauernbund Österreich
Mag. Andrea Salzburger
Tel.: +43 1 505 81 73 - 28, Mobil: +43 699 1810 1805
mailto:[email protected]
www.bauernbund.at

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