- 29.05.2012, 13:45:08
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Falter-Vorabmeldung: Bakary J: "Aufrichtiges Bedauern" des Innenministerin
Der Falter berichtet vom Treffen des Ministeriumssprechers mit dem Folteropfer
Wien (OTS) - Wie der Falter in seiner heute Abend erscheinenden
Ausgabe berichtet, traf Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des
Innenministeriums, vergangenen Mittwoch das Folteropfer Bakary J. im
Palmenhaus im Burggarten, um ihm eine offzielle Entschuldigung des
Ministeriums zu überbringen: "Ich weiß, es ist spät", sagte Grundböck
zur Begrüßung, "aber ich darf Ihnen heute im Namen des
Innenministeriums sagen, dass wir aufrichtig bedauern, was die
Polizisten Ihnen angetan haben. Diese Tat ist durch nichts zu
rechtfertigen oder zu entschuldigen." Bakary J. war im Jahr 2006 von
Polizisten in eine leere Lagerhalle verschleppt und gefoltert worden.
Fast zwei Stunden sprachen J. und der Vertreter des Ministeriums
über das, was in den Morgenstunden des 6. April 2006 in der
Lagerhalle passiert war und über die Zukunft der Familie J.
Der Sprecher des Ministeriums sicherte der Familie zu, dass sie
derzeit keine Abschiebung fürchten müsse. Das Innenministerium werde
auch mit dem Anwalt von Bakary J., Wilfried Embacher, Kontakt
aufnehmen.
"Außerdem steht für uns außer Frage, dass Sie Anspruch auf eine
angemessene Entschädigung haben für das Leid, das Ihnen angetan
wurde, und dass das Innenministerium Ihre Behandlungskosten
übernimmt", sagte Grundböck. Diese Gelder würden vom Staat im Regress
von den mittlerweile entlassenen Polizisten zurückgefordert.
Damit derartige Vorfälle sich nicht wiederholen, überlege das
Ministerium, "die Tätigkeit in besonders exponierten und psychisch
wie physisch besonders fordernden Funktionen innerhalb des Apparats
künftig zeitlich zu befristen", erklärte der Sprecher. Dies würde
bedeuten, dass bei Sondereinheiten wie der WEGA bald ein
Rotationsprinzip eingeführt werden könnte.
Rückfragehinweis:
Falter - Redaktion Politik
Nina Horaczek
Tel. 01/53660 913
mailto:[email protected]
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