• 29.05.2012, 13:01:32
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"Grün regiert" - Grüne Umweltkonferenz in Wien mit Gastredner Dennis Meadows

Glawischnig für ökologischen Umbau unserer Industriegesellschaft, schafft sechs Mio. grüne Jobs

Wien (OTS) - Auf Initiative von Bundessprecherin Eva Glawischnig
findet heute im Architekturzentrum Wien eine Umweltkonferenz Grüner
Regierungsverantwortlicher unter dem Titel "Grün regiert" statt.
Gastredner ist Dennis Meadows (Autor von "Die Grenzen des
Wachstums"), Grüne Regierungsmitglieder aus ganz Österreich nehmen
teil, darunter u.a. Landesrat Rudi Anschober (OÖ), die
Vizebürgermeisterinnen Maria Vassilakou (Wien) und Lisa Rücker
(Graz), sowie zahlreiche weitere Grüne in Regierungsfunktionen in
Städten und Gemeinden, von Baden bis Bregenz.

"Viel wurde angekündigt in den letzten zwei Jahrzehnten, wenig getan:
Die großen ökologischen Probleme wie der Klimawandel oder der Verlust
an biologischer Vielfalt sind nach wie vor ungelöst", stellt Eva
Glawischnig in ihrer Rede vor ca. 70 TeilnehmerInnen fest. "Der
Zustand nahezu aller Ökosysteme, also unserer Lebensgrundlagen,
verschlechtert sich weiter. Wir haben unser Umwelt-Konto massiv
überzogen und leben derzeit so, als hätten wir eineinhalb Planeten
Erde. Das ist nicht nachhaltig und nicht aufrecht zu erhalten, wollen
wir nicht in gravierende soziale Krisen geraten", warnt Glawischnig.

"Der ökologische Fußabdruck in Österreich ist besonders hoch. Würden
alle Menschen so leben wie wir ÖsterreicherInnen, bräuchten wir schon
heute drei Planeten. Wir brauchen daher eine radikale
Systemänderung." Dass eine Wende möglich ist, dass ein anderes
Wirtschaften möglich ist, das zeigen die Grünen, überall dort wo sie
in Regierungsverantwortung sind. Im Bundesland Oberösterreich, in den
fünf Landeshauptstädten Graz, Wien, Bregenz, Salzburg und jetzt auch
Innsbruck gestalten die Grünen aktiv die Zukunft. Konkrete Projekte
zeigen, dass es möglich ist: Rudi Anschober ist in Oberösterreich
dabei bis 2015 50.000 Grüne Jobs zu schaffen, in Wien zeigt Maria
Vassilakou u.a. mit dem erfolgreichen BürgerInnen-Solarkraftwerk,
dass die Energiewende in Schwung kommt, in Graz zeigt die Grüne
Vizebürgermeisterin Lisa Rücker, dass es im Verkehrsbereich gelingen
kann, Kindern, RadfahrerInnen und FußgängerInnen Vorrang einzuräumen.
"Viele Grüne Projekte aus ganz Österreich zeigen: Grüne
Umweltprojekte sind verlässlich, wirken und bringen konkrete Vorteile
für die BürgerInnen. Jetzt geht es darum, auch auf Bundesebene die
Weichen für neue Mehrheiten und damit die Weichen für einen Wechsel
in der Umweltpolitik zu stellen."

"Die aktuelle Krise in Europa ist auch eine Chance. Investieren wir
jetzt in den ökologischen Umbau unserer Industriegesellschaft",
appelliert Glawischnig. Der Schlüssel dazu ist die grüne
Energiewende. Derzeit bezahlt Europa Jahr für Jahr unvorstellbare 400
Milliarden Euro für Importe von Öl, Gas und Uran. 50 Milliarden
davon könnten in den nächsten Jahren problemlos eingespart und in
Europa grün reinvestiert werden. So können wir in Europa sechs
Millionen neue, grüne Jobs schaffen.

Dennis Meadows zog bei seinem Referat ein negatives Bild vom
derzeitigen Zustand des Planeten Erde und unseres Wirtschaftssystems.
"Wir leben in einer Periode großen Stresses, Naturkatastrophen haben
in den letzten 20 Jahren rapide zugenommen." Meadows prognostizieren
in den nächsten 20 Jahren größere Umbrüche, als sie die Menschheit in
den letzten 100 Jahren erlebt hat und warnt vor blinder
Wachstumsgläubigkeit. "Wenn du nur einen Hammer hast, willst du alles
mit einem Nagel lösen. Viele rufen jetzt nach Wachstum, aber das ist
wie mit dem Hammer: Damit können nicht alle Probleme gelöst werden."
Meadows plädiert dafür, ökologische Nachhaltigkeit ins Zentrum zu
rücken und sieht zwei zentrale globale Herausforderungen: "Den
Klimawandel stoppen und den Energieverbrauch senken." Das
Fördermaximum der Weltölproduktion ("Peak Oil") sei mit hoher
Wahrscheinlichkeit bereits erreicht, der Ölpreis werde deswegen
weiter steigen. "Jetzt ist die Zeit, endlich zu handeln", appelliert
Meadows.

Die Umweltkonferenz wird am Nachmittag mit internen Beratungen
fortgesetzt.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

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