- 21.05.2012, 11:01:10
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Erdbeerproduktion: Chemische Fungizide sind jetzt ersetzbar
Neues biotechnologisches Produkt schützt ohne Chemie
Tulln/Wien (OTS) - Graufäule (Botrytis) zählt zu den
gefürchtetsten Obstkrankheiten, Erdbeeren sind besonders gefährdet.
Der Erreger dringt während der Blüh- oder Reifephase in die Pflanze
ein und kann zu signifikanten Ertrags- und Qualitätseinbußen führen.
Häufige Regenfälle im Mai und Juni sind in Österreich normal, für die
Erdbeeren im Freiland bedeutet die feuchte Witterung hohes Risiko für
Botrytis-Pilzinfektionen.
Neues Produkt schont Nützlinge, Bienen und Menschen
Nun hat das Biotech-Unternehmen bio-ferm "Boni Protect forte"
entwickelt. Die enthaltenen hochaktiven Mikroorganismen besiedeln die
Blüte und die feinen Mikrorisse der Pflanzenoberfläche. Dadurch wird
die Widerstandskraft der Pflanze gestärkt und das Wachstum der
Pathogene verhindert. Da Boni Protect forte nicht in den Stoffwechsel
der pilzlichen Erreger eingreift, besteht auch bei regelmäßiger
Ausbringung keine Gefahr der Resistenzbildung und es verbleiben auch
keine schädlichen Rückstände am Obst. Diesen Jänner erfolgte die
Zulassung des Produkts als Pflanzenschutzmittel in den USA, im
"Beerenland" Polen bereits 2011. Das Mittel schont Bienen und
Nützlinge, ist einfach in der Handhabung und sowohl für IP- als auch
für Bio-Betriebe zugelassen.
Chemische Fungizide ersetzbar
Die gängigen chemischen Pflanzenschutzmittel hinterlassen
Rückstände am Obst. Durch die langjährige Anwendung ist zudem ein
sprunghafter Anstieg an Resistenzbildungen zu beobachten.
Infolgedessen wird immer intensiver gespritzt und es werden auch
immer mehr chemische Mittel angewendet. "Die Rückstandsbelastung von
Erdbeeren aus konventionellem Anbau aus Österreich liegt zwar in den
letzten Jahren auf geringem bis mittlerem Niveau, allerdings ist
auffällig, dass der Hauptanteil von Fungiziden insbesondere von
Wirkstoffen gegen Botrytis gestellt wird", erklärt DI Kurt
Stockinger. Er ist Mitarbeiter im Pestizid-ReduktionsProgramm bei
GLOBAL 2000. "Darunter sind Wirkstoffe, die in Verdacht stehen,
krebserregend zu sein oder in das menschliche Hormonsystem
einzugreifen. Das heißt, sie können schon bei Mengen weit unter dem
gesetzlichen Höchstwert langfristig gesundheitsschädlich wirken.
Abgesehen davon sind die meisten Wirkstoffe schädlich für
Bodenlebewesen oder das Wasser."
Kinder lieben Erdbeeren
Der Ersatz der Chemie durch ein biologisches Präparat könnte
sowohl das Gesundheitsrisiko für die Arbeitskräfte in Anbauregionen
als auch für die österreichischen KonsumentInnen reduzieren.
"Erdbeeren sind besonders bei Kindern sehr beliebt. Daher sind
rückstandsfreie Erdbeeren ein grundsätzliches KonsumentInnenrecht",
sagt GLOBAL 2000- Experte Stockinger.
Weltweit werden derzeit ca. 300 000 Hektar Erdbeeren angebaut, die
meisten davon in China, Polen und den USA. Österreich produziert
16.000 Tonnen Erdbeeren auf 1.250 Hektar. (Quelle, Grüner Bericht
2010). Erdbeeren haben einen hohen Genussfaktor, denn sie eröffnen
nach dem langen Winter die Saison der frischen Sommerfrüchte.
Rückfragehinweis:
FJ PURKARTHOFER PR
Tel.: +43-664-4121491
mailto:[email protected]
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