• 21.05.2012, 17:00:31
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"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Lehrer und Dompteur"

Das Dienstrecht wird renoviert, aber viele andere Anliegen bleiben Theorie.

Wien (OTS) - Muss sich der Schulstress denn immer auf zwei mal
drei Wochen im Jahr zusammenballen? Werden Lehrer mit den in der
Schule konzentrierten gesellschaftlichen Problemen alleingelassen?
Und sollten sie nicht längst ein neues Dienstrecht haben? Die ewig
gleichen Fragen, aber bei Punkt drei bewegt sich nun endlich was: Das
Lehrergehalt soll zu Beginn höher, die Verdienstkurve aber flacher
werden. Junglehrer werden nicht mehr pragmatisiert.
Unterrichtsministerin Schmied hat gestern außerdem angekündigt, dass
es Unterstützung - Psychologen und Sozialarbeiter - für Lehrer geben
wird. Das ist auch notwendig.
Denn diese sind längst nicht mehr nur Wissensvermittler, sondern
gewissermaßen auch Dompteure, Therapeuten und Erzieher. Es ist
schwer, das ein ganzes Berufsleben lang auszuhalten - vor allem, wenn
man darauf nicht vorbereitet wurde. Ein Fortschritt fürs Schulwesen
wäre, dürften sich Direktoren von Lehrern wieder trennen. Wenn es
keine Konsequenzen für Unfähige/Faule gibt, tötet das die Motivation
aller anderen. Aber wer wagt es, das anzugreifen? Alle anderen
Endlos-Anliegen - vom vernetzten Denken bis zur Motivation - stehen
auf dem Papier für die Neue Mittelschule. Aber Papier ist geduldig.

Rückfragehinweis:
KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601

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