- 23.05.2012, 15:28:00
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ÖH zu LehrerInnendienstrecht: es braucht fünfjährige tertiäre Ausbildung für alle, keinen Knock-Out Berufseinstieg
Plan für Induktionsphase bedeutet enorme Belastung für JunglehrerInnen
Wien (OTS) - Die Eckpunkte des neuen LehrerInnendienstrechts sind
nun bekannt und geben viel Anlass zu Kritik. "Generell ist es
unabdingbar und für die Novelle essentiell, dass das Dienstrecht und
die PädagogInnenbildung Neu zusammen gedacht werden. Dem herrschenden
LehrerInnenmangel und den hohen Anforderungen pädagogischer Arbeit
kann nur mit durchdachten Konzepten begegnet werden. Diese hohen
Anforderungen müssen sich auch im Dienstrecht widerspiegeln - es ist
unabdingbar, dass zukünftig alle PädagogInnen eine fünfjährige
tertiäre Ausbildung absolvieren. Die derzeitigen Pläne ignorieren die
bisherigen Ergebnisse im Prozess der PädagogInnenbildung vollkommen.
Ein Masterabschluss für alle LehrerInnen - der der Schlüssel zu einer
gemeinsamen Ausbildung für PH- und Uni-Lehramtstudierende ist - wird
mit keinem Wort erwähnt", kritisiert Angelika Gruber vom Vorsitzteam
der ÖH.
"Gerade im Anfangsstadium des Lehrberufs stehen die Lehrenden ohnehin
unter enormen Zeitdruck und einer großen psychischen Belastung, die
aus der großen sozialen und rechtlichen Verantwortung resultiert.
Daher stehen wir dem Berufseinstieg mittels Induktionsphase, in der
22 Stunden unterrichtet werden und noch zusätzlich eine
verpflichtende Weiterbildung absolviert werden soll, sehr kritisch
gegenüber. Das ist eine Aufstockung von bisher 4 auf 22 Stunden, was
fast einer vollen Lehrverpflichtung bei weniger Gehalt gleichkommt.
Selbstreflexion wird dadurch verunmöglicht und der vorliegende
Entwurf sieht auch keine Beibehaltung der wichtigen
Hospitationsstunden vor", so Martin Schott vom ÖH Vorsitzteam.
"Dass nun auch Studierende der Pädagogischen Hochschulen ein
begleitender Berufseinstieg ermöglicht werden soll, ist grundsätzlich
zu begrüßen. Dass deren Induktionsphase ein Jahr länger als die der
Uni AbsolventInnen dauern soll, gibt den Anschein, seitens der
DienstgeberInnen Kosten sparen zu wollen, da in dieser Zeit ja
weniger verdient wird. Eine zweijährige Induktionsphase ersetzt auf
keinen Fall einen notwendigen ebenfalls zweijährigen Master für
PH-AbsolventInnen", erklärt Peter Grabuschnig, ÖH Generalsekretär.
Rückfragehinweis:
Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH)
Sara Scheiflinger, Pressesprecherin
Tel.: 0676 888 52 211
mailto:[email protected]; http://www.oeh.ac.at
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