• 24.05.2012, 09:37:02
  • /
  • OTS0056 OTW0056

Aktuelle BAU!MASSIV!-Studie: Nachhaltiges Wohnen wird nur durch Förderungen leistbar

Massiv errichtetes Eigenheim laut market-Umfrage Wunschprofil der ÖsterreicherInnen - Weniger als 10% der Wohnprojekte ohne öffentliche Förderung realisierbar

Wien (OTS/PWK343) - Das Marktforschungsinstitut befragte im Mai
2012 mehr als 1.000 Österreicherinnen und Österreicher zu ihren
Top-Themen bei Kauf, Bau, Sanierung und Finanzierung eines Objektes.
Dabei zeigte sich eine klare Präferenz bei der Wahl der Bauform,
betont Market-Geschäftsführer Prof. Dr. Werner Beutelmeyer: "Drei
Viertel der Österreicherinnen und Österreicher wünschen sich für ihr
eigenes Wohnprojekt am liebsten einen Massivbau aus Ziegel oder
Beton. Bei privaten Bau-Entscheidern, die eine Investition derzeit
planen oder vor kurzem abgeschlossen haben, sind es sogar 80% - die
massive Bauform ist damit der klare Favorit." Alle anderen Bauformen
liegen deutlich im Hintertreffen: Die Holzbauweise ist lediglich für
12% die Wunsch-Variante, die Leichtbauweise gar nur für 5%.

Top-Themen: Energie-Effizienz, lange Lebensdauer, Raumluft
Ein klares Bild ergibt sich auch zu den entscheidenden Kriterien
bei Bau oder Kauf eines Eigenheims. Am wichtigsten ist der
österreichischen Bevölkerung eine hohe Energieeffizienz (74%),
gefolgt von einer langen Lebensdauer (72%), guter Raumluftqualität
(69%) und geringen Kosten für Wartung und Instandhaltung (66%).
Langfristige Faktoren werden somit als wesentlicher beurteilt als die
Initialausgaben. Denn niedrige Anschaffungskosten sind nur 40% der
Befragten sehr wichtig. Dieser langfristige Blickwinkel ist sinnvoll
- denn die Investitionen für die Anschaffung machen über den gesamten
Lebenszyklus eines Gebäudes betrachtet deutlich weniger aus als
sämtliche andere Ausgaben - von der Heizung bis zur Sanierung.

Für Dipl.-Ing. Martin Leitl, Geschäftsführer Bauhütte Leitl-Werke
GmbH und Techniksprecher des Fachverbands der Stein- und keramischen
Industrie, ergibt sich durch die Studie ein schlüssiges Bild: "Die
Meinung der österreichischen Bevölkerung entspricht dem, was Experten
sagen: Entscheidend ist eine langfristig leistbare Qualität. Massive
Baustoffe können diese Anforderung optimal erfüllen. Sie sind die
beste Voraussetzung für gesundes und behagliches Wohnen für viele
Generationen und tragen durch ihre hohe Speichermasse Sommer wie
Winter zu Energieeffizienz und Komfort bei. Durch wahren Wohnwert,
hohe Sicherheit, maximale Zweckmäßigkeit und reine Natürlichkeit
entsprechen sie allen Anforderungen der Nachhaltigkeit."

Massive Baustoffe punkten mit Langlebigkeit, Wertbeständigkeit und
Sicherheit
Genau diese Faktoren schätzen die Österreicherinnen und
Österreicher an den massiven Baustoffen besonders, ist ein weiteres
Ergebnis der Studie: 76% der Befragten bewerteten bei der
Massivbauweise die Langlebigkeit und 65% die hohe Wertbeständigkeit
als sehr gut - diese beiden Kriterien sind in der Bevölkerung die
wichtigsten Argumente für massives Bauen. Hinzu kommt für mehr als
die Hälfte der Befragten die umfassende Sicherheit. "Die massiven
Baustoffe geben eine Antwort auf zentrale Wünsche der
Österreicherinnen und Österreicher durch Schutz vor Hochwasser,
Sturm, Feuer, Lärm, Einbrüchen und sommerlicher Überhitzung", hält
Leitl fest und betont, dass die Sommertauglichkeit von Gebäuden im
Hinblick auf den Klimawandel in den Rahmenbedingungen, vor allem der
Wohnbauförderung, zu verankern sei und entsprechende Anreize zu
schaffen seien.

