• 23.05.2012, 10:47:14
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AK Muhm zur Telekom Austria: "ÖIAG hat beim Controlling und der strategischen Begleitung versagt"

"Schlechtes Zeugnis für ÖIAG" - "Schieflagen beseitigen": Beschäftigung sichern, Investitionen steigern, Dividendenausschüttungen senken

Wien (OTS) - "Die ÖIAG hat ihre Aufgaben nicht erledigt, die
Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In der Telekom Austria läuft
offensichtlich einiges schief", sagt AK Direktor Werner Muhm
anlässlich der heutigen Hauptversammlung. Beispiele dafür gibt es -
leider - in Hülle und Fülle: "Ein negatives Nettoergebnis von 253
Millionen Euro, eine schrumpfende Eigenkapitalausstattung, 425
Beschäftigte weniger und viel zu geringe Investitionen. Doch damit
nicht genug: An die Aktionäre wurden 2012 trotzdem 168 Millionen Euro
ausgeschüttet und die Managergehälter sind um 27 Prozent gestiegen!
Erinnert das nicht auch die Verantwortlichen im Unternehmen an einen
Selbstbedienungsladen für Vermögende?" Muhm fordert deshalb "einen
umgehenden Kurswechsel in der Unternehmenspolitik, um alle diese
Schieflagen wieder geradezurücken. Die ÖIAG hat bislang beim
Controlling und der strategischen Begleitung des Unternehmens
versagt. Sie sollte endlich für eine strategische Neuausrichtung in
der Telekom Austria sorgen. Wenn das nicht passiert werden neue
Eigentümer das Ruder übernehmen."

Zahlen und Fakten zur Telekom, die die Schieflage deutlich
illustrieren:
+ In Österreich wurde der Personalstand um weitere 425 Beschäftigte
auf 9300 ArbeitnehmerInnen reduziert.
+ Die wirtschaftliche Lage der Telekom Austria Group hat sich 2011
deutlich verschlechtert. Alleine 2011 wird ein negatives
Nettoergebnis von minus 253 Millionen ausgewiesen. Als Gründe werden
insbesondere Wertminderungen in Weißrussland und
Restrukturierungsaufwendungen in Österreich dargestellt.
+ Reserven der Telekom Group sind deutlich gesunken, die
Eigenkapitalausstattung beträgt 2011 nur mehr 12 Prozent. Ein Jahr
zuvor lag sich vergleichsweise noch bei beinahe 20 Prozent. Damit ist
auch der Spielraum für zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und wichtige
Investitionen eingeschränkt.
+ Die Investitionspolitik ist zu zurückhaltend, dabei stehen jetzt
wichtige Investitionen an: Schließlich steht der Startschuss für die
Frequenzversteigerung und der Ausbau der vierten Mobilfunk-Generation
LTE, der eine schnelle Breitbandversorgung ermöglichen soll,
unmittelbar bevor. Die Telekombranche ist international von einer
hohen Dynamik geprägt. Wenn der Anschluss einmal verloren ist, ist
das später nur mehr schwer aufzuholen. Zu geringe Investitionen
führen langfristig zu Standortnachteilen für Österreich.
+ Zugleich steigt die Nachfrage nach Datendiensten enorm an. Wenn die
Investitionen in den weiteren Netzausbau nur zögerlich erfolgen, geht
das zu Lasten der Netzqualität - und damit der Konsumenten.

Telekom trägt all diesen Herausforderungen nicht entsprechend
Rechnung, im Gegenteil:
+ Trotz der Verluste werden auch 2012 168 Millionen Euro an die
Aktionäre verteilt. Die Dividende verringert daher das Eigenkapital
nochmals. Und die Telekom ist damit bei den Top 5 Unternehmen im ATX
bei den Ausschüttungen dabei.
+ Das Management wurde trotz der schlechten wirtschaftlichen Daten
mit einem Anstieg der Managergehälter in der Höhe von
durchschnittlich 27 Prozent pro Person belohnt. Ein Telekom Vorstand
hat pro Kopf im Jahr 2011 1,016 Millionen Euro verdient, 2010 waren
es noch 802.000 Euro. Ursache für den Anstieg sind insbesondere stark
steigende Boni für die Vorstände.

Die AK fordert daher, alle diese Schieflagen zu beseitigen, konkret
bedeutet das:
+ Zukünftige Zurückhaltung bei den Ausschüttungen im Sinne einer
Stärkung des Wirtschaftsstandortes und höherer Investitionen in
Zukunftstechnologien.;
+ Die Aktionäre und Aufsichtsrat sind aufgefordert, die
Vergütungspolitik zu verändern und stärker an den künftigen
Herausforderungen der Telekom Austria zu orientieren.
+ Weniger Dividende und angemessene Managervergütung kommen der
Volkswirtschaft letztendlich durch bessere Versorgung mit
Infrastruktur in Form von Netzen und hochwertigen Dienstleistungen,
besserer Qualität der Versorgung zu gute.
+ Letztendlich geht es auch darum, dass Kommunikationsdienste zu
einem Großteil von einer motivierten Belegschaft getragen werden. Und
die derzeitige Dividenden- und Vergütungspolitik ist genau für diese
Motivation nicht förderlich.

Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Martina Madner
Tel.: +43-1 501 65-2151
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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