- 24.05.2012, 09:00:34
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Klimakonferenz Bonn: Nichtregierungsorganisationen warnen vor unwiederbringlichen Verlusten durch den Klimawandel
Neuer Bericht ortet dringenden Handlungsbedarf, um Worst-Case-Szenario zu verhindern
Bonn/Wien (OTS) - Ein gemeinsamer Bericht von CARE,
Germanwatch, ActionAid und dem WWF warnt kurz vor dem Ende der Bonner
Klimakonferenz vor Klimawandel bedingten irreparablen Schäden für
zahlreiche Länder und Ökosysteme. Wenn nicht unverzüglich umfassende
Anstrengungen unternommen werden, um Treibhausgasemissionen zu
verringern und die rücksichtlose Ausbeutung des Planeten durch
klimafreundliche, nachhaltige Entwicklung zu ersetzen, wird sich die
Erde in naher Zukunft voraussichtlich um mehr als vier bis sechs Grad
Celsius erwärmen. Die Kosten für damit einhergehende Schäden würden
sich bis zum Jahr 2060 auf geschätzte zwei Billionen US-Dollar
belaufen, ganz abgesehen von nicht wieder gutzumachenden Verlusten an
Menschenleben, Ökosystemen und Biodiversität.
Der Bericht "Into Unknown Territory" ("In unbekanntes Terrain")
betont vor allem die Unumkehrbarkeit von Prozessen, die durch den
Klimawandel ausgelöst werden. "Sind die Verluste und Schäden einmal
eingetreten, kann die Uhr nicht mehr zurückgedreht werden", warnt
Sandeep Chamling Rai, WWF-Experte für Klimawandelanpassung.
"Wir können den Verlust von biologischer Vielfalt und von Ökosystemen
nicht einfach mit Geld wettmachen. Was zerstört ist, ist zerstört."
Große Sorge bereitet den vier Organisationen auch die klimabedingte
Zunahme von Naturkatastrophen, Hungerkrisen und Migrationsbewegungen.
Dazu Kit Vaughan, Klimaexperte von CARE International: "Eine
Reduktion der weltweiten CO2-Emissionen ist dringlichst geboten und
wir benötigen viel mehr Unterstützung im Bereich
Klimawandelanpassung. Doch wenn diese Maßnahmen scheitern, müssen wir
über Entschädigungen sprechen: Welche Kompensation sollen arme Länder
für irreparable Schäden erhalten, die durch steigende Meeresspiegel,
Verwüstung, den Verlust der biologischen Vielfalt oder sogar ihres
Staatsgebietes entstehen?" Kompensation sei eine Frage der
Gerechtigkeit, so der CARE-Experte. In ihren Anpassungsprogrammen
für besonders betroffene Länder stellt die Hilfsorganisation seit
Jahren fest, dass diejenigen Gemeinden, die am wenigsten für die
Ursachen des Klimawandels verantwortlich sind, am meisten unter den
Folgen des CO2-intensiven Lebensstils der wohlhabender Nationen zu
leiden haben.
Der neue Bericht gibt zahlreiche Handlungsempfehlungen an die
Politik: So sollte die Widerstands- und Anpassungsfähigkeit vor allem
der ärmsten und schutzlosesten Gruppen und Ökosysteme dringend
gestärkt und massiv in Katastrophenvorsorge investiert werden. Neben
einer konsequenten Minderung der eigenen CO2-Emissionen sollten die
Industrieländer die notwendigen finanziellen Mittel, Technologien und
Kapazitäten bereitstellen, um Entwicklungsländern dabei zu helfen, in
Anpassung, Katastrophenvorsorge und nachhaltige, CO2-neutrale
Entwicklung zu investieren.
TIPP: Der Bericht "In unbekanntes Terrain" kann unter
http://www.careclimatechange.org/publications/careclimate-change
heruntergeladen werden.
Rückfragehinweis:
CARE Österreich Mag. Angelika Gerstacker Referentin für Presse, Medien & Anwaltschaft Tel.: ++43 (0)1 7150715-52, 0664-88731425 mailto:[email protected] www.care.at
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