Zentrale Faktoren bei Finanzierung: Grundstück und Förderungen
Die aktuelle Market-Umfrage verdeutlicht außerdem die brisante
Situation am Immobilienmarkt: Für 65% der Befragten ist die gute Lage
eines Objekts sehr wichtig. Zugleich beurteilen bereits 54% der
Österreicherinnen und Österreicher die hohen Grundstückspreise als
ein großes Hindernis. Sie sind die wichtigste Herausforderung bei der
Finanzierung einer Wohnung oder eines Hauses. Weitere wichtige Hürden
sind die Baukosten und die Eigenmittel sowie Bauauflagen, um eine
Förderung zu erhalten.

Finanziert wird großteils mit einem Mix aus Eigenmitteln, Kredit
und Förderungen. Nur 24% der Befragten, die den Kauf, die Errichtung
oder die Sanierung eines Objektes beabsichtigen, kalkulieren rein mit
Eigenmitteln und Kredit. 30% benötigen für die Finanzierung alle drei
Säulen. Lediglich 8% der Befragten mit abgeschlossenem oder laufendem
Wohnprojekt sind überzeugt, dass Vorhaben ohne Förderung unverändert
realisierbar sind. Dipl.-Ing. Dr. Bernd Wolschner, Geschäftsführer SW
Umwelttechnik Österreich GmbH und Obmann-Stv. des Fachverbands der
Stein- und keramischen Industrie, sagt: "Wir können qualitatives
Wohnen quer durch alle Einkommensschichten nur dann leistbar halten,
wenn wir den österreichischen Weg fortsetzen. Daher müssen wir eine
bedarfsgerechte Wohnbaufinanzierung sicherstellen. Dies kann durch
Regulative wie etwa einer Selbstverpflichtung der Länder aufgrund
regelmäßiger Bevölkerungs- und Wohnungsbedarfsprognosen erfolgen.
Hier ist die Politik gefordert, sich zur Wohnbauförderung über den
laufenden Finanzausgleich hinaus zu bekennen und die Finanzierung
sicherzustellen. Der Sparkurs aufgrund der Schuldenkrise darf nicht
zu Lasten des geförderten Wohnbaus gehen, denn er ist essenziell für
den sozialen Zusammenhalt im Land."

Sanierungen und Wohnbeihilfen zu Lasten des Wohnungsneubaus
Fakten zum Immobilienmarkt unterstreichen den akuten
Handlungsbedarf: 2011 wurden in Österreich rund 43.000 Wohnungen
bewilligt, gebraucht werden laut Ansicht der Experten aber bis zu
50.000 pro Jahr. Denn die Bevölkerungs- und Haushaltszahlen steigen -
die Statistik Austria rechnet mit einem Wachstum auf 9 Millionen
österreichische Einwohner bis zum Jahr 2030. Der Beitrag der
öffentlichen Hand zum Wohnungsneubau ist allerdings deutlich
rückläufig. Die Förderungszusicherungen sind von 2009 auf 2010 um 19
Prozent auf 28.000 Einheiten zurückgegangen. Derzeit substituiert der
freifinanzierte Wohnbau weitgehend den Rückgang. Entfielen früher 80
Prozent auf geförderte und 20 Prozent auf freifinanzierte Wohnungen,
so ist der Anteil der Förderungen im Jahr 2010 auf 60 Prozent
zurückgegangen. Ein wesentlicher Grund: Die öffentlichen Mittel haben
sich seit der Aufhebung der Zweckbindung für die Wohnbauförderung
verlagert, verdeutlicht Dipl.-Ing. Dr. Andreas Pfeiler,
Geschäftsführer des Fachverbands der Stein- und keramischen
Industrie: "Das Förderungsbudget für den Wohnbau beläuft sich
insgesamt auf rund 3 Mrd. Euro, davon entfallen heute bereits 40
Prozent, nämlich rund 1,2 Mrd. Euro, auf Sanierungen und
Wohnbeihilfen. Diese Mittel gehen für den Neubau unwiederbringlich
verloren. Die Folge ist eine bereits spürbare Verknappung am
geförderten Wohnungsmarkt. Ein Überdenken der Aufteilung der
Fördermittel ist daher ein Gebot der Stunde."

