- 23.05.2012, 15:18:01
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ÖGfE-Schmidt: EU-Chefs müssen Europas Jugend Perspektive geben
Jugendarbeitslosigkeit ist gesamteuropäische Herausforderung - mehr Mitbestimmung etwa durch Jugendquote und gezielte Folgeabschätzungen nötig
Wien (OTS) - "Nicht nur beim heutigen informellen EU-Gipfel der
Staats- und Regierungschefs, sondern bei allen zukünftigen
europäischen Richtungsentscheidungen sollten beschäftigungspolitische
Maßnahmen oberste Priorität einnehmen", betont Paul Schmidt, Leiter
der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik. "Gerade die
Jugend, die in einigen Teilen Europas von extrem hoher
Arbeitslosigkeit betroffen ist, braucht wieder Perspektiven. Sonst
riskieren wir womöglich den Verlust einer ganzen Generation".
Beschäftigungsziele konkreter verfolgen
Rund 10,9 Prozent beträgt derzeit die Arbeitslosenquote in der EU.
22 Prozent der Jugend Europas ist ohne Job, in Spanien bereits jeder
zweite unter 25-Jährige. Laut einer aktuellen Studie der
Internationalen Arbeitsorganisation wird die Jugendarbeitslosigkeit
in Europa in den kommenden Jahren auf einem ähnlich hohen Niveau
bleiben. "Nehmen wir das Ziel der "Europa 2020"-Strategie 75 Prozent
Beschäftigung zu erreichen ernst, müssen in Europa noch in diesem
Jahrzehnt knapp 18 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Fast illusorisch, wenn wir uns dieser Herausforderung nicht rasch
gemeinsam stellen".
Erste Vorschläge rasch umsetzen
"Dabei liegen erste Vorschläge, insbesondere der EU-Kommission,
auf dem Tisch und warten auf ihre Umsetzung", sagt Schmidt. Unter
anderem eine "Jugendgarantie" vergleichbar mit der österreichischen
Ausbildungsgarantie, die stärkere Einbindung der Sozialpartner auf
europäischer Ebene, eine Arbeitsplatzoffensive in Zukunftsbranchen,
der Ausbau des lebenslangen Lernens und die bessere europaweite
Anerkennung von Qualifikationen. Darüber hinaus sollen mehr EU-Mittel
für gezielte Jugendprojekte mobilisiert werden. "Bei rund 5,5
Millionen arbeitslosen Jugendlichen scheinen die genannten Vorschläge
maximal ein erster, vorsichtiger Schritt zu sein. Eine Generation
ohne Chancen und ohne Einbindung in politische Prozesse ist
Sprengkraft für das europäische Sozialmodell. Gerade deshalb bedarf
es, in Bezug auf die Jugendpolitik, dringend neuer und gemeinsamer
Wege!"
Mehr Mitbestimmung ermöglichen
"Die Interessensvertretung der Jugend muss ausgebaut werden, auf
Augenhöhe und in Kooperation mit den traditionellen
Entscheidungsträgern. Die Jugend soll ihre Zukunft mitgestalten
können - Jugendquoten in den europäischen Institutionen und gezielte
Folgeabschätzungen von EU-Legislativvorschlägen könnten dabei
helfen", meint Schmidt abschließend.
Rückfragehinweis:
Mag. Paul Schmidt Österreichische Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) Rotenhausgasse 6/8-9 A-1090 Wien Tel.: (+43-1)533 49 99 Fax.: (+43-1)533 49 40 E-Mail: [email protected] www.oegfe.at www.oegfe.at/facebook
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