• 23.05.2012, 13:09:19
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Leitl: "Ur-Befragung unter SVA-Versicherten soll Reformnotwendigkeit sichtbar machen"

3. EPU-Symposium in der WKÖ bringt Top-Prioritäten für Ur-Befragung im Sommer auf Schiene - alle Interessensgruppen eingebunden

Wien (OTS/PWK342) - "Am diesjährigen EPU-Kongress setzen wir
gemeinsam einen Meilenstein für eine bessere soziale Absicherung von
Kleinstunternehmern", betonte WKÖ-Präsident Christoph Leitl gestern
Dienstag anlässlich des 3. EPU-Symposiums im Haus der Wirtschaft. Um
sich gezielt für die wesentlichsten Anliegen der 240.000
Ein-Personen-Unternehmen (EPU) in Österreich einsetzen zu können,
findet im Sommer dieses Jahres die erste Ur-Befragung der
Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) statt.
Die wichtigsten Forderungen und Themen für den Fragebogen, den die
SVA zu diesem Zweck im Juni an alle Selbständigen verschickt, wurden
im Rahmen des Symposiums von Experten der SVA und WKÖ sowie
Funktionären der EPU-starken Branchen Handel, Gewerbe und Handwerk,
Information und Consulting aber auch Vertretern von EPU-Initiativen
erarbeitet. "Es war für uns besonders wichtig, die Vertreter von
EPU-Initiativen, wie beispielsweise die Gruppe "amici delle SVA",
einzubinden und zu befragen, denn wir wollen ja wissen, wo der Schuh
tatsächlich drückt", zeigt sich Präsident Leitl über die konstruktive
Zusammenarbeit und aktive Mitgestaltung aller Interessensgruppen
erfreut. Schließlich habe man mit der besseren sozialen Absicherung
von EPUs ein gemeinsames Ziel.

WKÖ: Bereits viele Verbesserungen für EPU durchgesetzt
Vieles ist von der WKÖ diesbezüglich bereits durchgesetzt und
erreicht worden, spricht Leitl etwa die kostenlose
Arbeitslosenversicherung für Unternehmer die vor der Selbständigkeit
fünf Jahre angestellt waren, die Senkung der SVA-Beiträge um rund 30
Prozent für Unternehmen mit kleinen Einkommen, die Betriebshilfen im
Falle von längeren Ausfällen (Unfall, Krankheit und Mutterschutz)
oder aber die Abfertigung neu in Form der Selbständigen-Vorsorge an.
Dass viele dieser Leistungen den SVA-Versicherten nicht bekannt oder
bewusst sind, zeigt eine top-aktuelle WKÖ-Umfrage unter 800
heimischen Unternehmen. Demnach wissen nur rund die Hälfte aller
Befragten von der kostenlosen Arbeitslosenversicherung, vier von zehn
Versicherten ist die Möglichkeit eines Zahlungsaufschubs bzw. einer
Herabsetzung im Fall von Umsatzrückgängen nicht bekannt und nur ein
Viertel aller Befragten kennt die Betriebshilfe. Hier liege also noch
durchaus Potential in Bezug auf eine gezielte Information.
Nach der Themensammlung - in Fokusgruppen - und dem demokratischen
Voting wurden am EPU-Symposium die folgenden Themen für die
Ur-Befragung top-gereiht:
- genaue Abgrenzung zwischen selbstständiger und unselbständiger
Tätigkeit
- Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf - vor allem
Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten und an das Niveau der
Unselbständigen angepasstes Wochengeld
- zeitnahe Abrechnungen der SVA-Beiträgen für größere
Planungssicherheit
- Senkung der Mindestbeitragsgrundlage

Leitl: Konsequent an besseren Rahmenbedingungen für EPU arbeiten
"Wir werden konsequent an besseren Rahmenbedingungen für EPU, die
mittlerweile 54,6 Prozent aller aktiven Mitglieder der WKÖ stellen,
arbeiten und uns für ihre Anliegen stark machen, denn sie stehen für
den Wandel in unserer Wirtschaft: So wie sich das österreichische
Unternehmertum stetig weiterentwickelt, so dynamisch muss auch die
Sozialversicherung folgen", versicherte Leitl. Denn neue Formen der
Selbständigkeit verlangen neue Formen der Absicherung, für die es
veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen brauche.

Hochhauser : Mehr Durchsetzungskraft für EPU-Forderungen
gegenüber der Politik
"Unsere Aufgabe ist es, Rahmenbedingungen entsprechend zu
gestalten und dadurch den EPUs, die die Vielfalt unseres
Unternehmertums repräsentieren, ein entsprechendes wirtschaftliches
Dasein zu ermöglichen", machte sich auch die Generalsekretärin der
WKÖ, Anna-Maria Hochhauser, für die Anliegen der Kleinstbetriebe
stark. In Zeiten von Sparpaketen und knappen Kassen brauche es
kreative Lösungen, die bei geringen Kosten größtmögliche Wirkung
entfalten. "Wir können keinem Unternehmer das wirtschaftlichen Risiko
abnehmen, aber wir wollen alles daran setzen, das soziale Risiko zu
minimieren", so Leitl und Hochhauser unisono. Deshalb sei es so
wichtig, die Prioritäten unter den Anliegen der EPUs herauszufiltern
und sie in die Ur-Befragung einzubauen: "Die SVA-Versicherten müssen
uns ihre Stimme mitgeben, denn mit den Ergebnissen der Ur-Befragung
'im Gepäck' haben wir eine breite Legitimation und das
Verhandlungsmandat, dass uns mit noch größere Durchsetzungskraft für
ihre Anliegen gegenüber der Politik ausstattet", so Hochhauser
abschließend.

Die SVA-Ur-Befragung startet am 15. Juni dieses Jahres. Alle
Versicherten bekommen einen Fragebogen zugeschickt, den sie bis zum
30. September postalisch oder online beantworten können. (ES)

Rückfragehinweis:
Mag. Elisabeth Zehetner
Wirtschaftskammer Österreich
Bundesgeschäftsführerin Ein-Personen-Unternehmen
T:+43 (0)5 90 900-3018, F:+43 (0)5 90 900-295
mailto:[email protected]

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