Wohnbauförderung als Wirtschaftsmotor
Pfeiler weiter: "Die Wohnbauförderung setzt gerade in
wirtschaftlich schwachen Zeiten wichtige Nachfrageimpulse. Insgesamt
machten die Bauinvestitionen im Jahr 2011 rund 29 Mrd. Euro aus,
davon entfielen rund 22 Mrd. Euro auf den Hochbau und davon mehr als
die Hälfte auf den Wohnbau. Jeder eingesetzte Euro hat dabei einen
hohen Multiplikator-Effekt für nachgelagerte Sparten." Für Wolschner
ist damit klar: "Der Wohnbau liefert zentrale Impulse für die
Konjunktur, die Beschäftigungslage und den Weg aus der Krise. Denn
eine nachhaltige Budgetsanierung ist - neben den notwendigen
Einsparungen - nur mit achstum zu bewerkstelligen."
Weniger öffentliche Mittel für den Wohnbau haben deutliche
volkswirtschaftliche Folgen: Ein Rückgang der Wohnbauförderung von
10% bedeutet einen Verlust von 5.000 Arbeitsplätzen im Bauhaupt- und
Baunebengewerbe sowie in der Baustoffindustrie und der öffentlichen
Hand entgehen dadurch Einnahmen in der Höhe von 100 Mio. Euro.

Wohnbauförderung: Lenkungsinstrument für nachhaltiges Bauen
Ebenso liefert die Wohnbauförderung wichtige Impulse, um die
Nachhaltigkeit am Bausektor voranzutreiben. Die Zahl der Haushalte
und der Energieverbrauch steigen kontinuierlich, dennoch wurde im
Wohnbau der CO2-Ausstoß in den letzten zehn Jahren um rund 12%
gesenkt. DI Dr. Hildegard Aichberger, WWF Österreich, Vorsitzende des
Nachhaltigkeitsbeirats, verdeutlicht: "Der massive Wohnbau leistete
zu dieser Reduktion und damit zu den Klimaschutzzielen der EU einen
wesentlichen Beitrag. Dem Nachhaltigkeitsbeirat im Fachverband der
Stein- und keramischen Industrie ist es wichtig darauf hinzuweisen,
denn im Hinblick auf die aktuelle EU-Gebäuderichtlinie sind klare
ordnungspolitische Signale notwendig."

Soziale Nachhaltigkeit messbar machen
Ebenso wesentlich ist dem Beirat die Weiterentwicklung der
sozialen Nachhaltigkeit. Eine eigene Arbeitsgruppe beschäftigt sich
derzeit mit der Definition sozialer Nachhaltigkeitskriterien. Das
Ziel ist, die soziale Qualität eines Gebäudes genau so messbar zu
machen wie andere Faktoren der Nachhaltigkeit. Im zuständigen
EU-Ausschuss CEN TC 350 ("Sustainability of construction works") wird
die Arbeitsgruppe fünf neue soziale Kriterien vorschlagen:
Leistbarkeit von Bauen und Wohnen, Anbindungen an die
Verkehrsinfrastruktur, Raumakustik und Beschäftigungseffekte. Diese
Faktoren repräsentieren die zweite Generation von
Nachhaltigkeits-Kriterien. Sie werden außerdem in Österreich in die
Diskussion zum Thema Total Quality Building (TQB) eingebracht.
Aichberger hat ein klares Anliegen: "Am Ende des Weges wollen wir
eine einheitliche Gebäudezertifizierung erreichen, die sämtliche
Aspekte erfasst und bewertet: Komfort und Sicherheit, Kosten und
Wert, Energieeffizienz und Langlebigkeit. So entsteht eine neue
Kostenwahrheit am Bausektor und nachhaltige Gebäude erhalten am Markt
bessere Chancen." (us)

Rückfragehinweis:

BAU!MASSIV!
   DI Robert Stefenelli
   Fachverband der Stein- und keramischen Industrie
   [email protected]
   Mobil: +43 676 5387165
   www.baumassiv.at 
   www.nachhaltigkeit-massiv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel