- 23.05.2012, 08:00:31
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Fundraising Verband warnt: Horuck-Umstellung auf EU-Zahlscheine könnte Spenden-Einbruch bringen
FVA-Lutschinger: Österreichs Banken sollen EU-Vorgaben einhalten anstatt Spender, Senioren und Sehbehinderte in ein Chaos zu stürzen
Wien (OTS/FVA) - Ab ersten Februar 2014 werden in der EU mit der
"SEPA"-Norm ("Single Euro Payments Area") einheitliche Vorgaben für
den europäischen Zahlungsverkehr gelten. Doch Österreichs Banken
planen, diese Umstellung bereits am 1. Jänner 2013 durchzuführen. Die
alten Erlagscheine sollen ab diesem Zeitpunkt in Österreich ihre
Gültigkeit verlieren. Statt der gewohnten oft nur 5-6stelligen
Kontonummer müssen die Kunden dann einen 20-stelligen IBAN-Code
eintragen. Gespräche zwischen dem Fundraising Verband und
Bankvertretern über eine SEPA-Umstellung im EU-Gleichklang sind
letzte Woche gescheitert. Der Fundraising Verband Austria befürchtet
Nachteile für Spendenorganisationen und ältere Menschen und
appelliert an die Banken, von der vorgezogenen Umstellung abzusehen.
Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verband Austria:
"Wir sind sehr besorgt, dass durch diese Horuck-Vorgangsweise der
Banken Schaden für Spendenorganisationen und für ältere Menschen
sowie Menschen mit verminderter Sehkraft entsteht. Wir appellieren
daher dringend an die Banken, Kosteneinsparungen - wie durch die
vorzeitige SEPA-Umstellung - nicht am Rücken ihrer Kunden und der
Spendenorganisationen durchzuführen!" In Österreich ist die IBAN 20
Stellen lang, in manchen EU-Staaten gar 34 Stellen.
Wer mit einem der gewohnten Zahlscheine (etwa um für eine
Hilfsorganisation zu spenden) nach dem Jahresbeginn 2013 in
ihre/seine Bank geht, um einzuzahlen, wird damit beim Schalter
abblitzen - wenn es nach den Plänen der österreichischen Banken geht.
Der alte Zahlschein soll dann nämlich nicht mehr akzeptiert werden.
Wer dennoch einzahlen will, muss einen neuen "SEPA"-Zahlschein nehmen
und die 20-stellige IBAN eintragen. Wer beim Abschreiben des IBAN
einen Fehler macht (etwa weil die Sehkraft schon etwas schlechter
ist...), muss aufwändig (und kostenpflichtig) um eine Rücküberweisung
ansuchen.
Insgesamt geht es um 180 Mio. Erlagscheine in Österreich, die in den
nächsten sechs Monaten im Eiltempo umgestellt werden sollen. Nach wie
vor sind Zahlungen mittels Zahlungsanweisung die mit Abstand
beliebteste Form des Spendens. Die Umstellung betrifft vor allem
ältere Menschen.
Günther Lutschinger: "Diese überfallsartige Zwangsumstellung auf die
neue EU-Zahlscheine ab Jänner 2013 könnte dazu führen, dass es ältere
Menschen überhaupt vermeiden, Einzahlungen vorzunehmen. Das könnte
wichtige Hilfsprojekte hart treffen, weil Spenden ausbleiben."
Der Fundraising Verband Austria (FVA) fordert daher von Österreichs
Banken:
- Die Übernahme der EU-Regelung auch in Österreich: Umstellung auf
die SEPA-Zahlungsanweisung per 1.Februar 2014.
- Durchführung einer umfangreichen, öffentlichkeitswirksamen
Kampagne, um die Bevölkerung - hier vor allem die ältere Zielgruppe -
auf den Umstieg vorzubereiten.
- Und: Österreich sollte dem Vorbild Deutschlands folgen und eine
Übergangsregelung für die Annahme der "alten" Erlagscheine bis
1.2.2016 ermöglichen.
Rückfragehinweis:
Günther Lutschinger
Geschäftsführer Fundraising Verband Austria
Tel.: 0676-4410108
E-mail: [email protected]
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