- 21.05.2012, 10:03:05
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Sozialpartner: Umfassendes Migrations- und Integrationskonzept als Chance für soziale und ökonomische Entwicklung Österreichs
Studie des Beirates für Wirtschafts- und Sozialfragen beleuchtet Herausforderungen und Ansatzpunkte für erfolgreiche Integration
Wien (OTS/PWK327) - Der Anteil der Personen mit
Migrationshintergrund ist in den letzten Jahrzehnten stetig
gewachsen, und die Zahlen machen deutlich, dass sich Österreich zum
Einwanderungsland entwickelt hat: 17,8% der in Österreich lebende
Bevölkerung weist Migrationshintergrund auf.
In einer Studie hat der Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen
beleuchtet, welche Herausforderungen und Chancen sich für Österreich
daraus ergeben und wie Lösungsansätze für eine gelungene Integration
aussehen können.
Ein umfassendes Migrations- und Integrationskonzept, das
ZuwanderInnen von Beginn an Unterstützung und Begleitung anbietet,
und die möglichst weitgehende Nutzung der Potenziale von Personen mit
Migrationshintergrund sind mitentscheidend für die weitere soziale
und ökonomische Entwicklung Österreichs, halten AK, ÖGB, WKÖ und LK
in der Studie fest.
Ein Auszug aus den Empfehlungen der Sozialpartner:
Bereich Integrationsbegleitung
- Angebote für Personen, die sich bereits länger in Österreich
aufhalten: Niederschwellige Service- und Beratungsstellen schaffen,
Erarbeitung regionaler Integrationskonzepte.
- Angebote unmittelbar nach der Einreise: Spracherwerb, Angebote für
gesellschaftliche und berufliche Orientierung, Schaffung von
Host-Programmen, bei denen Freiwillige mit und ohne
Migrationshintergrund Neuankömmlingen helfen, sich zurechtzufinden,
oder erste Kontakte in ihrer Berufssparte zu knüpfen (vgl. Mentoring
für MigrantInnen).
Sowohl die Rot-Weiß-Rot-Karte als kriteriengeleitetes
Zuwanderungsmodell als auch das Migrationsportal basieren auf einem
Vorschlag der Sozialpartner-Studie aus diesem Bereich und sind
bereits erfolgreich umgesetzt worden.
Bereich Bildung
- Mittelfristige Ausweitung des gebührenfreien Zugangs zu
Kinderbildungs-
einrichtungen (Kinderkrippen, Kindergärten) in allen Bundesländern.
- Senkung der Klassenschülerzahlen oder Erhöhung des Lehrpersonals
in Klassen mit mehr als 50 % Kinder mit Migrationshintergrund.
- Verlagerung der Ausbildung von KindergartenpädagogInnen in den
tertiären Bereich.
- Anreize und konkrete Unterstützung für Personen mit
Migrationshintergrund,
Kindergartenpädagogik bzw. Lehramtsstudien zu absolvieren.
- Bundesweiter Ausbau der Sprachstandsfeststellungen vor Schulbeginn
für alle Kinder und geeignete Sprachfördermaßnahmen.
Bereich Arbeitsmarkt
- Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen sollen stärker auf die Bedürfnisse
von Personen mit Migrationshintergrund zugeschnitten werden, und die
spezifische Ausgangslage von Personen mit Migrationshintergrund auf
dem heimischen Arbeitsmarkt sollte in den operativen Zielen des AMS
berücksichtigt werden.
- Das Erlernen der deutschen Sprache ist Grundvoraussetzung für den
Arbeitsmarkteinstieg. Vor allem das Erlernen der deutschen Sprache in
Kombination mit berufsbezogenen Ausbildungen ist sehr zielführend.
Die vom AMS angebotenen Deutschkurse sollten daher jedenfalls einen
Arbeitsmarktbezug haben.
- Familiennachzug: Die Sozialpartner treten für einen ehestmöglichen
Zugang zum Arbeitsmarkt unter Fortsetzung der Harmonisierung von
Aufenthalt und Beschäftigung ein.
Die Sozialpartner möchten mit der Studie einen Beitrag zur
Versachlichung der Diskussion zum Thema Migration und Integration
leisten. Die Studie wird heute, Montag, im Rahmen einer
Sozialpartner-Enquete in der WKÖ vorgestellt. (PM)
Rückfragehinweis:
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