- 24.05.2012, 10:27:08
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Jetzt erzählen ArbeitnehmerInnen ihre Geschichte selbst
Gestern Abend Buchpräsentation in der AK Wien: "Arbeit ist das halbe Leben ... Erzählungen vom Wandel der Arbeitswelten seit 1945"
Wien (OTS) - Endlich gibt es auch ein Buch, in dem private
Erinnerungstexte von ArbeitnehmerInnen über ihre persönliche
Arbeitswelt veröffentlicht wurden. In Zusammenarbeit mit dem
ÖGB-AK-Institut für Gewerkschafts- und AK-Geschichte gab der Verein
"Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen" am Institut für
Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Uni Wien den Band "Arbeit ist
das halbe Leben ..." heraus. Präsentiert wurde das Buch gestern,
Mittwochabend, in der Wiener AK Bibliothek. "Unser Ziel ist, der
Ausblendung der Arbeitsrealität von Arbeiterinnen und Arbeitern und
von Angestellten aus dem öffentlichen Bewusstsein entgegenzuwirken",
sagte AK Wien Vizepräsidentin Renate Lehner bei der Präsentation.
Das Buch enthält 20 Erinnerungsgeschichten von ArbeitnehmerInnen,
die Einblick in die Veränderungen der Arbeitswelt von 1945 bis in die
Gegenwart geben. Einen Ausschnitt aus ihrer Geschichte las bei der
Präsentation zum Beispiel Renate Jagob. Geboren 1930, konnte sie nach
Kriegsende keine solide Berufsausbildung machen, erreichte aber doch
die Anstellung in einem Büro und machte sich nach ihrer Pensionierung
einen Namen als Wiener Mundartliteratin. Oder der 1935 geborene Josef
Ladstätter. Er machte seinen Lehrabschluss im Schneidergewerbe,
machte später über gewerkschaftsnahe Bildungsangebote und
fachspezifische Abendkurse den zweiten Bildungsweg zu Abendmatura und
Jusstudium, und war schließlich Ministerialbeamter im Bereich
Konsumentenpolitik.
Die Sammlung von Erzähltexten ist eine historische
"Bestandsaufnahme" ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Viele erzählen
klar umrissene Abschnitte aus ihrer Zeit des Berufseinstiegs, häufig
sind auch Erzählungen von einer wechselhaften, letztlich
erfolgreichen Erwerbsbiographie. Einzigartig ist das Buch allein
schon wegen seiner Konzentration auf das Leben von ArbeitnehmerInnen.
In bisherigen Sammlungen lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen für das
Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte stand eher der
ländliche Bereich im Vordergrund.
"Die Erzählungen zeigen, dass Arbeitsbeginn, Arbeitszeit,
Arbeitsende und Arbeitswege die Lebensrealität der Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer nachhaltig bestimmen", sagte Renate Lehner.
Wesentlich sei auch der zeitliche Hintergrund der Aufzeichnungen. Er
sei von "einer Reihe von wichtigen von AK und Gewerkschaften
durchgesetzten sozialpolitischen Maßnahmen geprägt".
SERVICE: Sabine Lichtenberger/Günter Müller (Hg), Arbeit ist das
halbe Leben ... Erzählungen vom Wandel der Arbeitswelten seit 1945,
Böhlau Verlag, Tel. 01/330 24 32, mailto:[email protected]
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Cornelia Breuß
Tel.: (+43-1) 501 65-2152
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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