• 21.05.2012, 13:18:50
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ORF III begrüßt Bettina Balàka, Franz Schuh und Miguel Herz-Kestranek in "erLesen" und lädt zum "Festival de Cannes"

Ab 22. Mai im Kultur- und Informations-Spartenkanal des ORF

Wien (OTS) - Wenn ORF III Kultur und Information am Dienstag, dem
22. Mai 2012, Schriftstellerin Bettina Balàka, Autor und Essayist
Franz Schuh und Schauspieler Miguel Herz-Kestranek in Heinz
Sichrovskys Bücherwelt begrüßt, sorgen Ingredienzien wie rabiate
Verehrer, Identitätskrisen, jüdische Witze und die österreichische
Bundeshymne für die richtige Würze. Der "Kulturmontag" blickt hinter
die Kulissen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes und zeigt
Michael Hanekes und Ulrich Seidls vom ORF im Rahmen des
Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierte Beiträge zur Jagd nach der
Goldenen Palme. Anlässlich des Österreichbesuchs des geistlichen
Oberhauptes der Tibeter, Tenzin Gyatso, widmet sich ORF III Kultur
und Information in einem "Best of Club 2" vom 3. September 1991 der
Unterdrückung des tibetischen Volkes durch die chinesische
Besatzungsmacht: Rudolf Nagiller begrüßte dazu den 14. Dalai Lama
höchstpersönlich zum Gespräch.

"erLesen" (20.15 Uhr)

Bettina Balàka heißt eigentlich Bettina Wieland. Balàka sei ein frei
erfundener Künstlername. Das Spiel mit der Identität habe sie schon
immer fasziniert. Diese Vorliebe spiegelt sich auch in ihrem
aktuellen Roman "Kassiopeia" wider, in dem die Opfer-Täter-Rolle
nicht eindeutig besetzt ist. ORF-III-Bücherwurm Heinz Sichrovsky
erzählt sie von einem Stalker, der davon überzeugt war, die
Schriftstellerin und er wären füreinander geschaffen. Starke
Verliebtheit sei immer am Rande der Psychose angesiedelt, betont die
gebürtige Salzburgerin. Autor Franz Schuh wolle in der Runde nicht
als Berufsintellektueller gelten, sondern sich frei äußern können.
"Radikal sei die Kunst", meint Sichrovsky. "Ganz und gar nicht",
entgegnet Schuh und erklärt den Unterschied zwischen radikal und
extrem. Mit Balàka diskutiert der 65-jährige Wiener, ob der
Luegerring zu Recht umbenannt wurde. Balàka hätte jedenfalls eine
Lösung für die Bundeshymne. Dazu kann Schuh nur den Kopf schütteln
und seufzen: In seinen Augen werden Hymnen überschätzt.

Miguel Herz-Kestranek verrät hingegen seine besondere Beziehung zum
jüdischen Witz: Während Sigmund Freud den "Witz und seine Beziehung
zum Unbewussten" untersuchte, rückt der österreichische Schauspieler
sein Witzverhältnis bewusst in einen familiengeschichtlichen
Zusammenhang. "Die Frau von Pollak oder Wie mein Vater jüdische Witze
erzählte" heißt sein im Oktober 2011 erschienenes Buch, in dem er auf
literarische Weise vergessene jüdische Geschichten mit weniger
geläufigen jüdischen Witzen und Anekdoten verbindet. Es gehe ihm
allerdings nicht um den jüdischen Witz an sich, sondern um den
verloren gegangenen Ton, betont der Buchautor. Die Sprache werde
immer ärmer und Herz-Kestranek sehe sich als Kämpfer dagegen.

"Kulturmontag" (21.20 Uhr)

Im Anschluss steht die Jagd nach der Goldenen Palme und damit eines
der weltweit bedeutendsten Filmfestivals im Mittelpunkt: Die
Internationalen Filmfestspiele von Cannes wurden bereits vor dem
Zweiten Weltkrieg konzipiert und im Jahr 1939 erstmals eröffnet. Seit
dem Jahr 1946 finden sie jährlich, mit zwei Ausnahmen in den Jahren
1948 und 1950, an der französischen Côte d'Azur statt. Die
diesjährigen 65. Filmfestspiele werden vom 16. bis 27. Mai
veranstaltet und von Wes Andersons Spielfilm "Moonrise Kingdom"
eröffnet.

Mit ihren vom ORF im Rahmen des Film/Fernsehabkommens kofinanzierten
Produktionen "Amour" und "Paradies: Liebe" rittern die
österreichischen Filmemacher Michael Haneke und Ulrich Seidl mit
internationalen Regiestars wie David Cronenberg, Ken Loach und Thomas
Vinterberg um den wichtigsten Preis des Wettbewerbs. Ist Österreich
im goldenen Filmzeitalter angekommen? Der "Kulturmontag" blickt
hinter die Kulissen und lädt mit ausführlichen filmischen Einblicken
zum "Festival de Cannes".

Fernsehen wie damals "Best of Club 2: Tibet - Stilles Drama auf dem
Dach der Welt" (0.00 Uhr)

Um Mitternacht ist der 14. Dalai Lama in einem "Best of Club 2" vom
3. September 1991 zu Gast bei Rudolf Nagiller. Gemeinsam mit dem
Europa-Parlamentarier Jannis Sakellariou, dem Bergsteiger Heinrich
Harrer, dem Sinologen Oskar Weggel, dem Religionswissenschafter
Michael von Brück sowie dem Hotelier Joseph Ortner spricht Tenzin
Gyatso über die Unterdrückung der Tibeter durch die chinesische
Besatzungsmacht.

Rückfragehinweis:
ORF-Pressestelle
Michael Krause
Tel.: (01) 87878 - DW 14702
http://presse.ORF.at

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